Die Elektromobilität findet Schritt für Schritt mehr Nutzer. Doch Fahrzeugbrände sorgen für Verunsicherung. Im Februar 2021 brannte ein VW Golf GTE Plug-in-Hybrid in Hessen mit nur wenigen Hundert Kilometern Laufleistung, in Vorarlberg (Österreich) fing kurze Zeit später ein Renault Zoe Feuer. Zuletzt brannte im niederländischen Groningen ein VW ID.3 aus. Eine Kommune in Franken hat zeitweise E-Autos aus Tiefgaragen verbannt. Was soll man davon halten?
Besorgte Autofahrer stellen sich die Frage: Geht von Elektroautos und Hybridmodellen eine besondere Gefahr aus? Die Experten sind sich einig: Grundsätzlich sind elektrifizierte Fahrzeuge bei sogenannten Unfallfolgebränden nicht mehr oder weniger gefährlich als Autos mit Verbrennungsmotor, weil sie den gleichen Sicherheitsstandards genügen.
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Laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherer (GDV) stützt der Blick in die Schadenstatistiken die Angst vorm E-Antrieb nicht. Das sehen auch die Unfallforscher der DEKRA und die Experten der Allianz so. Aktuelle Elektroautos und moderne Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor besitzen in etwa die gleiche Brandlast, weil hier wie dort jede Menge Kunststoff an Bord verbaut ist. Der Antrieb ist eher zweitrangig. E-Autos und Hybride stellen die Rettungskräfte bei einem Unfall vor neue Herausforderungen, weil es bisher nur wenige Erfahrungen mit verunfallten und in Brand geratenen E-Autos gibt. Die Herausforderung ist aber laut dem Deutschen Feuerwehrverband (DFV) nicht größer als beispielsweise bei einem gasbetriebenen Fahrzeug.
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VW Golf 8 GTE ausgebrannt (2021): Hybrid - Feuer - Info

Neuer Golf GTE fängt plötzlich Feuer

Dass E-Autos aus Tiefgaragen verbannt werden, das können die Versicherer nicht nachvollziehen. Das Fazit der bisherigen Erkenntnisse: Autofahrer können sich im E-Auto ebenso sicher fühlen wie in einem Auto mit konventionellem Antrieb. Hier kommen detaillierte Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Brandgefahr von E-Autos:

Welche Gefahr geht von E-Autos aus?

Wie gut sind Elektroautos gegen Feuer geschützt?

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Alle Fahrzeuge mit Straßenzulassung müssen ein Höchstmaß an aktiver und passiver Sicherheit für Passagiere und mögliche Unfallgegner bieten. Deshalb sind E-Autos und Hybride mit modernster Sicherheitstechnik ausgestattet, vom Airbag bis zur Notfallbremse. Das Batteriepaket wird gut geschützt im Wagenboden eingebaut, wasserdicht verschlossen und zusätzlich verstärkt.
Elektroautos sind darüber hinaus eigensicher ausgelegt. Das bedeutet, dass der Stromfluss im Fall eines Defekts sofort unterbrochen wird. Registriert die Sensorik eines E-Autos einen Crash, wird automatisch die Verbindung zwischen der Batterie und anderen Hochvolt-Komponenten getrennt. Daher kann (und sollte) jeder, der Zeuge eines Unfalls mit einem Elektroauto wird, im Rahmen seiner Möglichkeiten Erste Hilfe leisten. Die Angst vor einem Stromschlag ist unbegründet.

Geraten E-Autos bei Crashtests leichter in Brand?

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Sowohl bei den Euro-NCAP-Crashtests als auch bei Crashversuchen des ADAC haben die meisten aktuellen E-Modelle hervorragend abgeschnitten. Ergebnis: Das höhere Gewicht der E-Autos stellt weder für die Insassen noch für andere Verkehrsteilnehmer ein Risiko dar. In sämtlichen Crashtests reagierte das Abschaltsystem binnen Millisekunden und trennte die Verbindung zwischen Batterie und anderen E-Komponenten. Bei der Deformation der Karosserie wurde kein Akkupaket beschädigt. Daher bestand beim Crashtest keine erhöhte Brandgefahr.
Forscher der Universität Göttingen gingen gemeinsam mit der DEKRA noch weiter, als es der Gesetzgeber verlangt. Sie ließen vier E-Autos mit 60 bis 84 km/h seitlich gegen einen Pfahl krachen. Der Unfall ist vergleichbar mit einem Zusammenstoß mit einem Baum auf einer Allee – und er fordert alle Sicherheitssysteme maximal heraus. Dazu kommt, dass das Akkupaket im Fahrzeugboden bei einem Seitenaufprall besonders empfindlich ist. Dennoch lautete das Ergebnis auch hier: keine Unterschiede zum Verbrenner!

