Neue E-Autos und Plug-ins (2019 bis 2024)

Kia Niro PHEV Technik-Facelift (2019): Test, Fahren, Reichweite

Aufgefrischter Plug-in-Niro im Test!

Kia hat den Niro Plug-in-Hybrid unter anderem mit neuen Assistenten und einem Digital-Cockpit aufgefrischt. AUTO BILD ist ihn gefahren und hat alle Infos!
Wenn man den Wählhebel des Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebes in den Sport-Modus schiebt, beginnt das Spektakel: Zwei halbkreisförmige Feuerstrahlen schießen über den zentralen Bildschirm des Cockpits und verwandeln sich dann in die Geschwindigkeits- und Drehzahlanzeige – in Weiß. Ohnehin könnte das neue Digital-Cockpit übersichtlicher sein: Die Diagramme und Anzeigen erinnern an japanische Sportwagen der frühen 2000er-Jahre.

Der Niro PHEV läuft rein elektrisch bis zu 120 km/h

Erstmals verfügt der Koreaner mit dem Plug-in-Hybridantrieb über digitale Anzeigen.

Sobald man den Niro PHEV im Sport-Fahrprogramm die Sporen gibt, holt er das Maximum aus den 141 PS (104 kW) Systemleistung heraus. Ein Weltklasse-Sportler wird aus dem Koreaner dennoch nicht, aber das muss er gar nicht sein. Immerhin steht der 1,6 Liter große GDI-Motor mit seinen 105 PS (77 kW) stets Gewehr bei Fuß und unterstützt den 61 PS (45 kW) starken E-Antrieb. Beide Herzen generieren zusammen ein Drehmoment von 265 Newtonmetern. Allerdings geht mit dieser Hilfeleistung auch eine brummige akustische Untermalung einher. Energiebewusster und dynamisch zurückhaltender agiert das Duo aus Verbrenner und Elektromotor im Eco Modus. Wer mag, kann rein elektrisch mit dem Verkehr mitschwimmen – und das mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h. Allerdings braucht es dazu einen gefühlvollen Gasfuß.

Die Stärke der Rekuperation kann stufenweise eingestellt werden

Im EV-Fahrprogramm springt der Benzinmotor des Niro PHEV nur bei starkem Gasgeben ein.

Doch an diesen behutsamen Fahrstil hat man sich schnell gewöhnt. Im EV-Modus hat der elektrische Antriebsstrang die Oberhand und der Benziner springt nur dann ein, wenn die Leistung abgerufen wird – zum Beispiel per Kickdown. Im Hybrid-Fahrprogramm entscheidet das System, welche Antriebsart am vorteilhaftesten ist. Dass man mithilfe der Wippen hinter dem Lenkrad die Stärke der Rekuperation in fünf Stufen wählen kann (Off, Level 1, 2, 3, One Pedal), halten wir für eine gute Idee. Denn so kann man mit der Motorbremse eine Vielzahl der Verzögerungsvorgänge steuern und das "Paddeln" geht schnell in Fleisch und Blut über. Entspannte Zeitgenossen schalten die "Smart Regeneration" ein. Dann orientiert sich das System am vorausfahrenden Verkehr und wählt je nach Fahrsituation die effizienteste Energierückgewinnung.

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Im Test begnügte sich der Niro mit 2,8 Litern

Die 8,9 kWh große Batterie kann an einer 240 Volt-Ladestation in etwas über zwei Stunden gefüllt werden.

Nach 10,8 Sekunden erreicht der Niro PHEV Landstraßentempo, ist bis zu 172 km/h schnell und soll im Durchschnitt 1,3 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen. Wir sind bei einer entspannten Testfahrt mit kurzen Zwischensprints auf einen Durchschnittsverbrauch von 2,8 l pro 100 km gekommen. Die maximale rein elektrische Reichweite gibt Kia dank der 8,9 kWh großen Batterie mit bis zu 65 Kilometern nach WLTP an. Das System zeigte uns beim Start der Testfahrten 50 km an, was immer noch ein ordentlicher Wert ist. An einer 240-Volt-Ladestation (3,3 kW) sind die Akkus mit einem Typ 2-Stecker nach etwas über zwei Stunden wieder gefüllt.

Das Infotainment und die Assistenten haben am meisten profitiert

Der Touchscreen des Infotainmentsystems ist auf 10,25 Zoll angewachsen und verfügt über eine bessere Bildqualität.

Die wichtigsten Verbesserungen, die der aufgefrischte Niro bereithält, finden sich bei den Fahrassistenten und dem Infotainment. Jetzt ist der Touchscreen 10,25 Zoll groß, deshalb befinden sich die Lüftungsdüsen unterhalb des Monitors und nicht mehr daneben. Sympathisches Detail am Rande: Mit einem Knopf kann man den Ventilator auf der Beifahrerseite ausschalten, so wird die Energiebilanz weiter optimiert. Das Smartphone wird per Apple CarPlay oder Android Auto Teil des Infotainments und beim Navigationssystem, dessen Grafik ansehnlicher ist, freut sich der Fahrer über Verkehrsinformationen in Echtzeit. Bei den Assistenzsystemen legen die Koreaner nach: Unter anderem sind ein Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung, ein adaptiver Tempomat, ein Stau-Assistent mit Stopp-and-go-Funktion, ein Toter-Winkel-Warner und ein Helfer, der beim Ausparken den Querverkehr überwacht, an Bord. Das Platzangebot bleibt identisch – und das ist auch gut so. Hinten finden Erwachsene immer noch gut Platz. Der überarbeitete Niro PHEV kostet mindestens 33.990 Euro und steht bereits beim Händler.

Autor: Wolfgang Gomoll

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