E-Auto im Leasing: Förderung, Vor- und Nachteile, Kosten, Privatleasing

Wie sehr lohnt es sich, ein Elektroauto privat zu leasen?

Dank erhöhter Umweltprämie wird auch das Leasen eines E-Autos günstiger. Alle Infos zu Kosten, Vor- und Nachteilen, guten Leasing-Angeboten – und zu den besonderen Richtlinien!
Durch die Erhöhung des Umweltbonus, auch Innovationsprämie genannt, sinken die Kosten für E-Autos und Plug-in-Hybride deutlich. Insgesamt sind bis zu 9000 Euro drin, denn der staatliche Anteil des Umweltbonus (auch Umweltprämie genannt) liegt nun bei maximal 6000 Euro. Das gilt seit 1. Juli 2020 und ist befristet bis zum 31. Dezember 2025.

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Für Fahrzeuge mit Zulassung ab 4. Juni 2020 kann der erhöhte Umweltbonus auch noch rückwirkend beantragt werden. Der Herstelleranteil des Umweltbonus bleibt unverändert bei bis zu 3000 Euro. Was viele nicht wissen: Auch private und gewerbliche Leasingnehmer profitieren von der staatlichen Förderung. Dadurch werden E-Autos und Plug-in-Hybride als Leasingfahrzeug nunmehr zu deutlich günstigeren Monatsraten als bisher angeboten. Denn die Fördersumme kann auf die Leasingrate umgelegt werden.

So funktioniert die Umweltprämie beim E-Auto-Leasing

Der Leasing-Kunde muss zunächst in Vorleistung treten, bevor er den staatlichen Teil des Umweltbonus beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) beantragen kann. Denn dazu muss das Fahrzeug erst auf seinen Namen zugelassen sein. Um beim Leasingunternehmen ein Angebot mit Umweltbonus in Anspruch nehmen zu können, zahlt der Kunde zunächst eine Sonderzuzahlung, die der Höhe der staatlichen Förderung entspricht (z. B. 6000 Euro für ein Elektroauto). Der Herstelleranteil des Bonus wird beim Leasing sofort verrechnet – zusammen mit der Sonderzuzahlung wirkt er sich auf die monatliche Leasingrate aus, die entsprechend niedriger ausfällt. Sobald das Auto auf ihn zugelassen ist, beantragt der Kunde den BAFA-Umweltbonus und erhält nach erfolgter Prüfung die Kosten für die Sonderzuzahlung in Form des Bonus zurück.
Fürs Auszahlen des Umweltbonus müssen diese Voraussetzungen erfüllt werden:
• Das geleaste Auto muss ein förderfähiges Modell sein (hier die BAFA-Liste der förderfähigen Modelle)
• Der Netto-Listenpreis des Fahrzeugs darf 65.000 Euro nicht überschreiten
• Der Hersteller muss seinen Anteil am Umweltbonus erbracht haben. Das muss aus dem Leasingvertrag hervorgehen (Vergleichskalkulation der monatlichen Leasingrate ohne den Eigenanteil des Herstellers)

Welche Dokumente sind für den Antrag auf Umweltbonus nötig?

Der Antrag auf den Umweltbonus wird auf der Internetseite des BAFA gestellt. Folgende Unterlagen müssen über das Online-Portal eingereicht werden:
Leasingvertrag
• Verbindliche Bestellung des Fahrzeugs (Basispreis, Sonderausstattung, eingeräumte Nachlässe müssen gesondert in den Antragsunterlagen ausgewiesen sein)
• Kalkulation der Leasingrate sowie Vergleichskalkulation der monatlichen Leasingrate ohne den Eigenanteil des Herstellers am Umweltbonus
Zulassungsbescheinigung Teil II
Nachweispaket bei Gebrauchtwagen

Besonderheiten bei der Laufzeit

Vorsicht: Für geleaste E-Autos gibt es seit 16. November 2020 nicht mehr automatisch die gesamte staatliche E-Auto-Prämie. Eine neue Richtlinie zum Umweltbonus sieht vor, dass es eine Staffelung der Zahlung gibt, die sich an der Vertragsdauer orientiert. Es erhalten nur noch Fahrzeuge die volle Förderung durch den Bund, die eine Leasing-Vertragslaufzeit von mehr als 23 Monaten haben. Bei einer Laufzeit von weniger als 23 Monaten wird gestaffelt. Die Mindesthaltedauer wurde bei einer Laufzeit von zwölf bis 23 Monaten von bisher sechs Monaten auf zwölf Monate bzw. 24 Monate bei einer Laufzeit von mehr als 23 Monaten erhöht. Bei Leasingvertragslaufzeiten von sechs bis elf Monaten bleibt die Mindesthaltedauer bei sechs Monaten. Besonders ärgerlich ist diese neue Regelung für Kunden, die den Leasingvertrag bereits vor der neuen Regel abgeschlossen haben, weil sie von der vollen Prämienhöhe ausgegangen sind. Da die neue Regelung jedoch rückwirkend gilt, fällt die Prämie deutlich niedriger aus, wenn die Laufzeit kürzer ist. (Alle Infos zum Thema Elektromobilität)

Die Umweltprämien beim Leasing (Quelle: BAFA)

Elektroauto bis 40.000 Euro, Leasing-Laufzeit 6-11 Monate

Bundesanteil (verdoppelt): 1500 Euro; Herstelleranteil (netto): 750 Euro; Gesamt (netto): 2250 Euro.

