BMW Z4 (2018): Test, Erste Infos, Motoren, Marktstart

BMW Z4 (2018): Test, Erste Infos, Motoren, Marktstart

Das wird der neue BMW Z4

BMW will wieder einen echten Roadster bauen: Der mit Toyota entwickelte Z4 kommt mit klassischem Stoffverdeck. AUTO BILD hat erste Infos und ist ihn schon gefahren!
Vorstellung
Innenraum 
Fahren (UPDATE!)
Motoren
Gebrauchtwagen

Vorstellung: Ende 2018 kommt die Serienversion des Z4

Der neue Z4 wird wieder ein echter Roadster! AUTO BILD hatte bereits die Gelegenheit, einen seriennahen Prototyp auf der Rennstrecke zu fahren. Außerdem haben Erlkönigfotografen davor schon einen Prototyp auf Testfahrt erwischt. Einen Ausblick auf den neuen Z4, den BMW zusammen mit Toyota (die den Zweisitzer als Supra mit festem Dach bringen) entwickelt, gibt das Concept Z4, das die Münchner im Sommer 2017 vorgestellt haben.

Video: Trailer BMW Z4 (2018)

Offizieller Trailer zum Z4

Die Studie hat die typischen Roadster-Proportionen: langer Radstand, kurze Überhänge, gestreckte Motorhaube und ein knackiges Heck. Dass die Studie schon sehr nah am Serienmodell ist, würde AUTO BILD zwar gerne glauben, die gesichteten Erlkönige fahren allerdings mit einem deutlicher kürzeren Radstand und längeren Überhängen durch die Gegend. Das Showcar wirkt dagegen richtig sportlich. Für einen modernen Touch sorgt die sogenannte Sharknose, bei der die Motorhaube extra weit heruntergezogen ist. Diese aggressive Front ist bereits vom Concept 8 Series bekannt. Die Nieren des Concept Z4 sind sehr breit. Statt normaler Nierenstäbe setzt BMW bei der Studie ein Gitter ein, das an den 328 Mille Miglia von 1939 erinnern soll. Die Scheinwerfer sind besonders scharf gezeichnet. Erstmals bei einem aktuellen BMW-Modell liegen die Tagfahrlichter nicht neben-, sondern übereinander. Bei der Front spricht BMW von einer Neuinterpretation der der hauseigenen Ikonen. Tatsächlich ist eine Verwandtschaft zum Z8 deutlich zu erkennen. Gleichzeitig erinnert das Concept Z4 von vorne aber auch an den Mercedes-AMG GT.

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BMW Z4BMW i20 Illustration

Neue Lackierung in "Frozen Energetic Orange"

Die Motorhaube des Concept Z4 ist extrem tief heruntergezogen. BMW nennt dieses Designfeature Sharknose.

Das Heck des Roadsters ist schlicht designt und wird von den breiten, L-förmigen Heckleuchten, die bis ins Seitenteil ragen, dominiert. Der Bürzel ist in den breiten Kofferraumdeckel integriert und die Auspuffendrohre sind in den Carbon-Diffusor eingelassen. Die großen Luftschlitze rechts und links in der Schürze kennen wir schon – auch hier stand das Concept 8 Series Pate. Ganz neu sind die 20-Zoll-Bicolor-Felgen und die Mattlackierung in "Frozen Energetic Orange". Die Höcker mit integrierten Überrollbügeln sind formschön und lassen das Concept Z4 wie einen Speedster daherkommen. Voraussichtlich werden sie es aber genauso wenig in die Serie schaffen wie die filigranen Außenspiegel. Das Gewicht des neuen Z4 dürfte durch den Einsatz von Carbon bei rund 1400 Kilo liegen. Das wären rund 150 Kilo weniger als beim 2016 ausgelaufenen Z4 E89. Die Serienversion wird wahrscheinlich auf dem Pariser Autosalon (2. bis 14. Oktober 2018) präsentiert und Ende des Jahres zu den BMW-Händlern rollen. Die Preisliste wird bei rund 35.000 Euro starten.

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BMW Z4 Illustration

Innenraum: Zweifarbiges Interieur für die Studie

Voll Konzentration auf den Fahrer. Das Cockpit ist extrem fahrerorientiert. Die zweifarbige Gestaltung soll das verdeutlichen.

Der Innenraum des Concept Z4 ist zweigeteilt und BMW-typisch fahrerorientiert. Um diese Fokussierung zu verdeutlichen arbeitet BMW bei der Studie mit einem zweifarbigen Interieur. Beifahrersitz, Armaturenbrett und Teile der Mittelkonsole sind orange. Fahrersitz, Instrumententafel und Lenkrad sind schlicht schwarz und sollen eine Art Kanzel darstellen. Die Sitze hat BMW mit einem asymmetrischen Muster versehen. Die Instrumente sind voll digital und das große Display auf der Mittelkonsole ist leicht angeschrägt designt. Dafür sind beide Bildschirme auf einer Höhe und sollen wie eine zusammenhängende Einheit wirken. Das Lenkrad mit roten Schaltwippen ist extrem geschüsselt, hat einen Laptimer in die untere Spange eingearbeitet und wird in dieser Form wohl nicht in Serie kommen. Die Carbon-Einstiegsleisten könnten für die Topversion reserviert sein. Auffällig: Der Gangwahlhebel des Automatikgetriebes schaut auf Fotos so gar nicht nach BMW aus. Ein erster Hinweis auf die Toyota-Kooperation?

Fahren: Der Z4 ist ein waschechter Roadster (UPDATE!)

Der kommende Z4 ist ein ausgeprägtes Fahrerauto mit einer ordentlichen Alltagstauglichkeit.

