VW und BMW bauen E-Auto-Ladenetz

Reichweite von E-Autos

Ladestationen: FastCharge von Porsche und BMW

Drei Minuten laden für 100 Kilometer

Mit dem Schnelllade-Projekt "FastCharge" für E-Autos weisen Porsche und BMW den Weg: Drei Minuten Ladezeit für 100 Kilometer sind angepeilt – und werden erreicht.
"Das Laden von Elektroautos könnte bald fast so schnell gehen wie heute das Betanken mit Kraftstoff." Diese selbstbewusste Prognose stammt von Porsche – und zwar aus einem Zwischenbericht des Projekts FastCharge ("Schnellladen"). Der Grund für diesen Optimismus steht auf einem unscheinbaren Autohof im schwäbischen Jettingen-Scheppach, nahe der A8 zwischen Augsburg und Ulm: eine Ultra-Schnellladesäule mit einer Leistung von bis zu 450 kW. Zwei Elektro-Forschungsfahrzeuge demonstrierten am Stations-Prototyp, dass Ladezeiten von drei Minuten für die ersten 100 Kilometer Reichweite und 15 Minuten für einen vollen Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent (State of Charge/SOC) praktisch möglich sind. Das wäre eine vielfach schnellere Aufladung als bei derzeit existierenden DC-Schnellladern. Damit würde die Lösung eines der drei großen E-Auto-Hemmnisse näherrücken: die lange Ladezeit. Die anderen beiden Hürden lauten: zu teuer, zu wenige Ladestationen.

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Forschungsfahrzeuge empfänglich gemacht

Der umgebaute Porsche Panamera erreicht eine Ladeleistung von bis zu 400 kW.

Noch sind es Forschungsfahrzeuge, die für eine solch hohe Ladeintensität empfänglich gemacht wurden. Bei den Demo-Stromern handelte es sich um einen umgebauten Porsche Panamera ohne Straßenzulassung und einen ebenfalls modifizierten BMW i3 mit Hochvoltbatterie. Der Panamera mit einer Netto-Batteriekapazität von knapp 90 kWh erreichte unter besonderer Kühlung eine Ladeleistung von über 400 kW und damit eine Ladezeit von weniger als drei Minuten für die ersten 100 Kilometer Reichweite.

Ladesystem von Siemens entwickelt

BMW ist federführend beim FastCharge-Projekt, das 2016 ins Leben gerufen wurde und das mit 7,8 Millionen Euro Bundesmitteln gefördert wird. Das Ladesystem wurde von Siemens entwickelt und nutzt den weitverbreiteten CCS-Stecker (CCS = Combined Charging System) der Typ-2-Variante. Es ist geeignet für Batteriesysteme sowohl mit 400 Volt als auch mit 800 Volt. Das Säulendesign kommt von Betreiber Allgo, die Ladetechnik von Phoenix Contact E-Mobility. FastCharge kann mit einer Spannung von bis zu 920 Volt arbeiten, ist aber abwärtskompatibel – das heißt, es passt sich der maximalen Ladeleistung des angeschlossenen Elektroautos an. Da mehrere Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden können, eignet es sich nach BMW-Angaben beispielsweise auch für Flottenlösungen und wie in Jettingen-Scheppach für den Einsatz an Autobahnen.
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