Opel Ampera-e (2016): Fahrbericht

Opel Ampera-e (2016): Fahrbericht

Opel Ampera-e (2017): Fahrbericht

— 01.02.2017

Der Reichweitenkönig unter den E-Autos

Opel kündigt den Ampera-e als Reichweitenkönig an: 380 Kilometer soll das Elektroauto in der Praxis schaffen. Wie realistisch das ist, zeigt der Fahrbericht.

Nichts weniger als den Reichweiten-Champion unter den Elektroautos will Opel mit dem Ampera-e auf die Räder gestellt haben. Ganz offiziell gibt Rüsselsheim jetzt 520 Kilometer Reichweite an. Das ist beachtlich, denn die besten Konkurrenten, wie etwa der neue VW E-Golf oder der BMW i3, kommen gerade mal auf rund 300 Kilometer. Und das nach dem unrealistischen NEFZ-Zyklus. Der Ampera-e dagegen soll es auch im wahren Leben auf 380 Kilometer schaffen. Das ist eine Ansage! AUTO BILD ist den Opel Ampera-e in Kalifornien gefahren.

Opel Ampera-e (2016): Sitzprobe

Vorstellung: Opel Ampera-e

Der Fahrstil beeinflusst die Reichweite

Im L-Modus wird das Schleppmoment so erhöht, dass nicht mehr gebremst werden muss.

330 Kilometer Reichweite stehen frühmorgens auf der Anzeige im Cockpit. Das Auto ist voll geladen, aber der letzte Fahrer war wohl etwas flotter unterwegs, denn die Reichweite berechnet der Ampera-e auch anhand des Fahrstils. Immerhin, die äußeren Bedingungen sind gut für den Ampera-e: Bei milden 16 Grad muss die Batterie weder gekühlt noch geheizt werden. Dennoch ist erst mal Rekuperation gefragt. Dafür hat der Ampera-e einen L-Modus, der das Schleppmoment so erhöht, dass eigentlich nicht mehr gebremst werden muss. Gerade im dichten Stadtverkehr macht das Spaß, denn das Auto bremst bis zum Stillstand runter. Das Fahren nur mit dem Strompedal und der Verzögerung durch die Energierückgewinnung, das sogenannte Ein-Pedal-Fahren, gelingt so schon ziemlich gut.
Alles auf einen Blick zum Opel Ampera-e

Noch mehr Energie im D-Modus

Wem das nicht genügt, der kann über eine Taste links hinterm Lenkrad die Wiedergewinnung der elektrischen Energie nochmals erhöhen. Das geht auch im D-Modus, bei dem der Ampera-e wie ein Verbrenner mit ausgekuppeltem Motor dahinrollt. Im Test gewinnt das Elektroauto auf den ersten 63 Kilometern sogar an Reichweite: Immerhin um einen Kilometer auf 331 Kilometer ist die Prognose gestiegen. Nicht schlecht. Bei vorausschauender Fahrweise werden die 380 Kilometer glaubwürdig. Im Stadtverkehr geht natürlich bei ständigem Abbremsen und Anfahren etwas mehr Energie drauf. Dennoch bleibt die Prognose erst mal positiv: 303 Kilometer stehen noch im Cockpit. Und das nach 101 Kilometern Strecke!

Opel-Neuheiten bis 2018

Opel Crossland X Illustration Opel Monza X Illustration

Schnell mit der Sport-Taste

Im Sportmodus braucht der Ampera-e fürs Überholen auf der Landstraße (80 bis 120 km/h) 4,5 Sekunden.

Spieltrieb hin, Reichweite her: Über die "Sport"-Taste in der Mittelkonsole lässt sich der 76 Kilogramm schwere E-Motor auch auf flott trimmen. Dann rennt er in 3,2 Sekunden auf Tempo 50, und ein Zwischenspurt zum Überholen auf der Landstraße ist auch drin (80 bis 120 km/h in 4,5 Sekunden). Das macht Spaß und lässt die meisten Verbrenner alt aussehen – kostet aber natürlich Reichweite. Eine Energie-Anzeige gibt derweil alle Infos zum Verbrauch. Am Ende ist der Ampera-e 133 Kilometer gestromert, und es stehen noch 252 Kilometer Reichweite auf der Uhr. Der Energieverbrauch wird vom Bordcomputer mit 13,6 Kilowattstunden angegeben. Versprechen gehalten, möchte man sagen. Ob es am Ende reale 380 Kilometer werden, muss einem späteren Test in der Praxis vorbehalten bleiben.
Alle News und Tests zu Opel

Ladezeit, Connectivity und Preis

Ein Stromlade-Champion ist der Ampera-e dagegen weniger. Selbst an einer Schnellladestation (bis 50 kW) gewinnt Opels Elektro-Blitz nur 150 Kilometer Reichweite in 30 Minuten. Wird an der heimischen Steckdose (2,3 kW) über Nacht etwa acht Stunden geladen, dann reicht der Strom für gerade mal rund 50 Kilometer. Mit der geplanten Wandladestation von Opel (4,6 kW) für zu Hause werden es wohl etwas mehr als 100 Kilometer. Für Vielfahrer ist das sicher ein Haken. Dafür ist der Ampera-e in Sachen Connectivity auf der Höhe der Zeit. Opels hilfreicher Service OnStar ist an Bord, und die App "MyOpel" wird für den Ampera-e zum Marktstart noch mal mit neuen Funktionen erweitert. Nur beim Preis schweigt sich Opel weiter aus. In Norwegen, wo der Ampera-e zuerst an den Start geht, liegt er preislich bei rund 39.000 Euro. Für Deutschland wird man diese Summe bis zum Marktstart im Sommer wohl noch auf etwa 35.000 Euro drücken.

Hybrid- und Elektro-Neuheiten bis 2022

VW Crossover-Coupé/I.D. CUVe Illustration Skodas E-SUV Illustration Audi Q4 Illustration

Technische Daten:

Opel Apera-e • Motor: Elektroantrieb, vorne quer • Leistung: 150 kW (204 PS) • Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h • Beschleunigung 0-100 km/h: 7,2 s • max. Drehmoment: 350 Nm • Batterie: 60 kWh Lithium-Ionen • L/B/H: 4,17 / 1,77 / 1,60 Meter • Kofferraum: 381 Liter • Leergewicht: 1616 kg • Verbrauch: 11,5 kWh/100 km • Garantie Batterie: 8 Jahre/160.000 km.

Opel Ampera-e (2016): Fahrbericht

Autor: Markus Mechnich

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung