Putins Angriffskrieg in der Ukraine hat die Spritpreise zum Abheben gebracht, dann kam der Tankrabatt. Zurzeit notiert ein Liter Super E10 im bundesweiten Schnitt bei 1,82 Euro, der Liter Diesel bei 1,96 Euro. (Überblick: So teuer ist Sprit derzeit!) 

Die sparsamsten E-Autos

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Dacia Spring (Testverbrauch: 15,8 kWh)
UVP ab 20.490 EUR, Ersparnis bis zu 8021 EUR  EUR
2.
Renault Twingo Electric (Testverbrauch: 16,4 kWh)
UVP ab 24.370 EUR, Ersparnis bis zu 9.729 EUR  EUR
3.
Hyundai Kona EV (Testverbrauch: 18,8 kWh)
UVP ab 35.650 EUR, Ersparnis bis zu 13.329 EUR  EUR
3.
Fiat 500e (Testverbrauch: 18,8 kWh)
UVP ab 27.990 EUR, Ersparnis bis zu 8970 EUR  EUR
5.
Audi Q4 e-tron (Testverbrauch: 21,1 kWh)
UVP ab 41.900 EUR, Ersparnis bis zu 2316 EUR  EUR
6.
VW ID.3 Pro S (Testverbrauch: 21,3 kWh)
UVP ab 36.960 EUR, Ersparnis bis zu 8226 EUR  EUR
7.
Mercedes EQB 300 4Matic (Testverbrauch: 21,8 kWh)
UVP ab 52.551 EUR; Ersparnis bis zu 10.345 EUR ,00 EUR
8.
Skoda Enyaq iV 80 (Testverbrauch: 21,9 kWh)
UVP ab 44.750 EUR, Ersparnis bis zu 9676 EUR  EUR
8.
VW ID.4 Pro (Testverbrauch: 21,9 kWh)
UVP ab 44.915 EUR, Ersparnis bis zu 8306 EUR  EUR
8.
Opel Mokka-e (Testverbrauch: 21,9 kWh)
UVP ab 37.650 EUR, Ersparnis bis zu 10.122 EUR  EUR
Ursache für die aktuelle Rückwärtsbewegung ist auch der niedrige Ölpreis auf dem Weltmarkt. Dagegen drückt noch immer der Krieg, weil viele Staaten und Energieversorger kein russisches Erdöl mehr kaufen. Autofahrer können jedenfalls sich vorerst etwas entspannen.

Strompreise weniger stark gestiegen als Spritpreise – bislang

Wie lange diese Atempause anhält, ist offen. Wer Auto fährt, fürchtet, irgendwann in der Spritpreis-Falle festzusitzen – und sucht nach Alternativen. Könnte ein E-Auto die Lösung sein? Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox sind E-Autos in Bezug auf die Energiekosten immerhin um bis zu 60 Prozent günstiger als Verbrenner.
Doch aktuell sind nun die Strompreise dran; an der Leipziger Strombörse sprangen sie Anfang Juli auf ein Rekordhoch von 319 Euro pro Megawattstunde – eine Steigerung von mehr als 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Betrug der durchschnittliche Verbraucherpreis für eine Kilowattstunde Strom im vergangenen Jahr 2021 noch 32 Cent, waren es im Januar 2022 laut offiziellen Zahlen 36,19 Cent; Grundlage ist die Berechnung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Allerdings ist auch dieser Wert bereits historisch. Im Juli ermittelte Verivox einen Durchschnittspreis für Haushaltsstrom in Höhe von 40 Cent.
Spritpreise auf Spritpreistafel: Der Tankrabatt macht Benzin und Diesel deutlich billiger
Mitte März 2022 erreichten die Spritpreise Rekordhöhen; Diesel kostete bis zu 2,37 Euro pro Liter – aktuell (Juli) kann man zur richtigen Tageszeit auch für 1,86 tanken.

Dass die Strompreise in Zukunft steigen werden, erwartet auch der BDEW: "Natürlich ist der Krieg in der Ukraine, insbesondere dann, wenn hierdurch weniger Gas aus Russland geliefert würde, ein Faktor, der die Energiepreise beeinflusst und erhöhen dürfte." Angesichts der dynamischen Lage will der Verband bereits im August die durchschnittlichen Strompreise aktualisieren. Das geschieht sonst nur zweimal pro Jahr, im Januar und im Juni.
Grundsätzlich ist beim Strompreis die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern geringer, da nur jeweils rund zehn Prozent vom Strommix in Deutschland anteilig aus Erdgas und Steinkohle sowie 20 Prozent aus Braunkohle stammen. Rund 45 Prozent entstehen bereits aus erneuerbaren Energien, etwa erzeugt von Solar- und Windkraftanlagen.
Wie Wirtschaftsminister Habeck mehrfach bekräftigt hat, soll die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen schon in der zweiten Jahreshälfte 2022 komplett beendet sein.

