Stecker rein, Ladevorgang starten, los geht es. Das Füllen der Batterie von Elektroautos und Plug-in-Hybriden kann so einfach sein – wenn man über eine heimische Ladestation, eine Wallbox, verfügt. Die Voraussetzung sind ein geeigneter Platz und die Gelegenheit für den Anschluss einer solchen Strom-Zapfanlage, die übrigens auch in Tiefgaragen oder auf Firmengeländen stehen oder hängen kann. Die wichtigsten Informationen zur Anschaffung finden Kaufinteressierte hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Installation einer Wallbox muss ein Fachbetrieb ran.
  • Es gibt Wallboxen mit 11 kW und 22 kW Ladeleistung.
  • Jede Wallbox muss beim Netzbetreiber gemeldet und bei 22 kW von diesem genehmigt werden.
  • Auch Mieter haben ein Anrecht auf eine Ladestation zu Hause.
  • Für Wallboxen gibt es lokale Förderprogramme. Der Antrag muss vor dem Kauf genehmigt werden.
  • Einige Stromversorger bieten günstige Autostromtarife an.

Warum Wallbox und nicht Steckdose?

An einer Wallbox lädt der Akku fünf- bis zehnmal schneller als an einer Schuko-Haushaltssteckdose. Beispiel: Die Ladezeit eines Renault Zoe reduziert sich von zehn Stunden an der normalen Steckdose (2,3 kW) auf rund 1,5 Stunden an einer 22-kW-Ladestation. Für Elektroautofahrer oder alle, die ein E-Auto kaufen wollen, ist eine Wallbox fürs Laden zu Hause also dringend anzuraten.
Mit speziellen Kabeln kann man zwar an einer normalen Steckdose laden, doch sind die Leitungen für große Strommengen über einen längeren Zeitraum meist nicht ausgelegt. Man sollte hier nur im Ausnahmefall laden, zum Beispiel, wenn keine Wallbox verfügbar ist. Auch das Laden über einen Bau- oder Starkstromanschluss ist Experten zufolge nur nach Rücksprache mit einer Elektrofachkraft eine angemessene Alternative. Immerhin: Es gibt mittlerweile mobile Wallboxen, die sich an solche Starkstromleitungen anschließen lassen.

Ladeleistung: 11 kW oder 22 kW?

Je nach Fahrzeug und Ladeleistung der Wallbox kann die Dauer eines Ladevorgangs sehr unterschiedlich sein. Die Ladeleistung des Wandanschlusses spielt dabei eine wichtige Rolle, nach der Faustregel: Je höher die Leistung, desto schneller funktioniert das Laden.
Was das bedeutet, lässt sich einfach ausrechnen: Ein 30-kWh-Akku braucht an einer 3,7-kW-Wallbox (230 V, einphasig, 16 A) etwa zehn Stunden bis der Akku voll ist. Bei einer 11-kW-Wallbox (400 V, dreiphasig, 16 A) schrumpft die Zeit auf rund drei Stunden, an einer 22-kW-Wallbox (400 V, dreiphasig, 32 A) dauert der gleiche Ladevorgang schätzungsweise nur 90 Minuten.
Einige Hersteller verlangen für die Schnelllade-Option bei ihren E-Autos  oberhalb von 11 oder 22 kW noch einen Aufpreis, doch immer mehr Autos eignen sich fürs Schnellladen. Beim Konfigurieren eines neuen Elektroautos sollte man die Schnellladefunktion mit ordern, weil sie die Ladezeit auf Reisen verringert. Bei einigen Fahrzeugen (etwa Plug-in-Hybride) ist das Schnellladen nicht möglich, weil der Akku dafür zu klein ist.
Bei der Auswahl der richtigen Wallbox sollten die Kosten genau kalkuliert werden: Bei den Anschaffungs- und Installationskosten gibt es zwar nur geringe Unterschiede, doch für das Anschließen einer 22-kW-Wallbox muss der Netzbetreiber manchmal technische Änderungen am Hausnetz vornehmen. Die Baukosten können dabei mehrere Tausend Euro ausmachen.
Einiges spricht daher für die Installation einer 11-kW-Wallbox. Dieses Modell erlaubt es, sowohl einphasig mit 3,7 kW, zweiphasig mit 7,4 kW als auch dreiphasig mit 11 kW zu laden.
Wichtig: Für jede Wallbox sind ein Leitungsschutzschalter und ein Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) nötig. Bei hochpreisigen Modellen sind die Schalter meist im Gerät integriert, bei günstigeren muss man sie hinzukaufen oder das Hausnetz damit ertüchtigen.
Das lange Wallbox-Warten
Je nach Aufwand für den Elektriker kann die Installation einer Wallbox mehrere Tausend Euro kosten.
Bild: Holger Karkheck