Wie entstehen Fahrzeugbrände beim E-Auto?

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Was die möglichen Brandursachen betrifft, unterscheiden sich E-Auto und Verbrenner wohl weniger als angenommen. Von den rund 50 Millionen Fahrzeugen in Deutschland mit konventionellem Antrieb brennen pro Jahr rund 15.000. Technische Fehler beim Einbau von Komponenten, unsachgemäße Wartung und heftige Crashs können hier wie dort zu einem Fahrzeugbrand führen. Dazu kommen beim Elektroauto die Eigenheiten spezieller Baugruppen, etwa der Lithium-Ionen-Akkus. Selbstentzündungen ohne externen Einfluss sind äußerst selten. Ein Elektrofahrzeug kann ohne Probleme in der Tiefgarage geparkt und dort geladen werden, eine professionelle Installation der Ladeinfrastruktur vorausgesetzt.
Werden dagegen bei einem Aufprall die Schutzmechanismen des Akkus beeinträchtigt und das Batteriepaket verformt, kann das zu großer Hitze führen, die eine oder mehrere Batteriezellen entzündet. Diese Energiefreisetzung findet im Unterschied zum Verbrenner aber nur im Inneren des Akkus statt.
Eine mögliche Folge ist der sogenannte "Thermal Runaway", das thermische Durchgehen der Batterie. Dabei entflammt eine Zelle die nächste, das Feuer kann in den meisten Fällen nicht einfach gelöscht werden – die Batterie muss stattdessen von außen gekühlt werden. Elektrolyt und Grafit verbrennen, das führt zu hellgrauen und schwarzen Rauchwolken. Wenn der Elektrolyt verdampft, entstehen Stichflammen. Doch die sichtbaren Flammen zu ersticken, reicht nicht. Selbst wenn eine Zelle gelöscht ist, kann sie von einer benachbarten wieder neu entzündet werden.
Anders als beim Verbrenner endet die Arbeit der Feuerwehr bei einem E-Auto deshalb  nicht, wenn das Fahrzeug gelöscht ist. Der Wagen muss 24 Stunden lang abgestellt und beobachtet werden, um sicherzugehen, dass chemische Reaktionen in der Batterie das Feuer nicht neu entfachen. Aus Sicht der Retter hat das E-Auto gegenüber dem Verbrenner im Falle eines Feuers auch einen Vorteil: Normalerweise kann sich der Brand nicht über das Fahrzeug hinaus ausbreiten. Der Grund: Es gibt keinen brennbaren Kraftstoff, der auslaufen kann.
Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, dass ein elektrifiziertes Auto mit fehlerhaften Batteriezellen ausgeliefert wird. Wahrscheinlicher ist nach Ansicht vieler Experten aber, dass es beim Zusammenbauen der Akkupakete zu Fehlern kommen kann. Dieses Zusammenfügen der Batteriezellen zum Akku ist noch nicht bei allen Herstellern voll automatisiert und verlangt daher nach Handarbeit – die eine höhere Fehlerwahrscheinlichkeit hat als die Arbeit von Robotern.

Sind E-Autos schwieriger zu löschen als Verbrenner?

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Wenn man nach dem Brandrisiko moderner Fahrzeuge fragt, sehen Feuerwehren das Problem nicht in der Antriebsart. E-Autos brennen nur anders als Verbrenner. Ob sich eine Hochleistungsbatterie oder viele Liter Kraftstoff an Bord befinden, macht für Feuerwehrmitarbeiter keinen großen Unterschied. Die gespeicherten Energiemengen ähneln sich. Die zahllosen verbauten Teile aus Kunststoff haben dagegen die sogenannte Brandlast in den vergangenen 30 bis 40 Jahren stark in die Höhe getrieben. Mehr Kunststoff führt bei einem Fahrzeugbrand zu mehr Freisetzung von Hitze und zu mehr Rauchbildung. Diese Rauchgase sind giftig. Daher bekämpft die Feuerwehr jeden Fahrzeugbrand mit Atemschutz.

