Günstig war gestern! Die Zahl der Neufahrzeuge, die zu einem Listenpreis von unter 20.000 Euro verfügbar sind, sinkt deutlich: Aktuell sind auf dem deutschen Automarkt nur noch 16 Neuwagen gängiger Marken unterhalb der 20.000-Euro-Grenze erhältlich, hat der ADAC herausgefunden!
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Bezahlbare Modelle werden immer seltener. 2021 waren noch 35 Automodelle für unter 20.000 Euro zu haben, innerhalb von nur fünf Jahren hat sich das Angebot mehr als halbiert. 2021 wurden sogar noch drei Automodelle für unter 10.000 Euro angeboten. In diesem Preissegment herrscht nun gähnende Leere.

Die besten Anfängerautos bis 30.000€ im Test

Fiat Grande Panda
Autobild LogoBremsweg-Bester
4.
Fiat
Grande Panda Elektro
2,7
befriedigend
Preis
24.990 EUR
BYD Dolphin Surf
Autobild LogoBeschleunigungs-Sieger
6.
BYD
Dolphin Surf Comfort 43,2 kWh
2,8
befriedigend
Preis
26.990 EUR
Spring DACIA
7.
Dacia
Spring Electric 65
3,1
befriedigend
Preis
19.900 EUR
Leapmotor T03
Autobild LogoSpar-Champion
8.
Leapmotor
T03
3,3
befriedigend
Preis
18.900 EUR
Komplette Liste: Die besten Anfängerautos bis 30.000€ im Test

Kein deutsches Auto kostet weniger als 20.000 Euro

Die deutschen Hersteller haben die weniger kaufkräftige Kundschaft offenbar nicht mehr auf dem Zettel: Unter den 16 noch verfügbaren bezahlbaren Modellen unter 20.000 Euro findet sich kein einziges Fahrzeug aus Deutschland. Vor fünf Jahren waren dagegen immerhin noch fünf Modelle hiesiger Hersteller für weniger als 20.000 Euro auf dem Markt.
Das günstigste deutsche Auto ist aktuell der VW Polo mit einem Grundpreis von 20.380 Euro. Zum Vergleich: Der mittlerweile eingestellte Kleinstwagen VW Up kostete 2012 lediglich 9850 Euro, ein VW Polo war damals ab 12.450 Euro zu haben. Für dieses Budget bekommt man aktuell kein neues Auto mehr. Der mit Abstand günstigste Neuwagen (Dacia Sandero TCe 100 Essential) wird derzeit mit 13.590 Euro eingepreist.

Bessere Ausstattung macht Autos teurer

Klar, die neuen Autos werden in der Regel immer besser ausgestattet, enthalten Komfort-, Infotainment- und Sicherheits-Features, an die in der Basisausstattung vor ein paar Jahren nicht zu denken war. Auch die Kunden würden anspruchsvoller, erwarten mehr Ausstattung in den Fahrzeugen, so die Analyse.
Zusätzlich erhöhen immer strengere Anforderungen, wie beispielsweise die von der EU vorgeschriebenen Pflicht-Assistenzsysteme, die Kosten in der Autoproduktion – und der Kunde muss das ausbaden. Der ADAC führt zudem an, dass die "Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette gestiegen sind". Autokäufer bezahlen also mehr, bekommen aber auch einen Mehrwert beim Produkt.
Aber es gibt auch gute Nachrichten vom ADAC: Unter den 16 "Günstigmodellen" finden sich inzwischen auch drei reine Elektroautos.

Die Modelle unter 20.000 Euro im Kurzportrait:

Citroën C3 Turbo 100 You – ab 16.290 Euro

Der Citroën C3 setzt auf hohen Fahrkomfort und ein für die Klasse überraschend erwachsenes Fahrgefühl. Das SUV der Kleinwagenklasse wird von einem Benziner angetrieben und leistet 74 kW (101 PS). Zu den Stärken zählen der günstige Einstiegspreis und der überdurchschnittliche Federungskomfort. Nachteile sind die hohe Ladekante samt schmaler Kofferraumöffnung sowie die wenig präzise Lenkung. AUTO BILD vergab die Testnote 3+ für den Citroën C3 Turbo 100 Stop & Start.