Welchen Stromanschluss braucht man?

Welcher Stromanschluss für die Wallbox benötigt wird, hängt nicht zuletzt von der gewünschten Ladeleistung ab. Wer eine Ladeleistung von 11 oder 22 kW wünscht, der benötigt in der Regel einen dreiphasigen Drehstromanschluss mit 400-Volt-Spannung.
Je nachdem, ob eine 11- oder 22-kW-Wallbox angeschlossen werden soll, wird eine Stromstärke von 16 beziehungsweise 32 Ampere benötigt. Jede Wallbox muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Eine 22-kW-Wallbox muss von ihm sogar genehmigt werden.
Wallboxen mit 3,7 oder 7,4 kW Leistung können mit einphasigem Strom und 230-Volt-Spannung betrieben werden. Allerdings muss auch hier die Stromstärke von 16 bzw. 32 Ampere berücksichtigt werden. (Infos zum richtigen Stromtarif fürs E-Auto finden Sie hier.)

Die richtige Wallbox auswählen

AUTO BILD testete mit der Technologieberatung P3 zehn Wallboxen mit 11 und 22 kW Ladeleistung. Alle überzeugten mit einem hohen Gesamtniveau. Testsieger wurde die EVBox Livo, Preis-Leistungs-Sieger die Go-e Charger Gemini Flex.

Die besten Wallboxen

Charger Pro 2 22 kW + 7,5m Kabel
Autobild LogoTestsieger
Externe Verlinkung
1.
Elli
Charger Pro 2 22 kW
1,4
sehr gut
Amazon LogoHändler LogoHändler LogoIdealo Logo
Go 22KW 4G (ZM000733)Externe Verlinkung
2.
Zaptec
Go 22 kW 4G
1,4
sehr gut
Amazon LogoHändler Logo

Zum Anbieter

Idealo Logo
Externe Verlinkung
3.
go-e
Charger Gemini 2.0 22kW
1,5
gut
Amazon LogoHändler LogoHändler LogoIdealo Logo
ABL Pulsar Solar Bundle (100000497)Externe Verlinkung
4.
wallbox
ABL Pulsar 22 kW
1,5
gut
Amazon LogoHändler LogoHändler LogoIdealo Logo
Amtron 4You C2 510Externe Verlinkung
5.
Mennekes
Amtron 4You C2 510 11 kW
1,6
gut
Amazon LogoHändler LogoHändler LogoIdealo Logo
KeContact P40Externe Verlinkung
6.
Keba
KeContact P40 11 kW
1,7
gut
Amazon LogoHändler LogoHändler LogoIdealo Logo
Connect Solar 11kW 7,5m (00.779.3057)Externe Verlinkung
7.
Heidelberg Amperfied
Connect Solar 11 kW
2,0
gut
Amazon LogoHändler LogoHändler LogoIdealo Logo
ENECTOR AC 3.7/11 (10532947)Externe Verlinkung
8.
Kostal
Enector 11 kW
2,6
befriedigend
Amazon LogoHändler LogoHändler LogoIdealo Logo
Komplette Liste: Die besten Wallboxen

Wallbox mit Buchse oder Kabel?

