Mercedes E-Klasse Coupé (2017): Erlkönig

Mercedes E-Klasse Coupé (2017): Vorstellung und Mitfahrt

— 08.12.2016

E-Coupé mit Feuer im Hintern

Anfang 2017 schiebt Mercedes das E-Klasse Coupé nach. Der Zweitürer nutzt die Technik der Limousine – macht aber einen großen Sprung beim Design!

Vorstellung: Länger, leichter und in neuem Design
Interieur: Der größte Unterschied sind die Lüftungsdüsen
Fahren: Erster Fahrbericht im E-Coupé (Update!)
Ausstattung: Auf dem Weg zum autonomen Fahren
Motoren: Bis zu 450 PS in der AMG-Version
Technische Daten und Preise: Mindestens 50.000 Euro für das Coupé

Gebrauchtwagen: Gebrauchte E-Klasse Coupé ab 32.000 Euro

Vorstellung: Länger, leichter und in neuem Design

In der Seitenansicht verzichtet das Coupé gänzlich auf Sicken und Kanten.

Das kommende Mercedes E-Klasse Coupé basiert diesmal tatsächlich auf der namensgebenden E-Klasse-Plattform – anders als das aktuelle Modell, das einen Technik-Mix aus C- und E-Klasse nutzt. Das neue Coupé wird rund 20 Zentimeter länger als der jetzige Zweitürer und um etwa 100 Kilogramm leichter. Optisch macht das Auto einen großen Sprung. "Wenn das Design so weit ist, dass keine Linie mehr weggenommen werden kann – nimm noch eine weg", das ist einer der Leitsätze von Daimler-Chefdesigner Gorden Wagener. Mit dem neuen Coupé der E-Klasse nimmt das Credo Gestalt an. Es ist die Schulterlinie, die nunmehr muskulös angedeutet wird – anstatt per Kante akzentuiert, wie bei den Schwestermodellen. Klassischer und reduzierter ist seit der vielgerühmten Sacco-Ära noch kein Mercedes-Benz aufgetreten.

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Geradezu italienisch mutet die elegante Form an, mit einer breiten und muskulösen Schulter, rahmenlosen Seitenscheiben und schlanken, horizontal ausprägten Rückleuchten. Die Radgrößen liegen zwischen 17 und 20 Zoll, vorne glitzert der charakteristische "Diamantgrill", die aufgeständerten Seitenspiegel setzen einen sportlichen Akzent, der Kofferraumdeckel ist als dezenter Heckspoiler ausgeformt. Klar oberhalb von Audi A5 und BMW 4er positioniert, konkurriert das E-Klasse Coupé auch mit BMW 6er und dem neuen Lexus LC - bietet aber mehr Raum.

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Interieur: Der größte Unterschied sind die Lüftungsdüsen

Das bekannte E-Klasse-Cockpit (Bild) mit den zwei aufpreispflichtigen Monitoren kommt auch ins Coupé.

Die Armaturentafel im Mercedes E-Klasse Coupé mit den charakteristischen, wenngleich aufpreispflichtigen 12,3-Zoll-Bildschirmen ist ein direktes Übernahmeteil aus der Limousine. Wichtigster und ziemlich auffälliger Unterschied sind die futuristischen Luftausströmer, die wie Düsentriebwerke wirken – und es gibt für das Coupé exklusive Dekore. Der große Dreh-Drück-Schalter wird erstmals optional entfallen, Coupé-Fahrer können dann auf ein neugestaltetes Touchpad zurückgreifen. Das Platzangebot darf nunmehr als großzügig bezeichnet werden.
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Vorne sitzt man wie in der Limousine, nämlich hervorragend, doch auch die zwei Einzelsitze im Fond bieten viel Bewegungsfreiheit in alle Richtungen. Klaustrophobiker haben auch dann keinen Anlass zur Beschwerde, wenn die Vordersitze weit nach hinten gefahren werden. Zum luftigen Raumgefühl tragen auch die großen Fensterflächen bei, die vier Seitenscheiben lassen sich komplett versenken, allerdings bleibt hinter einem Steg noch eine kleine Glasecke stehen. Eine hintere Mittelarmlehne fehlt, und das Segment zwischen den Rücksitzen hätte eine etwas hochwertigere Behandlung verdient: Es sind kleine Details, die daran erinnern, dass man im Modellprogramm ja auch noch eine Stufe höher einsteigen kann – nämlich mit dem Coupé der S-Klasse.

Fahren: Kein Drift im Sport-Plus-Modus

Das E-Klasse Coupé ähnelt den Zweitürern von C- und S-Klasse.

Noch ist das in Rotmetallic lackierte Coupé zur Tarnung teilweise abgeklebt. Doch AUTO BILD durfte schon eine Ausfahrt machen – wenn auch nur auf dem Beifahrersitz und im Fond. Der E 400 4MATIC, hier auf 18-Zoll-Alufelgen, befindet sich noch in der finalen Abstimmung, der privilegierte Passagier bekommt davon aber nichts mehr mit. Am 333 PS starken 3,0-Liter-V6 gibt es nichts auszusetzen, besonders eindrucksvoll zeigt sich der Motor im Modus "Sport Plus": Hier tobt beim Schalten und Gaswegnehmen prasselnd ein Feuer im Abgastrakt. Auf Nummer sicher gehen die Daimler-Ingenieure allerdings bei den Assistenzsystemen. Auch der sportlichste Modus lässt nur verhaltene Heckschwenks zu, Drifteinlagen werden hier gebieterisch unterbunden.