Citroën C3 Aircross Turbo 100 You – ab 19.190 Euro

Der Citroën C3 Aircross bietet viel Platz im Innenraum, einen großen Kofferraum und hohen Langstreckenkomfort. Der Benziner im kleinen SUV leistet 74 kW (101 PS). Pluspunkte sind das komfortable Fahrwerk und die hohe Alltagstauglichkeit, es wird sogar eine siebensitzige Variante angeboten. Negativ fallen die hohe Ladekante des Kofferraums und das nicht serienmäßige Navigationssystem auf. Im AUTO-BILD-Vergleichstest trat der Citroën C3 Aircross Turbo 100 gegen den Dacia Duster an und gewann den Vergleich.
Citroën C3 Aircross Turbo 100
Der Citroën C3 Aircross ist sogar mit sieben Sitzen verfügbar – dann wird es allerdings eng im Kofferraum.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Dacia Duster Eco-G 120 Essential – ab 18.990 Euro

Das Kompakt-SUV Dacia Duster überzeugt mit viel Platz, robuster Machart und niedrigen Betriebskosten. Die Leistung des Eco G120 liegt bei 90 kW (122 PS), der Motor kann sowohl mit günstigem Autogas/LPG als auch mit Superbenzin befeuert werden. Den AUTO BILD-Testern gefiel der große Kofferraum. Nachteile sind der raue Motorlauf sowie die eher einfachen Materialien im Innenraum. AUTO BILD vergab die Testnote 2 für den schwächer motorisierten Dacia Duster TCe/Eco-G 100 Expression mit 101 PS.

Dacia Jogger TCe Eco-G 120 Essential (5-Sitzer) – ab 17.990 Euro

Der Dacia Jogger kombiniert Van-, Kombi- und SUV-Eigenschaften und bietet enorm viel Platz fürs Geld. Vor allem Familien profitieren von der hohen Variabilität und dem großen Ladevolumen. Nachteile sind die lauten Fahrgeräusche sowie die einfache Materialqualität. Im AUTO-BILD-Dauertest erhielt der Dacia Jogger TCe 100 Eco-G mit 101 PS die Note 2+, wie der Duster bei AUTO BILD mit etwas schwächerem Motor getestet.
Dacia Jogger Facelift !!! Sperrfrist: 6.10.2025, 6 Uhr !!!
Der Dacia Jogger ist das geräumigste Fahrzeug unter 20.000 Euro. Selbst als Siebensitzer liegt der Preis kaum drüber (20.190 Euro).
Bild: Dacia

Dacia Sandero TCe 100 Essential – ab 13.590 Euro

Der Dacia Sandero ist der günstigste Neuwagen Deutschlands und überzeugt durch großzügiges Raumangebot sowie eine einfache Bedienung. Auch die hohe Alltagstauglichkeit wurde im Test positiv hervorgehoben. Nachteile sind die einfache Anmutung der Basisausstattung sowie bei Gebrauchten bekannte Probleme mit Turboladern und Getrieben. Für den Sandero TCe 100 Essential liegt noch keine aktuelle AUTO-BILD-Testnote vor.

Dacia Spring Electric 70 Essential – ab 16.900 Euro

Der Dacia Spring ist das günstigste vollelektrische Auto im deutschen Markt, leistet 52 kW (71 PS) und eignet sich besonders für den Stadtverkehr. Seine kompakten Abmessungen machen ihn äußerst wendig, auch die gute Übersichtlichkeit im Alltag gefällt. Nachteile sind eine einfache Innenraumanmutung und die geringe Schnellladeleistung. Eine aktuelle AUTO-BILD-Testnote für den Spring Electric 70 Essential liegt nicht vor.

Fiat 500 Hybrid 1.0 Firefly Pop – ab 19.990 Euro

Der Fiat 500 verbindet Retro-Charme mit moderner Mildhybrid-Technik (48 kW/65 PS) und eignet sich besonders für die Stadt. Zu den Stärken zählen eine gute Geräuschdämmung und der kleine Wendekreis. Von Nachteil sind der winzige Kofferraum sowie die geringe Durchzugskraft des Dreizylinders außerhalb des Stadtverkehrs. Eine aktuelle AUTO-BILD-Testnote für diese Variante liegt nicht vor.

Fiat Grande Panda 1.2 Turbo Pop eDCT – ab 19.990 Euro

Der Fiat Grande Panda (101 PS) interpretiert den klassischen Panda modern und glänzt mit markantem Design und großzügigem Raumangebot. Auf der ersten Fahrt bemängelten die Tester die fehlende Rückmeldung der Lenkung und die unharmonische Bremsanlage. Für die Verbrenner-Version des Fiat Grande Panda liegt noch kein vollständiger AUTO-BILD-Test vor. Der Grande Panda Elektro erhielt die Note 2,7.
Fiat Grande Panda Hybrid
Den "großen Panda" gibt es als Hybridmodell sowie mit Elektroantrieb.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Fiat Pandina 1.0 GSE Hybrid Pop – ab 16.490 Euro

Der Fiat Pandina ist ein praktischer Stadtwagen mit viel Platzangebot auf kleiner Fläche. Auch die einfache Bedienung wird gelobt. Nachteile sind die einfache Kunststoffqualität und die eher verhaltenen Fahrleistungen. Eine AUTO-BILD-Testnote für den aktuellen Pandina liegt nicht vor.

