Das wichtigste Kriterium beim Gebrauchtwagen-Kauf ist (natürlich): Man möchte möglichst lange damit fahren können. Bei Elektroautos entscheidet vor allem der Akku über die Zukunftstauglichkeit. Ist die Restkapazität hoch, steht vielen weiteren Jahren auf der Straße nichts im Weg.
Dazu muss die Degradationsrate maximal gering sein. Das heißt, die Traktionsbatterie sollte möglichst viele Ladezyklen verkraften, ohne spürbar an Kapazität zu verlieren.
Nur: Welche Elektroautos haben die besten Akkus? Bisher gab es dazu keine Daten. Doch inzwischen sind so viele gebrauchte Elektroautos auf dem Markt, dass Erfahrungswerte zur Haltbarkeit ihrer Batterien auf Modellebene vorliegen.
Erstmals hat das kürzlich der österreichische Dienstleister Aviloo für 20 besonders populäre Modelle über verschiedene Laufleistungen ermittelt. Quelle waren mehr als 500.000 Akku-Checks, "Flashtest" genannt, die routinemäßig vom Autohandel (und inzwischen für Endkunden auch beim TÜV Süd) durchgeführt werden.

Hyundai und Mercedes auf Medaillenrang

Die besten Akkus haben durch die Bank Produkte von Hyundai: Sowohl der Hyundai Ioniq 5 als auch der kleinere Hyundai Kona EV, beides SUV-Modelle, haben offenbar äußerst haltbare Energiespeicher an Bord. Die besten Exemplare sind nach 50.000 Kilometern mit knapp 99 Prozent SoH (State of Health) noch nahezu neuwertig. Im Mittel liegt die Degradation bei weniger als fünf Prozent.
Hyundai Ioniq 5 2WD
Platz 1 bei der Akku-Qualität: Hyundai Ioniq 5 (durchschnittlich 97,13 Prozent SoH nach 50.000 km).
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
An zweiter Stelle steht der einzige Mercedes im Ranking, das Kompakt-SUV EQA. Selbst nach 50.000 Kilometern stehen beim EQA bestenfalls noch 98,87 Prozent der ursprünglichen Akku-Kapazität bereit. Durchschnittlich ist die Speicherleistung auf 96,56 Prozent gesunken.
Mercedes EQA 250+
Platz 2 bei der Akku-Qualität: Mercedes-Benz EQA (durchschnittlich 96,56 Prozent SoH nach 50.000 km).
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Qualität liegt viel höher als erwartet

Es folgen mit geringem Abstand viele weitere Modelle, die meisten bewegen sich um 95 Prozent.

Die besten E-Auto-Akkus nach 50.000 km Laufleistung

Die besten E-Auto-Akkus nach 50.000 km Laufleistung
1.
Hyundai Ioniq 5
97,13 Prozent
2.
Mercedes EQA
96,56 Prozent
3.
Hyundai Kona EV
96,27 Prozent
4.
Audi Q8 e-tron
95,71 Prozent
5.
BMW i4
95,6 Prozent
6.
Volkswagen ID.4
95,24 Prozent
7.
Volvo XC40 Recharge
95,15 Prozent
8.
Skoda Enyaq
95,14 Prozent
9.
Ford Mustang Mach-E
95,09 Prozent
10.
Audi Q4 e-tron
95,04 Prozent
11.
Polestar 2
94,96 Prozent
12.
Cupra Bordn
94,76 Prozent
13.
Volkswagen ID.3
94,57 Prozent
14.
Tesla Model 3
94,42 Prozent
15.
Peugeot e-208
94,15 Prozent
16.
Opel Corsa-e
94,14 Prozent
17.
Mini Cooper SE
94,11 Prozent
18.
Tesla Model 3
93,77 Prozent
19.
Renault Zoe
91,64 Prozent
20.
Nissan Leaf ZE1
91,23 Prozent
Die Auswertung liefert eine klare Botschaft: Wirklich schlechte Akkus sucht man markenübergreifend vergeblich. Sämtliche der mobilen Stromspeicher sind weitaus haltbarer, als selbst die vorsichtigsten Hersteller noch vor Jahren kalkuliert haben.
Das zeigt sich auch daran, dass selbst bei einer Laufleistung von 150.000 Kilometern, für die Aviloo die Restkapazität bestimmte, noch eine durchschnittliche Batteriegesundheit – in der Fachwelt State of Health (SoH) genannt – von 94,47 Prozent (über alle 20 Modelle) vorliegt.
Hyundai Kona Elektro 150 kW
Platz 3 bei der Akku-Qualität: Hyundai Kona EV (durchschnittlich 96,27 Prozent SoH nach 50.000 km).
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Denn bisher versichern die meisten Hersteller: Sofern bei 160.000 Kilometern (oder acht Jahren Nutzung) weniger als 70 Prozent SoH messbar sind, wird der Akku erneuert. Diese Gefahr scheint in der Praxis äußerst unwahrscheinlich.