Bei modernen Elektroautos ist hierzulande der Typ-2-Stecker üblich. Er eignet sich für Ladeleistungen bis 43 kW – die übliche Leistung an öffentlichen Ladesäulen. Ältere Modelle sowie manche Autos von asiatischen oder US-Herstellern sind mit einem Typ-1-Stecker ausgestattet. Der Typ-1-Stecker ist nicht auf Schnellladen ausgelegt und erlaubt Ladeleistungen bis maximal 7,4 kW.
Wallboxen gibt es entweder nur mit einer Ladebuchse oder mit einem festen Ladekabel. Wer flexibel bleiben will, wählt deswegen am besten eine Wallbox, die kein fest installiertes Kabel hat, sondern nur eine Steckerbuchse. So kann ein Adapterkabel eingesetzt werden, das mit einem Typ-2-Stecker in die Wallbox eingesteckt und mit einem Typ-1- oder Typ-2-Stecker mit dem Auto verbunden wird.
Wichtig: Bei der Planung sollte auf ausreichende Länge der Kabel geachtet werden. Bedenken sollte man aber auch: Ein längeres Kabel erhöht den Widerstand und damit auch den Ladeverlust! Eine Kaufberatung zum Thema E-Auto-Ladekabel finden Sie in einem gesonderten Artikel.
Ladestecker Stromtankstelle
Bei den meisten Elektroautos wird der Typ-2-Stecker eingesetzt. Er ermöglicht auch das Schnellladen.
Bild: dpa

Diese Wallbox-Anbieter gibt es

Das Angebot an Wallboxen ist vielfältig. Auch Autohersteller haben Heimladestationen im Angebot. Stromanbieter verkaufen sie, und selbst in gängigen E-Fachmärkten und -Versandhäusern gibt es sie.

Was kostet eine Wallbox?

Basismodelle beginnen bei ca. 200 Euro. Je nach Variante kann die Wallbox aber auch weit über tausend Euro kosten. Hinzu kommen die Kosten für die Montage, das sind je nach Anbieter und Voraussetzungen in der Regel zwischen 100 und 2000 Euro.

Was kostet die Montage?

11- oder 22-kW-Wallboxen für E-Autos benötigen Starkstrom (umgangssprachlich für Dreiphasenwechselstrom/Drehstrom). Die Kabel mit 400-Volt-Spannung sollten nur von qualifizierten Fachbetrieben verlegt werden. Von Eigenbauten ist dringend abzuraten. Sie sind lebensgefährlich, und im Schadensfall droht Ärger mit der Versicherung. Auch die Montage der Wallbox sollte unbedingt ein zertifizierter Elektriker übernehmen.
Die E-Profis sind am Logo der Elektroinnungen zu erkennen. Auch "kleinere" Wallboxen mit 3,7 oder 7,4 kW sollten von Profi-Elektrikern angeschlossen werden. Sie prüfen vorab, ob die Stromleitungen im Haus für den Betrieb einer Wallbox ausgelegt sind. Zudem sichern sie die Leitung bei Bedarf ab und bauen den Fehlerstromschutzschalters (FI-Schalter) ein.
Hardware-Anbieter und Energieversorger helfen, die individuell passende Lösung zu finden. Wie es laufen kann, lesen Sie in diesem AUTO-BILD-Selbstversuch.
Je nach Entfernung zum Sicherungskasten entstehen unterschiedlich hohe Mehrkosten bis in den vierstelligen Bereich – zum einen abhängig von der benötigten Anzahl von Wand- und Deckendurchbrüchen, zum anderen von der Wahl des passenden Kabels (Länge und Durchmesser). Viele Anbieter vermitteln auch einen Installations- und Wartungsservice.

Häufig gestellte Fragen

Wie steuert man eine Wallbox?

Je nach Modell sind Wallboxen per Smartphone oder Tablet drahtlos steuerbar. Per App kann man den Ladevorgang starten und stoppen. Zudem bieten die Handy-Programme einen Überblick über Betriebszustand, Energieverbrauch und die anfallenden Stromkosten der Wallbox. An den meisten Modellen gibt es ein Display, auf dem sich ebenfalls Informationen ablesen und Einstellungen vornehmen lassen.

Was ist bei Wallboxen in WEGs zu beachten?

