Die Mercedes C-Klasse ist ein Benz für alle Fälle: solide, zuverlässig, komfortabel und je nach Version richtig gut ausgestattet. Wer mit der Stuttgarter Mittelklasse unterwegs ist, kann sicher sein, bei den meisten Gelegenheiten im richtigen Auto unterwegs zu sein. Wilde PS-Eskapaden mögen dazu auf den ersten Blick nicht so richtig passen. Doch wehe, wenn die C-Klasse losgelassen! Haben Mercedes-Haustuner AMG oder PS-Spezialist Brabus Hand angelegt, wird aus dem gediegenen Daimler schnell ein Brandstifter. AUTO BILD stellt sieben bärenstarke C-Klassen vor, die alles andere als brav sind.

1. Mercedes C 36 AMG: dezent, aber kraftvoll

Mercedes C-Klasse C 36 AMG
Satte 280 PS holte der Mercedes C 36 AMG aus seinem Reihensechszylinder. Anfang der 90er eine Ansage!
1993 kam der Mercedes C 36 AMG als sportliche Speerspitze der C-Klasse-Baureihe W 202 auf den Markt. Die für heutige Verhältnisse dezente Optik sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der C 36 AMG seinerzeit damit hervorstach. Unter der Haube steckt ein 3,6 Liter großer Reihensechszylinder, der 280 PS mobilisiert. Das maximale Drehmoment dieses Aggregats liegt bei 385 Nm. 6,8 Sekunden vergehen während des Sprints von 0 auf 100, bei 250 km/h ist der Wagen abgeregelt. Zu Beginn der 90er war das in der der Mittelklasse eine ernstzunehmende Ansage. 5221 Exemplare entstanden zwischen 1993 und 1997. Erkennen konnte man den C 36 AMG an seiner Spoilerlippe, den kleidsamen Monoblock-Rädern, dem viereckigen Auspuff und einem um zehn Millimeter tiefer gelegtem Fahrwerk. Die Ausstattung war mit Ledersitzen, Sitzheizung und elektrischen Fensterhebern für die Zeit umfangreich und fühlt sich auch heute noch komplett an. Auf der Straße überzeugte der C 36 AMG schließlich mit einer breiten Bandbreite an Fahrzuständen zwischen gemütlichem Gondeln und druckvollem Spurt.

2. Mercedes C 63 AMG Black Series: die böseste C-Klasse

Mercedes C63 AMG Black Series
Mit dem C 63 AMG Black Series machte Affalterbach 2011 so richtig ernst. 517 PS! Noch Fragen?
Am oberen Ende des Leistungsspektrums setzte AMG 2011 dem C 63 AMG mit dem Mercedes C 63 AMG Black Series die Krone auf. Schärfer geht C-Klasse vermutlich nicht! Als erstes fällt die an den damaligen DTM-Autos orientierte Brutalo-Optik ins Auge. Das eigentlich Interessante verbarg sich aber unter dem Blech. Dem ebenso anachronistischen wie großartigen Hochdrehzahl-V8 mit 6,2 Litern Hubraum entlockten die AMG-Ingenieure 30 zusätzliche PS und pushten ihn auf 517 Pferdestärken. In nur 4,2 Sekunden katapultierte das brüllende Tier unter der Haube den Donnerkeil C 63 AMG Black Series auf 100 Sachen und der Geschwindigkeitsrausch endete erst bei 300 km/h. Zwar ließ sich diese extra-böse C-Klasse auch im Alltag bewegen, doch sie war nichts für Zartbesaitete. AMG legte das Gewindefahrwerk knüppelhart aus, per Schraubenschlüssel ließ es sich an die Anforderungen der jeweiligen Lieblingsrennstrecke anpassen. Die Bremsen bissen zu wie eine wütende Bulldogge. Dazu gab es einen beinahe rein aufs Fahren reduzierten Innenraum und Sitze mit – sagen wir mal – Restkomfort. Trotzdem übte (und übt) der Black Series natürlich genau aus diesem Grund eine mächtige Faszination aus.

3. Mercedes C 63 AMG PP Edition 507: Extra-Schuss Sport fürs C

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Video: C 63 AMG Edition 507

Mehr Dynamik für den C 63 AMG

Ebenfalls 2011 zog auf Wunsch Technik aus dem Supersportwagen Mercedes SLS AMG in die C-Klasse. Mit dem optionalen Performance Package (kurz PP) stieg die Leistung von schon mehr als ausreichenden 457 auf 487 PS. In der Sonderserie "Edition 507" hatte diese besonders performante C-Klasse sogar 507 PS. Um die mächtige Leistung im Zaum zu halten, spendierte Affalterbach unter anderem eine Hochleistungsbremsanlage mit Verbundbremsscheiben vorne und lackierten Bremssättel rundum. Zu erkennen war diese C-Klasse an der Carbon-Abrisskante am Heck.