Wie wird ein brennendes E-Auto gelöscht?

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Der Brand eines Elektro- oder Hybridautos stellt die Feuerwehr vor besondere Herausforderungen. Beim Löschen des Feuers ist die Menge an benötigtem Löschwasser größer. Löschschaum kann beim batterieelektrischen E-Auto nicht eingesetzt werden. Die auf Verkehrsunfälle spezialisierten Löschfahrzeuge führen meist 1600 bis 2000 Liter Wasser an Bord mit. Das reicht für den Brand eines Verbrenners vollkommen aus. Doch um den brennenden Akku eines Elektroautos zu kühlen, werden oft zwischen 3000 und 11.000 Liter Wasser gebraucht. Dementsprechend mehr Fahrzeuge und Personal müssen in den Einsatz.
Die Batterien sind wasserdicht und thermisch geschützt im Wagenboden untergebracht. Manche Feuerwehren verfügen über eine Löschlanze. Ins Batteriepaket gerammt, kann man dort den Brand direkt bekämpfen. Doch das ist noch nicht flächendeckend der Fall. Im Extremfall wird das brennende Elektroauto bis zur Oberkante im Löschwasser versenkt. Das ist für den Ausnahmefall vorgesehen, dass auf anderem Weg kein Löscherfolg erzielt werden kann. Wenn ein E-Auto in einer Garage brennt, kühlt die Feuerwehr die Akkus vor Ort und zieht das Auto schließlich ins Freie.  
Die meisten Lithium-Ionen-Akkuzellen sind mit sogenannten Berstscheiben ausgestattet. Bei erhöhtem Überdruck in der Zelle öffnet sich eine Druckentlastungsöffnung in der Außenhaut des Akkupakets. Diese kann die Feuerwehr zum Bekämpfen des Feuers nutzen. Renault hat die Batterie des Zoe mit einem sogenannten "Fireman Access" ausgestattet. Das ist praktisch ein Einfüllstutzen für Löschwasser. Die Batterie eines E-Autos enthält hochgiftige Substanzen, die auf keinen Fall ins Grundwasser sickern dürfen. Auch das müssen die Einsatzkräfte sicherstellen.
Nicht zuletzt muss die Feuerwehr im korrekten Umgang mit einem brennenden E-Auto geschult sein. Diese Schulungen finden bundesweit statt. Doch nicht alle kleinen Wehren sind auf dem gleichen Wissensstand wie die Kollegen aus der Metropole. Immerhin: Tests von Schweizer Forschern haben ergaben, dass Belüftungssysteme in Tunneln mit der Rauchentwicklung eines E-Auto-Brands nicht überfordert sind.

Was können E-Auto-Fahrer tun, um Brandgefahren zu vermeiden?

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E-Auto-Fahrer können selbst viel für ihre Sicherheit und die ihrer Fahrzeuge tun, wenn sie stets mit intakten Kabeln an einem geeigneten Netz laden. Defekte Ladekabel können genauso zu einem Fahrzeugbrand führen wie das ständige Laden an einer nicht ausreichend auf den Bedarf des Autos ausgelegten Stromquelle.

Was sollte man sich beim Brand eines E-Autos verhalten?

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Übermäßige Sorgen wegen brennender Elektroautos sind unbegründet. Grundsätzlich ist auch Pannenhilfe möglich. Alle E-Fahrzeuge verfügen über Sicherungen, die bei einem Defekt die Hochvolt-Systeme trennen. Wer mit einem liegengebliebenen Elektroauto konfrontiert ist, muss nur dringend die Finger von allen orangefarbenen Kabeln lassen.
Grundsätzlich empfiehlt es sich, einen Gelben Engel zur Hilfe zu rufen: Die Pannenhelfer des ADAC sind im Umgang mit E-Autos geschult und wissen Rat. Auch vor Erster Hilfe sollte niemand zurückschrecken. Wer seine eigene Sicherheit im Auge behält, der kann einem Elektroautofahrer genauso helfen wie dem Fahrer eines verunfallten Fahrzeugs mit Verbrenner. Für jeden Autofahrer ist es sinnvoll, einen kleinen Handfeuerlöscher für den Notfall an Bord zu haben. Doch gilt es im E-Auto-Brandfall unbedingt zu beachten: Finger weg von Handlöschern mit Löschwasser! Der nötige Sicherheitsabstand von einem bis fünf Metern zum Auto kann nicht eingehalten werden.
E-Auto-Fahrer können einen sich möglicherweise ankündigenden Brand am Geruch, an knatternden Geräuschen, an Rauchentwicklung aus der Batterie, an einer merklichen Temperaturerhöhung des Batteriegehäuses über einen langen Zeitraum und an Funkenflug sowie Stichflammen erkennen. Außerdem können sie die Rettungskräfte von vornherein unterstützen, indem sie im Fahrzeug eine Rettungskarte mitführen. Darin wird aufgelistet, welche Systeme sich an Bord befinden und wie diese manuell am leichtesten auszuschalten sind. Die Karten zeigen außerdem, wo die Retter ihre Schneidewerkzeuge am besten ansetzen sollten, um eine eingeklemmte Person zu befreien. Der beste Platz zum Aufbewahren dieser Karte ist hinter der Sonnenblende. Dort schaut die Feuerwehr zuerst nach.

