Chevrolet Bolt EV: Langzeittest
Ampera-e-Bruder im 1000-km-Test
Neue E-Autos bis 2029 im Überblick
1000 Kilometer im Opel Ampera-e? In Deutschland kaum möglich, in den USA kein Problem: Der Plattform-Bruder Chevrolet Bolt im ersten Stresstest!
- Boris Pieritz
"Aufgrund der hohen Nachfrage können wir zurzeit keine weiteren Reservierungen entgegennehmen." Mit diesen Zeilen beginnt die Internet-Bestellseite des neuen Opel Ampera-e, dem Gewinner des Goldenen Lenkrads 2017 von AUTO BILD bei den Klein- und Kompaktwagen. Hatten zum Launch des Fahrzeuges noch einige Journalisten die Möglichkeit, den neuen Stromer aus Rüsselsheim kurz zu testen, kommt man in Deutschland als "Normalo" kaum an den Elektro-Opel ran. Nicht mal für die schnelle Probefahrt um den Block. Gerade mal rund 120 Autos hat Opel bislang in Deutschland ausgeliefert (Chevrolet verkauft vom Bolt aktuell knapp 5000 Fahrzeuge pro Monat). Frustrierend! Für Opel und die Kunden. Denn Interesse und Nachfrage sind riesig.
AUTO BILD will dennoch wissen, wie das Fahrzeug auf längeren Strecken und bei dauerhafter Benutzung abschneidet, und hat sich den Ampera-e-Bruder Chevrolet Bolt EV für eine Woche in Kalifornien ausgeliehen. Knapp 1000 Kilometer haben wir das Elektroauto durch die Wüste, über Berge, entlang von Stränden und durch Hochhaus-Schluchten gejagt. Neben dem Fahrverhalten des Autos ebenfalls auf dem Prüfstand: die aktuelle Infrastruktur für Elektroautos in den USA. Also die Frage, wie leicht oder schwer man Aufladestationen findet.
Der Bolt (Blitz) macht seinem Namen alle Ehre
Der kleine, auf den ersten Blick recht ungelenk wirkende Bolt (L/B/H: 4166/1765/1596 mm, damit etwas länger als ein Polo, aber kürzer als ein Golf) überzeugt vom ersten Gasstoß an. 210 PS Systemleistung und 360 Newtonmeter Drehmoment in diesem Fahrzeugsegment, das ist eine Ansage. Es macht große Freude, sich auf den riesigen US-Highways an all die monströsen V8-Pick-ups und SUVs still und leise heranzuschleichen und sie dank des sofort anstehenden Drehmoments (übers komplette Drehzahbland!) und deutlich weniger Gewichts mit superschnellen Überholmanövern rechts liegen zu lassen. Auch auf den kurvigen, steilen Straßen durch den Joshua Tree National Park, wo alle anderen Autos unter der Last keuchen, brummen und fauchen, mäandert der Bolt flüsterleise dahin. Das ist schon eine tolle Art, zu reisen.
Video: Chevrolet Bolt (2017)
1000 km Stresstest
Blinde Flecken ohne Ladestationen

Das Netz an Ladestationen ist außerhalb von Großstädten noch ziemlich löchrig.
Bild: Werk
Gute Raumausnutzung im amerikanischen Stromer

Im Innenraum des Stromers geht es luftig zu.
Bild: Werk
Der kleine Chevrolet Bolt hat unseren Langzeittest mit Bravour bestanden. Das Auto wirkt ausgereift und zuverlässig. Besonders Spaß macht der Bolt in der Stadt, aber auch längere Fahrten sind für das Auto kein Problem. Jedoch muss in den USA mittelfristig, genau wie in Deutschland, infrastrukturell noch einiges passieren. Ziel sollte es sein, dass an jeder Tankstelle, an der man fröhlich sein Diesel oder Benzin tanken kann, auch diverse Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung stehen. Solange dies nicht der Fall ist, wird eine längere Reise zum Wagnis.
Fazit
Liebe Opel-Fans und Elektromobilität-Enthusiasten. Sollte der Ampera-e es tatsächlich noch schaffen, eines Tages en masse in die Showrooms der deutschen Händler zu rollen, dann könnt ihr euch auf einen sparsamen, sportlichen, agilen und modernen Kompaktwagen freuen, der auch in Sachen Info- und Entertainment bestens gerüstet ist. Und das auch auf der Langstrecke, nicht nur bei der kurzen Fahrt um den Block. Also bitte, liebe Opelaner: Macht den Ampera-e in Deutschland ganz schnell massentauglich. Der kleine, geräumige Elektro-Zwerg macht viel Spaß!
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