Mit diesem Schritt beendet Audi die Ära des Verbrennungsmotors: Der Ingolstädter Autobauer (1,7 Millionen verkaufte Autos 2020) will ab 2026 keine neuen Autos mit Verbrennungsmotoren mehr entwickeln. Ebenso beschlossen: das Aus für Hybridfahrzeuge. Der letzte neue Verbrenner soll 2026 auf den Markt kommen, mutmaßlich der Nachfolger des SUVs Audi Q5. Er soll bis 2033 laufen und der letzte neue Wagen des Traditionsherstellers mit Benzin- bzw. Dieselmotor sein.
Laut "Süddeutsche Zeitung" habe Audi-Chef Markus Duesmann (52) am 17. Juni 2021 dem Betriebsrat sowie dem Top-Management die Änderung der Strategie erklärt. VW-Vorstandschef Herbert Diess, der Duesmann von BMW zu Audi geholt hatte, stehe hinter den Plänen. Auch VW hat mit seinem Accelerate-Programm die Geschwindigkeit des Wechsels zur E-Mobilität erhöht, will 2030 bis zu 80 Prozent seiner Autos elektrifiziert verkaufen.
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Wie die Branche auf die CO2-Pläne der EU reagiert

Die CO2-Reduzierung – das Klimagas sorgt für die gefährliche Erderwärmung – gilt inzwischen in der Autobranche als alternativlos.In England dürfen ab 2030 keine neuen Verbrenner zugelassen werden. Andere Hersteller wie Renault wollen bis dahin komplett auf emissionsfreie Antriebe umstellen. VW zu 80 Prozent.

Wie wichtig Brüssel bei den CO2-Plänen ist

Ob in Brüssel oder in Berlin, auch für uns kommt ein ähnliches Datum in Frage. Denn am 14. Juli will die EU-Kommission ihre neuen Pläne zur CO2-Reduzierung vorlegen. Angeblich geht's nicht mehr um 37,5 Prozent weniger CO2 im Jahr 2030 gegenüber dem Stand von 2021 (heute gilt als Flottenziel 95 g/km), sondern um eine Reduktion von 60 Prozent. Dann wären noch 42 g/km erlaubt. Diskutiert wird, so das Politmagazin "Politico", ein noch schärferes Ziel für das Jahr 2035, ein Flottenziel von 0 g/km, eine Reduzierung um 100 Prozent. Das heißt: Die Pkw-Flotten dürfen kein einziges Gramm CO2 mehr ausstoßen! Das ist mit Benzinern und Dieseln nicht möglich, käme einem faktischen Verbot für Autos mit Verbrennungsmotoren gleich – dem Audi nun entgeht.

Kein Verbrenner-Nachfolger für Audi A3 und A4 geplant

Audi A3 Sportback 45 TFSI e
Der Nachfolger des Audi A3 soll kein Verbrenner mehr sein.
Schon jetzt laufen die e-tron-Elektromodelle sehr erfolgreich. Es soll, so berichten "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel", keine Nachfolger für die Bestseller Audi A3 und A4 geben. Sie bekommen keine direkten Nachfolger, sondern werden neu konzipiert und kommen als e-tron-Modelle auf den Markt. Gerade jetzt stand nach AUTO BILD-Informationen die Entscheidung an, ob der neue A3 – der auf der gleichen Plattform wie der VW Golf steht – 2028 noch einmal als Verbrenner vermarktet werden soll. Die Entscheidung steht nun, ab 2033 wird Audi nur noch Elektroautos verkaufen. Dann soll der Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor komplett auslaufen.

Was bedeutet das Verbrenner-Aus für die Kunden? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie geht's weiter mit Verbrennern?

Der letzte Verbrenner soll 2026 auf den Markt kommen, wohl der Nachfolger des SUVs Q5. Er soll der letzte neue Audi mit Benzin- bzw. Dieselmotor sein. Aber: Vor 2026 eingeführte Diesel und Benziner wird Audi auch noch weiter verkaufen. Die Bestseller A3 und A4 laufen dann aus, werden durch neu entwickelte e-tron-Modelle ersetzt.

Werden andere Hersteller nachziehen?

Das "Manager Magazin" berichtet, auch der Automobilhersteller Daimler bereite sich auf ein früheres Aus für Verbrennerfahrzeuge vor. Vorstandschef Ola Källenius wolle die Premiere vollelektrischer Mercedes-Modelle, die eigentlich 2024 und 2025 auf den Markt kommen sollten, um ein Jahr vorziehen.

Soll ich überhaupt noch Diesel/Benziner kaufen?

Ja, für Autos, die bereits zugelassen sind, gilt ein Bestandsschutz, auch nach einem möglichen Verbot. Wie lange? Spanien zum Beispiel will ab 2050 keine Verbrenner mehr erlauben, auch gebrauchte nicht. Deutsche fahren ihr Auto im Schnitt acht Jahre. Noch können längst nicht alle auf die meist noch teuren E-Autos umsteigen. Die Restwerte für Diesel/Benziner werden ab 2030 sinken, vorher nicht. Und selbst dann gibt es Märkte für Gebrauchtwagen – in den Ländern, die die CO2-Reduzierung nicht mitmachen.

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Von

Michael Gebhardt