Frauen in der Formel 1: Alle Rennfahrerinnen

Frauen in der Formel 1

5 Frauen in 1000 Grands Prix

Die Formel 1 feiert am Wochenende das 1000. Rennen. Bisher waren erst fünf Frauen am Start. Wir erzählen ihre Geschichte.
Exotisch sind Rennfahrerinnen heute nicht mehr. Acht Pilotinnen gab es in der DTM-Geschichte, elf in der IndyCar – aber nur fünf in der Formel 1. Tatiana Calderón ist bei Alfa Romeo immerhin als Testfahrerin angestellt.
Inzwischen ist es 27 Jahre her, als zum letzten Mal eine Frau in der Formel 1 an den Start ging. „Neben Nigel Mansell und Ayrton Senna Autorennen zu fahren, ist ein Geschenk für mich“, sagte Giovanna Amati vor ihrem Debüt 1992. „Wo ich wirklich stehe, weiß ich selber noch nicht.“ Die Antwort: Sie qualifizierte sich im Brabham-Judd für keines der drei Rennen! Natürlich war Brabham ein Hinterbänklerteam, das nach der Saison auch aus der Formel 1 verschwunden ist. Aber auch auf ihren Teamkollegen Eric van der Poele fehlten ihr zwischen drei und fünf Sekunden.

Frauen in der Formel 1: Alle Rennfahrerinnen

„Ist sie wenigstens hübsch oder ein Muskelweib?“, fragte Niki Lauda damals. Die Yellow Press berichtete, er habe sich danach genauer von der Schönheit der temperamentvollen Italienerin überzeugt. Auch ein Techtelmechtel mit dem damaligen Benetton-Teamchef Flavio Briatore wird ihr nachgesagt. Sie bekam sogar eine F1-Testfahrt im Benetton-Ford. Überliefert ist nur die vierjährige Beziehung mit Ex-Formel-1-Fahrer Luis Pérez-Sala. Amati: „Danach war ich mit einem bürgerlichen Typen zusammen. Aber das war nichts für mich – ich hasse Küche und Staubsauger.“

Fangio sorgte sich um De Filippis

Amati kam aus einem wohlhabenden Elternhaus. Ihrem Vater gehörte eine Kinokette. Schon mit zwölf Jahren wurde sie entführt, ihr Vater kaufte sie mit einer hohen Lösegeldsumme frei.
Auch zwei der vier weiteren Formel-1-Rennfahrerinnen kommen aus Italien. Wie die allererste: Maria Teresa de Filippis. Ihr Bruder Luigi war 1950 schon bei einem Nicht-WM-Rennen in der Formel 1 unterwegs, schaffte aber nie den Durchbruch. Da war Maria noch dem Pferdesport verschrieben, aber bald sattelte sie um. 1954 wurde sie schon italienische Sportwagenmeisterin, 1958 stieg sie mit einem Maserati 250F in die Formel 1 ein.

Die Formel-1-Weltmeister-Frauen

Frauen in der Formel 1 sind äußerst selten

Plötzlich fuhr eine Frau in der Machowelt des Motorsports. Es war das Jahr, in dem beispielsweise in Deutschland erstmals Frauen den Führerschein ohne die Zustimmung ihres Mannes machen durften. Der Organisator des Frankreich-GP ließ sie gar nicht starten. Sie erinnert sich: „Er sagte, der einzige Helm, den eine Frau tragen sollte, ist der beim Friseur.“
Aber es gab auch Gentleman – wie Juan Manuel Fangio. „Er machte sich Sorgen, weil ich zu viel Risiko einging“, sagt sie. Ihr bestes Resultat: Rang zehn beim GP von Belgien. Aber im Quali war sie 40 Sekunden langsamer als Pole-Mann Tony Brooks! 1959 hing sie ihren Helm an den Nagel.

Formel 1: Fahrer-Frauen - Die besseren Hälften der F1-Stars

Die einzige Frau, die auch einen (halben) WM-Punkt erzielen konnte, war Lella Lombardi im Abbruchsrennen von Spanien 1975 (Platz sechs). Insgesamt bestritt sie zwölf WM-Rennen für March, Williams und RAM in den Jahren 1975 und 1976.
Die anderen beiden Formel-1-Frauen: Divina Galica, eine englische Ski-Rennfahrerin (zwei Podiumsplatzierungen bei Olympia). Erst mit 28 stieg sie in den Rennsport ein, 1978 konnte sie sich bei zwei Versuchen im Hesketh-Ford nicht für ein WM-Rennen qualifizieren. Desiré Wilson gewann mit einem Formel-1-Wagen sogar ein Rennen: Am 7. April 1980 legte sie in der britischen F1-Meisterschaft in einem Wolf-Ford einen beeindruckenden Start-Ziel-Sieg in Brands Hatch hin. In der WM hatte sie keinen Erfolg. Die Südafrikanerin hat 135 verschiedene Rennautos bewegt, fuhr auch in Le Mans und beim Indy 500
Alle bisherigen Teile der Serie zum 1000. WM-Rennen:
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17) Die Regenrennen in der Formel 1: Hier klicken
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Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture Alliance

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