Porsche 911 R (2016): Fahrbericht

Porsche 911 R (2016): Fahrbericht

— 08.06.2016

Leicht, bissig, handgerissen

Porsche hat die Fans erhrt: Der 911 R kombiniert den 500 PS-Sauger aus dem GT3 RS mit einer Handschaltung. Fahrbericht im Puristen-Elfer.

Porsche 911 R alleine die Eckdaten sind zum Niederknien: 500 PS, 4,0-Liter-Sauger, 1370 Kilo fahrfertig (70 kg weniger als im GT3 RS) und Trommelwirbel! Handschaltung. Gtiger, endlich hat Porsche die Puristen erhrt und kombiniert den mchtigen GT3 RS-Motor mit einem manuellen Getriebe. Zum ersten Mal seit dem seligen 997 GT3 RS 4.0. Ich hebe mir das bliche Wie-sieht-er-aus-Kapitel fr spter auf und drehe den Schlssel mit links nach rechts.
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Porsche pur

Sonorer Boxer-Sound umhllt mich. Die fehlende Rcksitzbank macht den Resonanzraum hinter den schicken Pepitamuster-Carbon-Sitzen zum Mini-Konzertsaal. Noch bevor ich den ersten Gang einlege, drcke ich den Knopf, der den Klappenauspuff auf Durchzug stellt. Das typische Elfer-Sgen kommt noch eine Note kerniger rber. Mein linker Fu drckt die Kupplung erstaunlich leichtgngig fr einen derart potenten Handschalter. Meine rechte Hand schiebt den kleinen Schalthebel mit sanftem Druck nach oben links und los geht die Fahrt im vielleicht begehrenswertesten Porsche seit dem Carrera GT. Das Dahinflieen im Stadtverkehr zeigt, dass der 911 R dem Fahrer langsames Tempo nicht belnimmt. Die Gasannahmen ist przise, shmig und so herrlich spontan, wie es nur ein Sauger kann. Die Nadel des grn beleuchteten Tachos zuckt ber die Skalen. Das gut dressierte 500-PS-Biest im Heck luft zu Hochform auf. Jubelnd dreht sich das Kraftwerk in Extase! Erst bei 8500 haben die Entwickler den Riegel vorgeschoben obwohl der Motor nach immer mehr Drehzahl zu gieren scheint. Und stets habe ich das Gefhl, dass der rechte Fu ohne Umwege die Drosselklappe bettigt. Keine Filter, keine Gimmicks.
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Sauschnell aber nicht brutal

Platz fr Luxus ist im 911 R nicht. Die Sitzflchen sind mit klassischem Pepita-Stoff bezogen.

Es wird kurvig. Der 911 R glnzt mit agilem Handling und einer Lenkung, durch die Vorderrder, Hnde und Hirn zu einer Einheit werden. Suchtpotenzial? Maximalpunktzahl. Von der mitlenkenden Hinterachse (wie im GT3 RS, aber neu abgestimmt) merke ich nur, dass sich der 911 R enorm handlich anfhlt. Egal, welches Tempo anliegt. Und auch wenn er seine gewaltige Kraft auf der Autobahn am besten und fhrerscheinfreundlichsten ausspielen kann, sind die Landstraen sein Revier. Dabei ist er keine knallharte Rennsau, sondern ein echtes Genussauto. Das modifizierte Fahrwerk aus dem GT3 schluckt das Grbste weg, poltert trotz der 20-Zller nicht rum und passt zum klassisch-unaufflligen Charakter des R. Straff und sportlich? Ja. Brutal? Nein. Der 911 R ist laut, aber nicht obszn, kaum jemand schaut ihm lnger hinterher als einem normalen Elfer. Er ist inkognito und explodiert blitzschnell, wenn's sein muss.

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Daran erkennen Sie den R-Elfer

Fr Mechanik-Fans: Mit dem optionalen Einmassenschwungrad rasselt der 911 R im Leerlauf.

Gut, und woran erkenne ich ihn denn jetzt, den 911 R? Na klar, zunchst mal an den Felgen und der serienmigen Keramikbremsanlage dahinter. Die Schrze im GT3-Stil zhlt auch zu den Indikatoren, genauso wie das Magnesiumdach mit der mittigen Aussparung; das hat sonst auch nur der GT3 RS. Am Heck bleibt es hnlich dezent: Die zentral mndende Doppelauspuffanlage (mit Titanendrohren!) und der schnrkellose Schriftzug weisen den puristischen 911 aus. Keine Spoiler, kein Tamtam. Genau wie im Innenraum. Das Lenkrad hat keine Tasten. Wozu auch? Navi und Infotainment gibt's eh nicht. Hier wird gefahren und nicht geswipet! Klimaanlage? Nada, nix, niente. Dafr schaut der Beifahrer auf eine Plakette mit Seriennummer und 911 R-Logo.
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Bitte nicht wegstellen!

Gut 190.000 Euro kostet der 911 R oder besser gesagt: Hat er gekostet. Denn alle 991 Exemplare sind lngst verkauft. Schon jetzt wird der Puristen-Porsche fr das Vielfache des Kaufpreises gehandelt und entschwindet in unfinanzierbare Regionen. Trotzdem schn zu wissen, dass Porsche die Fans erhrt hat, und vom sgenden Sound haben alle was. Also bitte, ihr Glcklichen, die einen ergattert haben, nutzt euren 911 R! Porsche hat ihn schlielich als Fahrmaschine konstruiert und nicht als Fond auf vier Rdern! Ihn nur wegzustellen und in drei Jahren fr das x-fache zu verkaufen, wre eine automobile Todsnde.
Peter R. Fischer

Peter R. Fischer

Fazit

Der 911R ist genau die Fahrmaschine, die sich Puristen so lange gewnscht haben. Agil, gierig und immer bereit, ein mechanisches Feuerwerk zu znden. Dieser Elfer ist das Highlight der Baureihe.

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