Unsere Testfahrt in einem Prototyp des M40i fand auf der BMW-Rennstrecke im südfranzösischen Miramas statt. Dort ist sofort aufgefallen, dass der neue Z4 spurtstark und kurvengierig ist, ohne es zu übertreiben. Das liegt auch an seinem erstklassigen Reihensechser. Es gibt kaum einen Konkurrenzmotor, der Geschwindig- und Geschmeidigkeit so gut verbindet. Dazu passt die Achtstufenautomatik, die als erstes BMW-Automatikgetriebe in Bezug auf Timing und Tempo gleichauf mit dem bislang unerreichten Porsche-PDK liegt. Anders ausgedrückt: Selbst ein guter Fahrer schaltet kaum besser. Im Fahrmodus "Sport Plus" spricht der Sechszylinder noch giftiger an und das Z4-Heck hat deutlich mehr Bewegungsfreiheit. Um bessere Rückmeldung zu geben, erfordert in diesem Modus auch die Lenkung mehr Kraftaufwand. Obwohl das Handling des 1490 Kilo schweren Z4 süchtig macht, hat es auch ein paar kleinere Schwächen: Der Vorderachsgrip beim Einlenken lässt etwas zu wünschen übrig, und beim Bremsen hat der Roadster einen zu starken Hang zum Untersteuern. BMW könnte dem offenen Sportler auch etwas mehr von der aus dem M2 bekannten Zackigkeit spendieren. Trotzdem ist der neue Z4 kein weichgespülter Cruiser, sondern ein echter Roadster.

Motoren: Handschalter nur im Basis-Z4

Mit dem neuen Z4 kehrt BMW wieder zum klassischen Stoffverdeck zurück.

Der intern G29 genannte Z4 kommt mit Vier- und Sechszylinder-Motoren auf den Markt. Der Basismotor (18i) leistet 150 PS und entwickelt 250 Newtonmeter Drehmoment, die über ein Sechsgangschaltgetriebe auf die Hinterräder verteilt werden. Darüber rangiert der 2,0 Liter große 30i mit 265 PS und einem Drehmoment von 390 Newtonmetern. Ab dieser Leistungsstufe aufwärts sind alle Motoren an ein achtstufiges Automatikgetriebe gekoppelt. Die vorläufige Topmotorisierung wird der M40i. Hier setzt BMW auf den markentypischen Reihensechszylinder, der im Top-Z4 360 PS entwickelt und 500 Newtonmeter auf die Kurbelwelle stemmt. Später im Modellzyklus könnte als Spitzenmodell der Z4 M mit über 400 PS folgen.

BMW Z4 (2018): Test, Erste Infos, Motoren, Marktstart

Gebrauchtwagen: Topmodell ist der Z4 sDrive35is mit 340 PS

Anders als die Vorgänger Z3 und Z4 bekam der E89 ein Metallklappdach. Gebraucht starten die Preis für den Z4 bei knapp 15.000 Euro.

Im Gegensatz zu Z3 und Z4 hatte der seit 2009 gebaute Z4 der zweiten Generation erstmals ein Metallklappdach. Der intern E89 genannte Roadster wurde von 2009 bis 2016 gebaut. Nach über 115.000 Stück wurde die Produktion eingestellt. Mit etwas Glück starten gebrauchte BMW Z4 E89 bei knapp 15.000 Euro. 100.000 Kilometer und mehr Laufleistungen sind dabei die Regel. In diesen unteren Preisregionen ist der Z4 sDrive23i die am häufigsten angebotene Motorisierung. Der 2,5-Liter-Sechszylinder leistet im Z4 204 PS, wurde aber 2012 durch den Z4 sDrive20i mit 184 PS starkem Vierzylinder ersetzt. Gleichzeitig wurde der Z4 sDrive30i (258 PS) gestrichen und dafür der Z4 sDrive28i (245 PS) angeboten.

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2013 bekam der Roadster nach gut vier Jahren ein Facelift. Dabei wurden die Scheinwerfer um LED-Technik erweitert und die Rückleuchten ummodelliert. Mit der Überarbeitung hat BMW zudem den neuen Einstiegsmotor Z4 sDrive18i mit 156 PS eingeführt. Facelift-Modelle ab Baujahr 2013 oder jünger vom Privatverkäufer starten gebraucht bei gut 20.000 Euro.

Gebrauchter BMW Z4 im Test

Wer einen Z4 mit über 300 PS haben möchte, muss zum sDrive35i mit 306 PS greifen – gebrauchte Exemplare aus den Baujahren 2011 oder 2012 gibt es ab rund 27.000 Euro. Anders als beim ersten Z4 gab es beim E89 keinen Z4 M. Das Topmodell Z4 sDrive35is hat einen Dreiliter-Sechszylinder mit 340 PS. Damit sprintet der Roadster in 4,8 Sekunden auf 100 km/h. Aus zweiter oder dritter Hand ist der Z4 sDrive35is selten. Unter 33.000 Euro geht auch gebraucht gar nichts. Dafür schneidet die zweite Generation des Z4 beim Gebrauchtwagentest überdurchschnittlich gut ab. Allerdings gab es zwei Rückrufaktionen für das Cabrio: Bei den Modelljahren von 2009 bis 2012 konnte im Einzelfall die Servounterstützung ausfallen. Der Grund: ein Fehler in der Steuerelektronik. Z4 mit Vierzylindermotoren der Baujahre 2012 und 2013 hatten vereinzelt Probleme an der Nockenwelle.
Überblick: Gebrauchte BMW Z4
 

Autoren: Jan Götze, Georg Kacher, Elias Holdenried

Stichworte:

Sportwagen Roadster

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