Sollten E-Autos aus Tiefgaragen verbannt werden?

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Laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherer (GDV) ist das nicht nötig. Die Versicherer stellen klar, dass die Schadenstatistik von elektrifizierten Fahrzeugen Ängste vor dem E-Antrieb nicht rechtfertigt. Im Gegenteil! Die Brandlast von E-Autos ist etwa genauso hoch wie beim Verbrenner.
Brände in geschlossenen Räumen zu bekämpfen, ist für die Rettungskräfte unabhängig vom Brandherd eine Herausforderung. Das liegt sowohl an den hohen Temperaturen als auch an den freigesetzten Rauchgasen. Doch dafür sind die Feuerwehren mit Atemschutz ausgerüstet, Tiefgaragen mit Sprinkleranlagen und Entrauchungssystemen. Die Arbeit der Retter wird leichter, wenn Parkmöglichkeiten gut zugänglich sind und sich die Ladeinfrastruktur für elektrifizierte Autos beispielsweise in der Ein- und Ausfahrt-Ebene befindet.

Können Autohersteller Rettern die Arbeit erleichtern?

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Ja. Indem sie ihre Elektroautos mit einheitlichen Schutzsystemen ausstattet. Wenn die Feuerwehr bei einem Brand oder einem Auffahrunfall erst das Löschsystem identifizieren und nach dem Zugang fürs Wasser suchen muss, geht wertvolle Zeit verloren. Ideal wären einheitliche und sogar automatisch auslösende Systeme.

Gibt es gar keine Unterschiede zwischen E-Autos und Vebrennern?

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Doch. Ein Unterschied zwischen Verbrennern und elektrifizierten Autos zeigt sich bei den Reparaturkosten. Laut einer Studie der Allianz ist der finanzielle Aufwand bei batterieelektrischen Fahrzeugen 10 bis 30 Prozent höher als beim Verbrenner. Eigner von Plug-in-Hybriden müssen sogar mit Mehrkosten von bis zu 50 Prozent rechnen.

Zahlt die Versicherung bei einem E-Auto-Brand?

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Bei Abschluss einer Vollkasko- oder Teilkasko-Versicherung kommt diese für alle Schäden am Fahrzeug auf, die durch einen Brand verursacht wurden. Beschädigt ein brennendes Auto die Garage, muss das die Haftpflicht des Kfz-Versicherers übernehmen. Das entschied der Europäische Gerichtshof im Jahr 2019. Grund: Das Abstellen eines Kfz in einer privaten Garage entspricht seiner Verwendung als Beförderungsmittel.
Eine Selbstentzündung wäre vor diesem Hintergrund als Betriebsgefahr zu werten und wäre damit ebenfalls abgedeckt. Anders sieht die Situation aus, wenn Fremde den Pkw in Brand setzen. Dann sind mögliche Schäden an der Garage nicht im Versicherungsschutz enthalten. 

Ein Unterschied zwischen Verbrennern und elektrifizierten Autos zeigt sich dagegen bei den Reparaturkosten nach einem Unfall. Laut einer Studie der Allianz-Versicherung ist der finanzielle Aufwand bei batterieelektrischen Fahrzeugen zehn bis 30 Prozent höher als bei Verbrennern. Für die Unfallreparatur von Plug-in-Hybriden fallen sogar bis zu 50 Prozent Mehrkosten an, wie aus einer jüngsten Berechnung von Vollkaskoschäden hervorgeht.