Kleine Akkus automatisch im Nachteil

Für die Aussagekraft der Daten gilt eine Einschränkung: Größere Akkus sind bei dieser Sichtweise stets im Vorteil. Aus dem einfachen Grund, dass bei höherer Kapazität automatisch weniger Ladezyklen anfallen. Das benachteiligt Elektroautos mit kleinem Akku – wie zum Beispiel den bis 2024 gebauten Renault Zoe, dessen Batterie maximal 52 kWh hat.
Renault Zoe R110 Z.E. 40
Kleine Akkus benachteiligen Autos wie den Renault Zoe: Platz 19 mit durchschnittlich 91,64 Prozent SoH nach 50.000 km.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Folgerichtig liegt der Zoe bei der Aviloo-Untersuchung auf dem vorletzten Platz (19), denn im Mittel haben seine Akkus nach 50.000 Kilometern nur noch eine SoH von 91,64 Prozent. Allerdings: Für sich gesehen, ist auch das ein hervorragender Wert. Einen noch geringeren Durchschnitts-SoH ermittelte Aviloo beim Nissan Leaf ZE1 (2018 bis 2025), dessen Akku ebenfalls vergleichsweise klein ausfällt.
Überraschend: Obwohl die beiden Volumenmodelle Tesla Model 3 und Model Y vergleichsweise große Akkus erhielten, liegen sie in der Auswertung auf den hinteren Plätzen.
Tesla Model 3
Obwohl der Tesla Model 3 seit dem Marktstart mit vergleichsweise großen Akkus ausgestattet wird, liegt er bei der Batteriegesundheit relativ weit hinten: durchschnittlich 93,77 Prozent SoH bei 50.000 km.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD

Chinesische Elektroautos "noch zu neu"

Entsprechend sollte beim Kauf ein möglichst großer Akku in Betrachtung gezogen werden, da bei ihm eine lang währende Batteriegesundheit sozusagen angeboren ist. Diese Vorgehensweise wird übrigens auch empfohlen, um beim Kauf eines neuen Elektroautos einen möglichst hohen Restwert zu erzielen.

Die besten Wallboxen

Charger Pro 2 22 kW + 7,5m Kabel
Autobild LogoTestsieger
Externe Verlinkung
1.
Elli
Charger Pro 2 22 kW
1,4
sehr gut
Go 22KW 4G (ZM000733)Externe Verlinkung
2.
Zaptec
Go 22 kW 4G
1,4
sehr gut
Externe Verlinkung
3.
go-e
Charger Gemini 2.0 22kW
1,5
gut
ABL Pulsar Solar Bundle (100000497)Externe Verlinkung
4.
wallbox
ABL Pulsar 22 kW
1,5
gut
Amtron 4You C2 510Externe Verlinkung
5.
Mennekes
Amtron 4You C2 510 11 kW
1,6
gut
KeContact P40Externe Verlinkung
6.
Keba
KeContact P40 11 kW
1,7
gut
Connect Solar 11kW 7,5m (00.779.3057)Externe Verlinkung
7.
Heidelberg Amperfied
Connect Solar 11 kW
2,0
gut
Komplette Liste: Die besten Wallboxen
Wie ist Aviloo bei der Auswahl seiner untersuchten Gruppe vorgegangen? "Wir haben die populärsten Modelle anhand der Zahl unserer Datensätze bestimmt", sagt ein Aviloo-Sprecher. Das erklärt, warum chinesische Produkte fehlen: "Sie sind noch zu neu." Das werde sich beim nächsten Aviloo EV Battery Report voraussichtlich ändern.

Fazit

Noch glaubt eine große Mehrheit der Deutschen, dass Akkus von Elektroautos für eine geringere Haltbarkeit gegenüber Verbrennern sorgen. Diese Einschätzung kann als widerlegt gelten, das zeigt – ganz nebenbei – die Aviloo-Untersuchung. Doch vor allem gibt sie hilfreiche Hinweise beim Autokauf.