Das Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) zum Ausbau der Elektromobilität sichert Eigentümern wie Mietern das Recht, am Stellplatz in der Garage oder auf dem Grundstück eine Ladesäule zu installieren. Und es erleichtert generell bauliche Veränderungen.
Wohnungseigentümer können grundsätzlich verlangen, dass sogenannte privilegierte Maßnahmen – z. B. der Einbau einer Lademöglichkeit für E-Autos – von den Miteigentümern zu gestatten sind. Eine Zustimmung aller ist nicht nötig, die Kosten trägt der jeweilige Eigentümer.
Wichtig ist, dass der Antrag fristgerecht (meist vier Wochen) vor der nächsten Eigentümerversammlung eingeht.
Auch Mieter haben einen Anspruch darauf, dass Vermieter den Einbau einer Elektro-Ladestation auf Kosten des Mieters gestatten. In einem Mietshaus sind sie an keine Fristen gebunden, in einer vermieteten Eigentumswohnung muss deren Besitzer wiederum oben genannte Frist beachten. Hier finden Sie eine detaillierte Übersicht, was Mieter und Eigentümer über Wallboxen wissen sollten.

Wie funktioniert Wallbox-Sharing?

Die Idee des Wallbox-Sharings ist noch jung. Der Gedanke: Wer eine Wallbox hat, kann sie in der Zeit, in der er sie selbst nicht nutzt, anderen E-Auto-Fahrern anbieten. Das Ganze funktioniert über eine App, in der die private Ladesäule einfach gemietet werden kann.
Den Preis bestimmt jeder Vermieter selbst. Das Prinzip klingt simpel, ist aber noch nicht serienreif. Verschiedene Start-ups arbeiten an der Entwicklung. Eines davon ist das Projekt "Peer2Peer Charging". Auch die RWE-Tochter Innogy oder das Schweizer Start-up Enio sind dabei.

Übersicht der Wallbox-Fördermöglichkeiten

Bis Oktober 2021 gab es einen staatlichen Zuschuss zur privaten Ladestation ("Zuschuss 439"). Pro Ladepunkt erhielt man für Anschaffung, Einbau und Anschluss 900 Euro. Insgesamt wurden Wallboxen mit 800 Millionen Euro gefördert. Mittlerweile ist die Förderung, genau wie die für Unternehmen ("Zuschuss 441"), ausgelaufen. Im Herbst 2023 startete der Bund ein neues Förderprogramm ("442, Solarstrom für Elektroautos") in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro – sie war innerhalb von wenigen Stunden vergriffen. Immerhin kann man für öffentlich zugängliche Wallboxen, die mit Solarstrom gespeist werden, noch die THG-Quote beantragen. Folgende Bundesländer bieten Förderprogramme:
  • Baden-Württemberg: Wer bereits eine private PV-Anlage besitzt, erhält im Ländle einen Zuschuss von 500 Euro für die dazugehörige Wallbox – allerdings nur in Kombination mit der Anschaffung eines neuen Elektroautos, für das es außerdem 1000 Euro Förderung (nur bis 160 kW Motorleistung) gibt. Hier geht's zur Förderrichtlinie.
  • Nordrhein-Westfalen: Gefördert werden Wallboxen für Mietgebäude und Wohnungseigentumsanlagen, wobei auch die Kosten des Netzanschlusses berücksichtigt werden. Pro Ladepunkt beträgt die Förderung 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal jedoch 1000 Euro. Unterhalb einer Bagatellgrenze von 500 Euro werden Anträge nicht genehmigt. Mehr Infos: E-Mobilität NRW.

Fazit

Wer sein E-Auto zu Hause laden möchte, tut das optimalerweise mit einer Wallbox. Ist eine Installation möglich, so sind neben den Kosten für die eigentliche Ladestation auch die Aufwände für die teils aufwendige Montage einzuplanen. Beim Kauf besteht die Wahl zwischen vielen Modellen: Wallboxen ohne clevere Features oder smarte App-gesteuerte Varianten, Geräte mit Buchse oder mit festem Ladekabel, Wallboxen mit 11 oder 22 Kilowatt Leistung. In Verbindung mit einem geeigneten Stromtarif lässt sich mit einer Wallbox auf die Dauer oft Bares sparen – und Komfort gewinnen.