100 km mit dem VW ID.3 Pro S kosten im Schnitt 7,89 Euro

Wie viel Geld spart man für Energie, wenn man vom Verbrenner auf ein Elektroauto umsteigt? Das hängt natürlich auch vom Verbrauch des Altfahrzeugs ab. Zum Vergleich: Ein VW Golf 1.5 TSI mit 150 PS, gebaut seit 2019, ist kein besonders großes Auto, aber für die meisten Pendler voll ausreichend. Im Schnitt verbraucht der Vierzylinder-Benziner im Alltag etwa 6,5 Liter auf 100 km. Beim aktuellen Spritpreis wären das 11,83 Euro.
VW ID.3 PRO S
Der "Pro S" ist die VW-ID.3-Version mit dem größten Akku (32 kWh) und dem stärksten Motor. Er leistet bis zu 204 PS.
Ein nahezu gleich großer Volkswagen ID.3 Pro S mit 204 PS verbraucht im aktuellen AUTO BILD-Test etwa 21,3 Kilowattstunden auf 100 km. Legt man den oben genannten Durchschnitts-Strompreis vom Juli zugrunde, kostet diese Distanz im kompakten Elektro-VW bereits rund 8,52 Euro. Damit liegt der Abstand zum Verbrenner nur noch bei rund 30 Prozent. Zum Vergleich: Es war mal halb so teuer!
Dacia Spring Electric 45
Der Dacia Spring ist eines der günstigsten E-Autos auf dem Markt – und zugleich eines der sparsamsten und lahmsten.
Wer 100 Kilometer im Dacia Spring, einem der aktuell sparsamsten E-Autos, zurücklegt, der zahlt sogar nur 6,32 Euro. Der Dacia Spring ist überdies mit einem Preis ab 20.490 (abzüglich 9000 Euro Förderprämie) einer der günstigsten vollelektrischen Pkw auf dem Markt.
Die Stromkosten stellen natürlich nur einen Teil der gesamten Autokosten dar: Auch Kaufpreis, Steuern, Versicherungsprämien, Parkgebühren und Instandhaltungskosten gehören zu den Aufwendungen, die Autofahrer tragen müssen.

So viel kostet der Strom für 100 km im E-Auto

1. Dacia Spring: 6,32 Euro/100 km

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Der Dacia Spring gehört zu den genügsamen E-Autos. Nach 20 Sekunden erreicht er Tempo 100, sein Maximaltempo ist bei 125 km/h erreicht. Der Akku hat eine Kapazität von 27,4 kWh, das ist auch eher übersichtlich. Aber die Größe korrespondiert mit dem Energieverbrauch: AUTO BILD hat einen Alltagskonsum von 15,8 Kilowattstunden auf 100 km gemessen. Das ergibt bei einem Strompreis von rund 40 Cent (Verivox-Durchschnittspreis im Juli 2022) reine Fahrtkosten von 6,32 Euro.

2. Renault Twingo Electric: 6,56 Euro/100 km

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Der nächste günstige Kleinwagen mit Elektroantrieb: Der Renault Twingo Electric hat mit 22 kWh einen noch deutlich kleineren Akku. Die Elektroversion ist wie das Verbrenner-Vorbild mit Heckantrieb ausgerüstet. Der E-Motor beschleunigt immerhin bis 138 km/h. Der Laderaum fasst 219 Liter, bei umgelegter Rückbank sind es 980 Liter. Für das Auto spricht sein Kaufpreis (ab 21.790 Euro, abzüglich Förderprämie) sowie der Verbrauch: AUTO BILD ermittelte auf der Testrunde 16,4 Kilowattstunden auf 100 km. Bei einem Strompreis von 37,02 Cent ergibt das Kosten in Höhe von 6,56 Euro.

3. Hyundai Kona Elektro: 7,52 Euro/100 km

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Eine Nummer größer ist das Kompakt-SUV Hyundai Kona Elektro: Mit 4,16 Meter Länge hat der Kona beinahe ID.3-Format. Den Koreaner gibt es in zwei Versionen: die kleine mit 136 PS und 39,2-kWh-Akku und die große mit 204 PS sowie 64-kWh-Energiespeicher. AUTO BILD hat den großen Elektro-Kona (ab 34.400 Euro) im Dauertest und auch den Alltagsverbrauch errechnet: Demnach verbrät der Kona Elektro im Schnitt 18,8 kW Strom. Somit kosten 100 km rund 7,52 Euro.

3. Fiat 500e: 7,52 Euro/100 km

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Der Urvater des Cinquecento ist eine Legende: 1957 war der winzige Fiat für viele Italiener das erste Auto. In 18 Jahren wurden fast vier Millionen Stück gebaut. Die fünfte Generation (gestartet 2020) fährt als Fiat 500e nun rein elektrisch: 3,63 Meter lang und entweder mit 95 PS oder 118 PS stark. Der große 500 hat eine 37 kWh große Batterie, die vom kleinen speichert bis zu 21,3 kWh Energie. Im Alltag kommt der große, der bis 150 km/h schnell fährt, auf einen Verbrauch von 18,8 kWh. Damit fallen – ebenso wie beim Kona – Stromkosten in Höhe von 7,52 Euro je 100 km an. In der Hitliste der E-Autos mit den niedrigsten Fahrtkosten teilen sie sich also den dritten Platz.