Elektroauto bis 40.000 Euro, Leasing-Laufzeit 12-23 Monate

Bundesanteil (verdoppelt): 3000 Euro; Herstelleranteil (netto): 1500 Euro; Gesamt (netto): 4500 Euro.

Elektroauto 40.000-65.000 Euro, Leasing-Laufzeit 6-11 Monate

Bundesanteil (verdoppelt): 1250 Euro; Herstelleranteil (netto): 625 Euro; Gesamt (netto): 1875 Euro.

Elektroauto 40.000-65.000 Euro, Leasing-Laufzeit 12-23 Monate

Bundesanteil (verdoppelt): 2500 Euro; Herstelleranteil (netto): 1250 Euro; Gesamt (netto): 3750 Euro.

Plug-in-Hybrid bis 40.000 Euro, Leasing-Laufzeit 6-11 Monate

Bundesanteil (verdoppelt): 1125 Euro; Herstelleranteil (netto): 562,50 Euro; Gesamt (netto): 1687,50 Euro.

Plug-in-Hybrid bis 40.000 Euro, Leasing-Laufzeit 12-23 Monate

Bundesanteil (verdoppelt): 2250 Euro; Herstelleranteil (netto): 1125 Euro; Gesamt (netto): 3375 Euro.

Plug-in-Hybrid 40.000-65.000 Euro, Leasing-Laufzeit 6-11 Monate

Bundesanteil (verdoppelt): 937,50 Euro; Herstelleranteil (netto): 468,75 Euro; Gesamt (netto): 1406,25 Euro.

Plug-in-Hybrid 40.000-65.000 Euro, Leasing-Laufzeit 12-23 Monate

Bundesanteil (verdoppelt): 1875 Euro; Herstelleranteil (netto): 937,50 Euro; Gesamt (netto): 2809,50 Euro.

Was bedeutet bei Angeboten die Leasingrate in Klammern?

Aus Transparenzgründen geben einige Leasingunternehmen bei ihren Angeboten neben der Leasingrate, die sich bei geleisteter Sonderzuzahlung ergibt, noch eine "normalisierte Leasingrate" in Klammern an. Denn das Leasingunternehmen übernimmt keine Gewähr dafür, dass der BAFA-Bonus auch tatsächlich ausgezahlt wird. Bei der normalisierten Leasingrate wird die Sonderzuzahlung auf die monatliche Rate bei jeweiliger Laufzeit umgerechnet. 

Wann lohnt sich Elektroauto-Leasing?

An immer mehr öffentlichen Plätzen werden Ladesäulen für Elektroautos aufgestellt.

©AUTO BILD

Zum einen wären da die Vorteile, die das Leasing für Privatpersonen allgemein bietet: Das Auto ist stets auf dem neuesten Stand, und man kann das Modell am Ende der Vertragslaufzeit wechseln. Zudem ist kaum mit Verschleißreparaturen zu rechnen, da es sich oft um Neuwagen oder junge Gebrauchte handelt. Auch wird das Eigenkapital geschont, und es sind meist keine oder nur geringe Vorauszahlungen fällig. Über Verkauf oder Wertverlust muss man sich ebenfalls keine Gedanken machen.
Nun aber zu den Besonderheiten eines E-Autos: Die Anschaffungskosten eines Elektroautos sind höher als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Dies erhöht dann auch die Leasingraten. Da man jedoch bei E-Autos staatliche Prämien erhält, die nicht nur beim Kauf, sondern auch beim Leasing greifen, kann man diese Prämie auf die Leasingraten umlegen lassen. Auch profitiert der Leasingnehmer von den günstigen Kosten im Betrieb und Unterhalt und in einigen Städten beispielsweise auch von reduzierten oder gänzlich erlassenen Parkplatzgebühren. Auch die Lebensdauer des teuren Batteriesystems spielt keine Rolle, da das E-Mobil samt Batterie geleast werden kann. Bis wann die Batterie die volle Leistung bringt und ob künftig bessere Akkuspeicher auf den Markt kommen, interessiert den Leasingnehmer demnach nicht, da er diese lediglich für seine Mietdauer nutzt. Ein weiterer Vorteil: Elektroautos sind zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Die Erstzulassung muss dafür zwischen Mai 2011 und Dezember 2020 liegen.
Wie bei jedem geleasten Fahrzeug verpflichtet sich der Leasingnehmer zu einer regelmäßigen Wartung. Und bei Service und Reparaturen kann es mit einem Elektrofahrzeug günstiger werden, denn elektrisch angetriebene Fahrzeuge sind wesentlich einfacher aufgebaut als Autos mit einem Verbrennungsmotor und haben weniger Verschleißteile. Probleme an Kupplung, Getriebe oder Auspuff wird es nicht geben. Auch benötigen die lautlosen Stromer keine Zahnriemen-, Ölfilter- oder Zündkerzenwechsel.