KGM Tivoli 1.5 GDI-T Nomad 2WD – ab 18.990 Euro

Der KGM Tivoli (früher SsangYong Tivoli) bietet ungewöhnlich viel Leistung für vergleichsweise wenig Geld. Dadurch stellt er eine interessante Alternative zu etablierten SUV dar. Die umfangreiche Serienausstattung ist zu diesem Preis ungewöhnlich. Der relativ hohe Verbrauch und die geringe Bekanntheit der Marke könnten Käufer jedoch abschrecken. Eine aktuelle AUTO-BILD-Testnote für den KGM Tivoli liegt nicht vor, der Vorgänger glänzte im AUTO BILD-Dauertest.

Kia Picanto 1.0 Core – ab 17.590 Euro

Der Kia Picanto ist ein klassischer Stadtwagen mit robuster Technik und überschaubaren Abmessungen. Seine kompakte Bauweise macht ihn besonders praktisch in engen Innenstädten. Auch die siebenjährige Garantie bieten nur wenige Hersteller. Von Nachteil sind die schwachen Fahrleistungen sowie das hohe Geräuschniveau auf der Autobahn. AUTO BILD vergab die Note 2,6 für den Kia Picanto 1.0 GDI.
Kia Picanto 1.0 GDI
Der Picanto ist das kleinste Modell des koreanischen Herstellers Kia, seit 2024 in der Facelift-Version.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD

Leapmotor T03 – ab 18.900 Euro

Der Leapmotor T03 gehört zu den günstigsten Elektroautos auf dem Markt. Besonders im Stadtverkehr spielt er seine Stärken aus. Zu den Vorteilen zählt die umfangreiche Serienausstattung. Die schwache Reichweite und das fehlende Apple CarPlay wurden im Test bemängelt. AUTO BILD vergab im Test die Note 3,3 für den Leapmotor T03.

MG MG3 1.5 – ab 17.990 Euro

Der MG3 mit 116-Benziner-PS profitiert von einer siebenjährigen Werksgarantie und einem niedrigen Verbrauch. Ausgiebig getestet wurde das Modell von AUTO BILD noch nicht.

Renault Clio TCe 115 Evolution – ab 19.900 Euro

Der Renault Clio gehört seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Kleinwagen Europas und präsentiert sich in der neuen Generation erneut modern und hochwertig. Vorteile sind das hochauflösende Display und das ansprechende Design. Nachteile sind die eingeschränkte Sicht nach hinten sowie die hohe Ladekante des Kofferraums. Eine AUTO BILD-Testnote für den Renault Clio liegt noch nicht vor, auf der ersten Fahrt konnte der Franzose mit geringem Verbrauch beeindrucken.

Renault Twingo E-Tech Electric Evolution – ab 19.990 Euro

Der Renault Twingo E-Tech ist ein cleverer Stadtstromer mit Heckantrieb und extrem kleinem Wendekreis. Trotz kompakter Außenmaße überrascht er mit einem guten Raumgefühl im Innenraum. Von Nachteil sind die begrenzte Reichweite und der kleine Kofferraum. In einem älteren AUTO-BILD-Elektrovergleich ließ der Renault Twingo Electric die Konkurrenten Dacia Spring und Fiat 500 Elektro hinter sich.
Renault Twingo E-Tech 80 Urban Range
Der elektrische Twingo versprüht optisch den Charme seines Vorgängers aus den 1990er-Jahren.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

SEAT Ibiza 1.0 MPI – ab 19.910 Euro

Der Seat Ibiza verbindet sportliche Optik mit viel Platz und ausgereifter VW-Konzerntechnik. Damit eignet er sich auch für längere Fahrten, die ausgewogenen Fahreigenschaften werden gelobt. Nachteile sind die eingeschränkte Kopffreiheit im Fond sowie bekannte Probleme mit Stoßdämpfern bei älteren Exemplaren. Für den aktuellen Seat Ibiza 1.0 MPI liegt noch keine eigenständige AUTO BILD-Testnote vor.

Fazit

von Raphael Schuderer
Immer weniger günstige Neuwagen auf dem Markt – das ist eine unangenehme Entwicklung für Menschen, die auf bezahlbare Mobilität angewiesen sind. Klar, die Autos werden komfortabler und durch Fahrassistenzsysteme hoffentlich auch sicherer. Dazu gibt es mittlerweile auch bezahlbare Elektroautos unter 20.000 Euro, wenn auch eher für die Stadt. Wer günstig von A nach B kommen will, sollte sich in Zukunft wohl trotzdem lieber auf dem Gebrauchtwagenmarkt umsehen.