5. Audi Q4 e-tron: 8,44 Euro/100 km

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Zwei Nummern größer: Der Audi Q4 e-tron ist – zusammen mit seinen Halbbrüdern VW ID.4 und Skoda Enyaq – ein Kompakt-SUV, das auf der Elektro-Plattform des Volkswagen-Konzerns aufbaut. Mit 4,58 Meter Länge ist es ziemlich geräumig, aber das Format hat natürlich seinen Preis: Bereits leer wiegt der Q4 um die zwei Tonnen. Davon ist rund ein Viertel bereits für den Akku reserviert. Die Leistungs-Bandbreite spannt sich zwischen 170 und 299 PS. AUTO BILD testete die Topversion 50 e-tron quattro (ab 55.600 Euro), die bis zu 180 km/h schnell fährt. Dabei wurde ein Durchschnittsverbrauch von 21,1 kWh ermittelt. Ergibt Energiekosten von 8,44 Euro auf 100 km.

6. VW ID.3 Pro S: 8,52 Euro/100 km

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Der kompakte VW ID.3 ist zwei Zentimeter kürzer als der Golf und stellt auch in anderer Hinsicht einen würdigen Nachfolger des Bestsellers dar: Im Kofferraum hat er mit 385 Liter sogar noch fünf Liter mehr Platz als der Golf, bei umgeklappter Rückbank sind es 1267 Liter – dann sogar 30 Liter mehr als im Golf. Die Ausführung Pro S kostet ab 42.460 Euro und hat 204 PS, das Tempo ist bei 160 km/h gedeckelt. Er beschleunigt in 7,9 Sekunden von 0 auf 100. Im Alltag verbraucht der Pro S rund 21,3 Kilowattstunden. Das ergibt Kosten von 8,52 Euro auf 100 km.

7. Skoda Enyaq iV 80: 8,76 Euro/100 km

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Kein Wunder, dass auch der Skoda Enyaq einen ähnlichen Stromverbrauch hat wie der Q4: Das Kompakt-SUV ist ebenfalls eine Ausgeburt des Elektro-Baukastens. Er ist mit 4,64 Meter Länge deutlich größer, und das merkt man auch im Kofferraum: 585 Liter passen auf Anhieb rein, bei umgeklappter Rückbank sogar 1710 Liter. Inzwischen bietet die tschechische VW-Tochter fünf Versionen an, vom günstigsten iV 50 mit 148 PS (ab 33.800 Euro) bis zum sportlichen RS mit 299 PS (so wie der Q4). AUTO BILD hat das 204 PS starke Modell iV 80 (ab 43.950 Euro) mit dem größten Akku (77 kWh) getestet; dabei kam ein Verbrauch von 21,9 kWh heraus. Ergibt pro 100 km Stromkosten von 8,76 Euro.

7. VW ID.4 Pro: 8,76 Euro/100 km

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Der Dritte im Bunde: Das elektrische Kompakt-SUV VW ID.4 ist eng verwandt mit dem Skoda, daher ist der Durchschnittsverbrauch auch identisch. Die mittlere Version "Pro" hat 174 PS und Heckantrieb. Die Energie für bis zu 160 km/h liefert der große Akku mit 77 kWh Speicherkapazität. Den Pro gibt es ab 44.915 Euro. Im Test wurde ein durchschnittlicher Verbrauchswert von 21,9 kWh ermittelt, das führt ebenfalls zu Energiekosten von 8,76 Euro auf 100 km.

7. Opel Mokka-e: 8,76 Euro/100 km

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Auch der Opel Mokka-e kommt im Alltag auf einen Verbrauch von 21,9 kWh. Damit ist der elektrische Opel Mokka-e etwas weniger effizient, denn im Vergleich zu VW ID.4 und Skoda Enyaq bietet das Mini-SUV gut einen halben Meter weniger Platz an Bord. Es kommt auf ein Leergewicht von rund 1,6 Tonnen, davon fallen rund 300 Kilo auf den Lithium-Ionen-Akku mit 50 kWh. Der Mokka-e beschleunigt in neun Sekunden von 0 auf 100 km/h; Schluss ist bei Tempo 150. Kaufpreis: 34.110 Euro. Die reinen Stromkosten für 100 km Fahrt mit dem Mokka-e liegen bei rund 8,76 Euro.

Im absoluten Kostenvergleich zwischen E-Auto und Verbrenner spielt zum Beispiel der relativ hohe Kaufpreis von Elektroautos eine Rolle. Aber zugleich ist zu berücksichtigen, dass der Wegfall vieler Verschleißteile wie Kupplung, Auspuff, Kraftstofffilter etc. die Wartungskosten von E-Autos relativ niedrig hält.

Von

Roland Wildberg