Welche Nachteile hat das E-Auto-Leasing?

Die allgemeinen Nachteile beim Auto-Leasing sind, dass das Fahrzeug stets Eigentum der Leasinggesellschaft bleibt, der Versicherungsumfang meist nicht bestimmt werden kann, alle vorgegebenen Serviceintervalle eingehalten werden müssen und man einen Leasingvertrag nur schwer vorzeitig kündigen kann. Hinzu kommen die Einschränkung bei der Nutzung (beim Kilometer-Leasing) sowie eventuelle Nachzahlungen z. B. aufgrund übermäßiger Gebrauchsspuren bei der Rückgabe (beim Restwert-Leasing).
 

Kälte setzt E-Autos zu und sorgt für weniger Reichweite.

©Toni Bader

Speziell beim Elektroauto-Leasing kommt hinzu, dass die Reichweite von E-Autos zwar immer höher wird, man mit einer Akkuladung jedoch oftmals nicht so weit kommt wie mit einer Tankfüllung beim Verbrenner. Zwar können die meisten Modelle mittlerweile deutlich mehr als 250 Kilometer mit einer Akkuladung zurücklegen, was für den Alltag oft auch genügt. Für den Einsatz auf längeren Strecken oder Urlaubsfahrten taugen jedoch nur die wenigsten E-Autos. Ein weiterer Punkt ist, dass die Reichweite von einer Reihe von Faktoren wie der Geschwindigkeit oder der Außentemperatur abhängt. Nicht zu vergessen, dass beim E-Auto-Leasing mitunter Mehrkosten für die Batteriemiete anfallen können. Auch die längere Aufladezeit sowie das teilweise grobmaschige Netz an öffentlichen Ladestationen muss bei einem E-Auto stets berücksichtigt werden.

Welche Elektroautos stehen beim Leasing zur Wahl?

Eines der weltweit meistverkauften E-Autos ist der Nissan Leaf.

©Thomas Ruddies / AUTO BILD

Die Auswahl an E-Autos ist verglichen mit der von konventionellen Fahrzeugen deutlich geringer. Zu den Bestsellern zählen seit vielen Jahren Renault Zoe, Nissan Leaf, BMW i3 sowie Tesla Model 3. Und trotz der verhältnismäßig kleinen Auswahl ist eigentlich für jeden etwas dabei. Vom kleinen Mini Cooper SE (270 km Reichweite), dem praktischem Kia e-Soul (276 km Reichweite) über den Pragmatiker Nissan e-NV 200 Evalia (200 km Reichweite) bis zu SUVs wie DS Crossback E-Tense (332 km Reichweite), Jaguar I-Pace (336 km Reichweite), Mercedes EQC (411 km Reichweite) oder Tesla Model X (507 km Reichweite). Auch Sportwagen wie der Porsche Taycan (407 km Reichweite) stehen zur Wahl. (Gebrauchte E-Autos: alle Modelle in der Übersicht)

Worauf sollte man beim E-Auto-Leasing achten?

Wer sich als Privatperson für ein geleastes Elektroauto entscheidet, der sollte einige Punkte mit seinem Händler durchgehen. Ein wichtiger Aspekt ist die Reparatur und Wartung des Elektroautos. Zwar verfügt ein E-Auto über weniger Verschleißteile und ist wartungsärmer, eine regelmäßige Inspektion ist dennoch wichtig. Und da für ein E-Auto nicht jede Werkstatt infrage kommt, gilt zu klären, welche Werkstatt mit E-Antrieb-Kompetenz sich um das geleaste Auto kümmern soll. Zudem sollte es explizit um die Batterie gehen. Altersbedingt verliert diese im Laufe der Zeit an Leistung. Wie wird das im Vertrag oder bei der separaten Akku-Miete festgehalten? Um teure Überraschungen am Ende der Vertragslaufzeit zu vermeiden, sollten diese Punkte unbedingt angesprochen werden. Gute E-Auto-Leasing-Angebote finden sich im Internet immer wieder. Wichtig ist, die Angebote zu vergleichen und besonders auf das Kleingedruckte zu achten. Wie hoch sind die Überführungskosten? Ist die Batteriemiete inklusive?
Bevor man sich für ein geleastes Elektroauto entscheidet, ist natürlich zu klären, ob man beispielsweise am eigenen Stellplatz Zugang zu einer Steckdose hat, die sich für entsprechend hohe Ladeleistungen eignet, oder ob die Installation einer Wallbox nötig ist. Auch wenn kein Stellplatz vorhanden ist: Der zukünftige Leasingnehmer muss auf die aktuelle Situation der Ladestationen achten. Denn nur wenn das E-Auto in der Nähe des Wohnortes oder der Arbeit aufgeladen werden kann, ist es praktikabel. Weitere Themen: Kfz-Ladegeräte im Vergleich

Autor:

Fotos: BMW Group

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