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Audi A7 Illustration Skoda Superb Facelift Illustration Mercedes E-Klasse Coupé Illustration

Ausstattung: Auf dem Weg zum autonomen Fahren

Schon in der Serienausstattung, erst recht aber im Rahmen verschiedener Optionspakete, gibt es eine große Zahl digitaler Helferlein, die den Fahrer ununterbrochen überwachen, zensieren und korrigieren. Der Weg zum autonomen Fahren ist bereits ein gutes Stück beschritten, wer allerdings am Steuer ungestört etwa einen kompletten Harry-Potter-Film betrachten will, muss sich weiterhin bei anderen Herstellern umsehen.

Motoren: Bis zu 450 PS in der AMG-Version

Weniger Gewicht und neue Motoren sollen den Verbrauch um bis zu 20 Prozent senken – obwohl die Leistung steigt.

Weniger Gewicht und neu entwickelte Motoren sollen den Verbrauch um bis zu 20 Prozent senken – obwohl die Leistung der Antriebe steigt. Der hausinternen Konkurrenz ist es vermutlich geschuldet, dass die Bäume beim Motorenprogramm nicht in den Himmel wachsen. Als Einstiegsmotorisierung fungieren Vierzylinder-Diesel- und Ottomotoren, darüber rangieren Diesel und Benziner mit sechs Zylindern in V-Anordnung. Den oberen Abschluss des Modellprogramms dürfte ein Reihen-Sechszylinder von AMG bilden, der rund 450 PS leistet und bereits aus einer komplett neuen Motorengeneration stammt. Das entsprechende Modell wird dann allerdings nicht mehr auf die Bezeichnung E 43 hören. Je nach Motorisierung gibt es Hinter- und Allradantrieb, und bis auf die Einstiegsmodelle mit Sechsgang-Schaltung ist überall eine Neunstufen-Automatik Serie.
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Einen Achtzylinder sucht man leider vergebens: Weder haben die Stuttgarter Ingenieure einen regulären V8 vorgesehen, noch wird es ein theoretisch denkbares AMG E 63 Coupé geben. Und damit stellt das E-Klasse Coupé sein Licht etwas unter den Scheffel - denn einen großvolumigen V8 gab es nicht nur beim Vorgänger, sondern er ist auch bei einigen Konkurrenzmodellen zu haben.

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Audi A7 Illustration Mercedes E-Klasse Coupé Illustration

Technische Daten und Preise: Mindestens 50.000 Euro für das Coupé

Der Basispreis liegt zum Marktstart 2017 bei 50.000 Euro. Übrigens: Wer es luftiger will, muss nur ein paar Monate länger warten. Das neue E-Klasse Cabrio mit dick gefüttertem Stoffverdeck folgt im Sommer.

Mercedes E 200 Coupé ● Motor: Reihenvierzylinder-Benziner ● Leistung: 184 PS ● Hinterrad- oder Allradantrieb

Mercedes E 300 Coupé ● Motor: Reihenvierzylinder-Benziner ● Leistung: 245 PS ● nur Hinterradantrieb

Mercedes E 400 Coupé ● Motor: V6-Benziner ● Leistung: 333 PS ● nur Allradantrieb

Mercedes E 220 d Coupé
 ● Reihenvierzylinder-Diesel ● Leistung: 194 PS ● Hinterrad- oder Allradantrieb

Mercedes E 350 d Coupé
 ● Motor: V6-Diesel ● Leistung: 258 PS ● Hinterrad- oder Allradantrieb

Mercedes E-Klasse AMG-Modell ● Motor: Reihensechszylinder ● Leistung: ca. 450 PS ● nur Allradantrieb

Gebrauchtwagen: Gebrauchte E-Klasse Coupé ab 32.000 Euro

Der Vorgänger des Mercedes E-Klasse Coupé bekam 2013 ein Facelift.

Die erste Generation des E-Klasse Coupés heißt C 207, wird seit 2009 gebaut und basiert technisch auf der C-Klasse. Seit 2010 gibt es ein Cabrio mit Stoffverdeck. Mit dem Facelift 2013 gibt es das E 350 Coupé auch mit Allradantrieb. Die Motoren leisten zwischen 163 PS und 408 PS. Der E 200 mit 184 PS oder der E 220 CDI mit 163 PS reichen jedoch völlig aus. Etwas verwirrend: Neben manuellen Sechsganggetrieben (200, 220-250 CDI) gibt es noch Automatikversionen mit fünf, sieben oder neuen Stufen.

Positiv fällt am E-Klasse Coupé die gute Verarbeitung der wertigen Materialien auf. Der Fahrkomfort ist angenehm straff. Der Vorteil der kurzen Plattform: Das E-Klasse Coupé ist wendiger als die Limousine. Der AUTO BILD TÜV-Bericht zeigt: Das Coupé gehört zu den solidesten Autos. Nur die Traggelenke der Achsaufhängung schlagen mit der Zeit aus. Für ordentlich ausgestattete Gebrauchte sind allerdings noch immer um die 32.000 Euro fällig.

Autoren: Stefan Voswinkel, Jens Meiners

Stichworte:

Coupé

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