Citroën C3 (2016): Fahrbericht

Citroën C3 (2016): Fahreindrücke und Sitzprobe

— 10.10.2016

Der C3 setzt auf Komfort

Citroën schickt den C3 in die dritte Runde. Der Kleinwagen bekommt einen völlig neuen Look und setzt wieder auf Komfort. Fahrbericht!

Da ist nicht mehr viel übrig. Citroën spendiert dem C3 einen komplett neuen Look. Die dritte Generation des Kleinwagens soll laut Citroën eigene Wege gehen und stärker auf Komfort setzen. Auch innen hat sich im Viermeter-City-Flitzer einiges getan.
Alles Wissenswerte zum neuen Citroën C3

Citroën zeigt mit dem C3, dass man wieder pfiffige Autos bauen will.

Beim C3 entdeckten Citroën-Ingenieure den Komfort als eine französische Tugend wieder. Über Landstraßen chauffiert gefällt das Fahrwerk mit seiner sanften Note. Nun ist es nämlich so abgestimmt, dass der kleine C3 überraschend elegant federt. Er gibt nicht gleich jede Unebenheit an die Insassen weiter, schaukelt angenehm gemütlich durch die Landschaft. So lässt es sich fahren, oder besser leben. Er belästigt nicht mit sportlichen Ambitionen. Sollte der Fahrer es trotzdem einmal versuchen, seinen kleinen Citroën ums Eck zu scheuchen, erntet er eine üppige Seitenneigung, rutscht im Sitz herum und entdeckt, dass die Servolenkung zwar leichtgängig aber gefühllos um die Ecken stochert. Dabei könnte er durchaus flott. Der Dreizylinder-Benziner leistet 110 PS, brummt kernig und beschleunigt den C3 flott. Ab 3000 Umdrehungen werden die Insassen sogar ein wenig in ihre Kuschelpolster gedrückt. Komfortabel heißt aber auch, dass sich der C3 leicht fährt. Kupplung, Bremse, Schaltung, alles braucht nur wenig Muskelkraft. In der Stadt eine Wohltat. Er lässt sich quasi mit dem kleinen Finger durch Straßen und Gassen lenken, dank der übersichtlichen Karosserien millimetergenau in die Parklücke zirkeln und wieder hinaus.

Der Citroën C3 ist ein Fashionista

Bunt: Die knallige Zweifarblackierung macht den C3 zum Lifestyle-Mobil.

Und die Optik? Frisch sieht er aus, der neue C3. Designtechnisch bedient er sich beim C4 Cactus: Die Scheinwerfer sind von den LED-Tagfahrlichtern getrennt, der angedeutete Grill lächelt verschmitzt. Scharfe Kanten sucht man vergeblich, aber ins Kindchenschema will sich der C3 auch nicht pressen lassen. Im Profil fallen die vom Cactus bekannten Airbumps in den Türen auf – in der Basisversion kommt der C3 ohne die Schützer, und auch die Plastikradläufe sind am einfachsten C3 nicht verbaut. Das rundlich nach oben gewölbte Dach des Vorgängers gehört der Vergangenheit an, die Designer haben die Dachlinie um vier Zentimeter nach unten verlegt. Das Ergebnis: Eine erwachsenere Optik. Am Heck leuchten die Lampen mit angesagtem 3D-Effekt. Insgesamt wirkt die Formensprache ausgereifter, frischer und weniger klobig als beim Cactus. Dazu kommt die Zweifarblackierung, die den Citroën zu einem kleinen Fashionista im Stile eines Mini oder Fiat 500 machen.
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Kaum noch Knöpfe

Alles nur Show & Shine? Oder kann der Innenraum da mithalten? Nehmen wir mal ein bisschen vorweg: Ja – mit leichten Abzügen in der B-Note. Denn das Cockpit macht einen modernen Eindruck: Klassische Knöpfe gibt es nur wenige. Wie bei Autos aus dem PSA-Konzern mittlerweile gewohnt, kontrolliert man per Touchscreen (sieben Zoll) nicht nur das Infotainment, sondern auch gleich die Klimatisierung. Das reduziert die Drücker auf ein Mindestmaß und macht den Armaturenträger rank und schlank – das gefällt. Die Luftausströmer nehmen das Designthema des abgerundeten Vierecks auf, für eine freundliche Optik sorgt die horizontale Spange, die quer durchs Cockpit läuft. Bei unserem Fotoexemplar verteilt die Innenausstattungslinie "Urban Red" rote Farbtupfer im Innenraum. Schick.

Hartes Plastik und Platz für vier

Auf dem Redakteursfoto im Fond scheuern die Knie bei 1,95 m Körpergröße am Vordersitz – der hat sich aber keine einzige Raste bewegt.

Aber, aber! Der Klopftest fällt zumindest am oberen Teil des Cockpits und an den Türinnenseiten enttäuschend aus. Das Plastik ist hart. Das geht besser. Gut ist dafür das Raumgefühl im C3. Vorne wie hinten fühlen sich auch große Menschen wohl. Vier Erwachsene kommen im C3 gut klar – trotz tiefergelegtem Dach. Keinerlei Neuigkeiten dagegen beim Kofferraum. 300 Liter reichen fürs Nötigste und entsprechen exakt dem Vorgänger. Beim Einpacken stößt man schnell ans fesche Blechkleid, weil die Ladekante doch etwas hoch geraten ist. Modische Klamotten müssen nicht zwangsläufig praktisch sein.

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Der Preis wird wohl um 14.000 Euro liegen

Und der Preis? Der gefahrene Topbenziner Citroen C3 Pure Tech 110 Shine kostet mindestens 17.990 Euro. Wer es gerne etwas schlichter mag: Den Pure Tech 68 Live mit 68 PS Dreizylinder-Benziner gibt es schon ab 11.990 Euro.

Schon ab 5000 Euro: die zweite C3-Generation

Gebrauchte C3 dürften mit der Neuauflage günstiger werden. Die zweite Generation startet derzeit bei 5000 Euro.

Der Modellwechsel dürfte die Gebrauchten der zweiten C3-Generation noch etwas günstiger werden lassen (2009 bis 2016; Facelift: 2013). Gepflegte Exemplare, die noch nicht mehr als 50.000 Kilometer auf der Uhr haben, stehen bereits ab 5000 Euro bei den Händlern. Die Gebrauchtwagenpreise für die erste Generation des kugeligen Franzosen (2002 bis 2009; Facelift: 2005) beginnen für Autos unter 100.000 Kilometern bei rund 1900 Euro. Interessenten sollten bei beiden Modellreihen auf die Beleuchtungsanlage, Achsfedern und Dämpfer sowie Ölverlust an Motor und Antrieb achten. An diesen Bauteilen schwächelt der C3 laut TÜV-Report 2016 gerne mal.
Peter R. Fischer

Peter R. Fischer

Fazit

Mit dem C3 hat Citroën beim Thema Kleinwagen die ausgetretenen Pfade verlassen. Herausgekommen ist ein sympathisches kleines Auto für vier mit eigenständigem Design, dessen Design mir persönlich wesentlich stimmiger und eleganter vorkommt als beim Cactus. Ob man die Individualisierungsoptionen braucht, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen.

Autoren: Peter R. Fischer, Andreas Borchmann

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