4. Brabus Bullit 800: die verrückte Ober-C-Klasse

BRABUS BULLIT Coupé 800
PS-Spezialist Brabus macht aus jedem Benz einen Kraftprotz. Das Bullit Coupé hat gewaltige 800 PS!
Für alle Leistungsfetischisten, denen der Mercedes C 63 AMG Black Series noch zu schwach war, stellte Brabus 2012 auf dem Genfer Salon das Brabus Bullit 800 Coupé vor. Der schwarze Obendrüber-Wagen leistete krasse 800 PS. Quell dieser Macht war der 6,3-Liter-Biturbo-V12 unter der Haube, der 1420 (!) Nm Drehmoment bei 2100 Umdrehungen (!) hätte stemmen können, wenn Brabus den Schub nicht elektronisch auf 1100 Nm begrenzt hätte. Klar, dass das Bullit Coupé nicht im serienmäßigen Setup vorfuhr. Brabus entwickelte eigens ein Gewindefahrwerk, um die brutale Leistung auf den Asphalt zu bringen. Das führte zu extremen Fahrleistungen: Der Bullit rannte in 23,8 Sekunden von 0 auf 300 und schaffte deutlich mehr als 370 km/h. Um das Auto fahrbar zu machen, bekam der Mega-Benz zudem ein Aero-Paket, das den Auftrieb reduzieren sollte, und allerlei Luftführungen aus Carbon.  

5. Mercedes-AMG C 63 S T-Modell F1 MC: rasender Notarztwagen

Mercedes-AMG C 63 S F1 Medical Car
Das Medical Car der Formel 1 ist mit 510 PS der vermutlich schnellste Notarztwagen der Welt.
Wegen der hohen Geschwindigkeiten in der Formel 1 dürfen auch die Helfer in der Not nicht zurückstehen. 2015 stellte Mercedes daher das damals neue Medical Car der Rennserie vor, ein 510 PS starkes Mercedes-AMG C 63 S T-Modell. Der rasende Kombi war praktisch der Notarztwagen der Formel 1. Er war ständig mit drei Medizinern besetzt, dem offiziellen FIA-Chefarzt und zwei Spezialisten aus einer Klinik in der Nähe der jeweiligen Rennstrecke. Hinter dem Steuer saß ein Rennfahrer. Der vermutlich schnellste Notarztwagen der Welt rannte in 4,1 Sekunden von 0 auf 100. Im 490 Liter großen Kofferraum war die Notfallausrüstung inklusive Defibrillator und Beatmungsgerät untergebracht. Ein spannendes Arbeitsgerät! Ab 2021 werden die Helfer von Mercedes in der F1 allerdings weniger oft gebraucht als bisher. Mercedes teilt sich die Einsätze des Safety und des Medical Cars ab diesem Jahr mit Aston Martin

6. Brabus C 600: Ballermann aus Bottrop

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Brabus-Reportage, Teil 1/3 (2020): Mercedes - Tuning - Motor - Luxus - Innenraum - Infos

Veredlung einer G-Klasse

Einen AMG beim aktuell gebotenen Leistungsniveau zusätzlich zu veredeln, ist keine leichte Aufgabe. Brabus hat es trotzdem getan und 2015 aus dem Mercedes-AMG C 63 S den Brabus C 600 gemacht. Brabus steht sprichwörtlich für das beste Mercedes-Tuning überhaupt und die Zahl 600 für volle 600 PS. Der Vierliter-Biturbo-V8 erleichterte den Bottropern die Arbeit. Er bot genügend Potenzial, um via Steuergerät die Spritzufuhr und den Ladedruck zu erhöhen. Die Spezialität des Hauses, tiefgreifende Eingriffe in den Motor und ein dickes Hubraumplus, waren dieses Mal nicht vonnöten. Die erwähnten 600 PS und 800 Nm maximales Drehmoment waren das Resultat von Brabus Bemühungen. In 3,8 Sekunden sprintete der C 600 aus dem Stand auf 100, die Spitzengeschwindigkeit lag bei 300 km/h. Optisch schärfte Brabus den C 600 nur minimal nach. Als großes Highlight entpuppte sich bei der ersten Fahrt von AUTO BILD SPORTSCARS der Sportauspuff, der zusätzlich zu sanftem Grummeln heftig ballern konnte.

7. Mercedes C 30 CDI AMG: AMG kann auch Diesel

Mercedes C 30 CDI AMG Sport Coupe
Der Mercedes C 30 CDI AMG war der erste Diesel aus Affalterbach. Er brachte es auf immerhin 231 PS.
2002 machte AMG dem Diesel Beine. Der Mercedes C 30 CDI AMG war der erste Selbstzünder, den die Affalterbacher bearbeiteten. AUTO BILD schrieb damals, AMG habe den Diesel in die Sportliga erhoben. Der schnelle Wagen trumpfte mit 231 PS auf, begeisterte aber vor allem mit einer Vortriebsorgie, die eher zu einem mächtigen V8-Benziner passte. Vor allem zwischen 2000 und 2500 Umdrehungen ging es extrem voran. 540 Nm Drehmoment lagen in dieser Drehzahlregion an. In 6,8 Sekunden spurtete der CDI aus dem Stand auf 100 Sachen, bei 250 km/h bremste ihn die Elektronik ein. Das Ganze wurde von einem kraftstrotzenden Sound untermalt, der den C 30 CDI wohl bis heute zu einem einzigartigen Erlebnis macht. Alle drei Karosserieformen (Limousine, Kombi, Sportcoupé) waren im Angebot.