CO2-Grenzwerte der EU
Ringen um jedes Gramm

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Die EU soll für Neuwagenflotten eine Vorgabe von durchschnittlich 75 Gramm CO2 im Jahr 2030 planen. Der VDA warnt erneut vor zu strengen Vorgaben, Experten sehen das anders.
Bis 2030 sollen die Neuwagenflotten der Autobauer im Schnitt höchstens 75 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. Das entspricht einem Verbrauch von 2,8 Liter Diesel. Hintergrund: Die EU hat sich das Ziel gesetzt, ihren CO2-Ausstoß bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu senken. Die EU-Kommission habe daraus bereits neue Vorgaben für die Autoindustrie abgeleitet, berichtet die "Wirtschaftswoche".
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Ein Insider, der mit den Vorgängen in Brüssel vertraut ist, erklärte gegenüber AUTO BILD, der Wert sei vermutlich aus industriefreundlichen Kreisen der Kommission oder von der Autoindustrie selbst ins Spiel gebracht worden. Denn: Das EU-Parlament hatte 2013 bei der Festlegung des Ziels für 2020 von 95 Gramm eine noch schärfere Vorgabe für die Zukunft bestimmt. Sie sah einen CO2-Zielwert zwischen 68 und 78 Gramm vor – und das schon 2025. Der Passus schaffte es letztlich zwar nicht ins Gesetz. Er diene in maßgeblichen Teilen der EU-Kommission aber weiter als Richtwert, so der Insider.Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wollte sich nicht zu konkreten Grenzwerten äußern. Neue CO2-Ziele dürften "nicht voreilig festgelegt werden", warnte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Einsparpotenziale von 15 bis 20 Prozent sieht Branchenkenner Stefan Bratzel (CAM) bei konventionellen Antrieben. Für eine 75-Gramm-Vorgabe, so Bratzel, sei eine "massive Elektrifizierung" nötig. Peter Mock vom Forschungsinstitut International Council on Clean Transportation (ICCT) hält den diskutierten Wert hingegen für "erstaunlich hoch und nicht nachvollziehbar". Ein Ziel von 75 Gramm bis 2030, so Mock, wäre nur die Hälfte dessen, was der jährliche Fortschritt derzeit leisten könne.
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