Opel Ampera-e (2016): Sitzprobe

Opel Ampera-e (2016): Sitzprobe

— 29.09.2016

Solider Auftritt vom Ampera-e

Blitz und Strom vereint: Opel will mit dem Ampera-e im Revier des BMW i3 wildern. AUTO BILD macht die Sitzprobe im kompakten E-Opel!

Die wichtigste Zahl zuerst: Über 500 Kilometer soll der neue Opel Ampera-e schaffen. Damit wollen die Rüsselsheimer dem BMW i3 Konkurrenz machen. Mit 204 PS sollen bis zu fünf Personen elektrisch transportiert werden können. AUTO BILD hat die Sitzprobe im ersten reinen Strom-Opel gemacht!
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Nicht so futuristisch wie der BMW i3

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Opel greift BMW i3 an

Bisher hat Opel aus dem Inneren des Ampera-e nur ein seitlich aufgenommenes Bild gezeigt. Deshalb lassen wir der Neugier freien Lauf und schlüpfen als erstes ins Cockpit. Die Verwandtschaft zum Chevrolet Bolt sieht man ihm deutlich an. Nur das Lenkrad mit Opel-Logo und die andersfarbigen Bezüge der Sitze sind Alleinstellungsmerkmal des Ampera-e. Anders als im BMW i3 paart Opel das Antriebskonzept nicht mit einer futuristischen Architektur. Der Schalthebel sitzt an der gewohnten Stelle, die Instrumenten-Einheit ist zwar digital, aber steckt in einem konventionellen Gehäuse. Die einzige Ausnahme bildet die freistehende Mittelkonsole mit dem riesigen 10,2-Zoll-Touchscreen. Unter dem Design-Bogen, der sich quer durchs Cockpit zieht, schimmert eine weiße Ambientebeleuchtung. Wie steht es um Materialien und Qualitätsanmutung? Die Basis ist ja ein US-Auto – da rümpfen Haptik-Fans gerne mal die Nase. Also das Armaturenbrett abklopfen: Keine Beanstandungen – nichts klappert. Aber die Fingerspitzen fahren an Türinnenseiten und Armaturenbrett über harte Plastik-Formationen.

Gute Qualität und ausreichend Platz

Großzügig sind die Platzverhältnisse im Innenraum. Die Kopffreiheit ist tadellos, obwohl die Sitzposition recht hoch ist. Außerdem glänzt der Opel mit guter Übersichtlichkeit: Das kleine Fenster hinter der A-Säule sorgt für ein luftiges Gefühl im Innenraum. Großer Vorteil des Ampera-e gegenüber dem BMW i3: Er besitzt vier vollwertige Türen. Damit ist der Einstieg ins hintere Passagierabteil wesentlich einfacher als beim i3 mit seinen hinten angeschlagenen Fondtüren, die nur öffnen, wenn die vorderen auch auf sind. Die zehn Batteriemodule haben die Entwickler platzsparend im Unterboden verbaut. Der Mitteltunnel fällt ja ohnehin weg, sodass den Füßen nur die Vordersitze im Weg sind. Schnell von links nach rechts durchrücken, weil beispielsweise der Nebenmann zu dicht geparkt hat? Kein Problem!

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Mehr Platz als im Astra

Ebenfalls positiv: Man muss hinten nicht mit angezogenen Knien oder einer extrem steilen Sitzlehne vorlieb nehmen. Im Gegenteil: Die Hinterbänkler sitzen aufrecht, haben dank der Van-artigen Karosserieform ordentlich Platz überm Kopf und trotz der recht steil verlaufenden Fensterlinie einen angenehmen Ausblick. Für kurze Strecken in der Stadt können hier sicher fünf Personen sitzen. Auf längeren Distanzen eignet sich der Ampera-e dann doch eher als Viersitzer. Und der Kofferraum? 381 Liter sollen reinpassen – nur der doppelte Ladeboden gaukelt Enge vor. Tatsächlich ist hier laut Opel mehr Platz als im größeren Astra.

Opel Ampera-e (2016): Sitzprobe

Futuristisches Design beim Ampera-e?

Der angedeutete Grill ist beim Opel glänzend schwarz, beim Chevrolet Bolt ist hier eine Gitter-Blende verbaut.

Kommen wir abschließend zum Außendesign. Die Formsprache erinnert an einen kleinen Van (ähnlich wie beim i3) und ist fließend, so ziehen sich die Scheinwerfer optisch bis in die Außenspiegel. Einen Hauch Futurismus versprühen die Rückleuchten mit ihrem leuchtenden Innenleben. Opeltypisch ist die C-Säule mit dem glänzenden Mittelteil, den auch der Bolt hat – wer ähnelt hier eigentlich wem, fragt man sich unweigerlich. Denn als Opel steht der Ampera-e überzeugend da.

Fahreindrücke aus dem Chevrolet Bolt

AUTO BILD hat schon mal eine Runde mit einem Vorserienfahrzeug des Chevrolet Bolt gedreht.

Und was der amerikanische Bruder des Opel Ampera-e, der Chevrolet Bolt, auf der Piste drauf hat, hat AUTO BILD bei einer ersten Ausfahrt mit einem Vorserienfahrzeug überprüft. Schon beim leichtem Gasstoß surrt der Bolt fast geräuschlos mit Schmackes los. Im Sportmodus (ungewöhnlich sowohl für ein E-Auto als auch in dieser Fahrzeugklasse) verliert der Bolt komplett die Bodenhaftung. Die kleinen, schmalen Räder sind leicht überfordert, das Auto droht auszubrechen. Das Fahrwerk ist ordentlich abgestimmt, der Bolt liegt, wenn man es nicht allzu stürmisch angeht und mit moderatem Gasfuß unterwegs ist, gut auf der Straße. Bis zur ersten Fahrt im serienreifen Opel Ampera-e müssen wir uns noch etwas gedulden.

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Peter R. Fischer

Peter R. Fischer

Fazit

Der Ampera-e ist ein bodenständiger Stromer. Hoher Nutzwert ohne großes Schickimicki mit reisetauglichem Platz für vier. Was jetzt noch fehlt, ist der Beweis, dass der Ampera-e die angegebene Reichweite schafft.

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