Alle neuen E-Autos im Überblick

Elektroauto: Reichweite, WLTP; Winter, Batteriegröße, Kapazität, Kosten

Das müssen Sie über die Reichweite von E-Autos wissen

Wie weit kommen E-Autos mit einer Akkuladung? Welches hat die größte Reichweite? Was kosten 100 km im Elektroauto? Antworten auf diese und andere Fragen für den Autokauf!
Beim Tanken geht schon mehr als genug Zeit drauf, wie ergeht es erst E-Autofahrern beim Laden – vor allem, wenn die Ladepause durch einen geleerten Akku erzwungen wird? Kein Wunder, dass sich nahezu jeder potenzielle Käufer eines Elektroautos für dessen Reichweite interessiert. Je weiter die Fahrt pro Ladung, desto seltener die Stopps, desto kürzer die Wartezeit.
Also ist das Elektroauto mit der größten Reichweite auch das beste, oder? Nicht unbedingt.

Wallbox + 100% Ökostrom – exklusives Ladepaket in der AUTO BILD-Edition

Wallbox Charge Amps Halo™
499€ statt 1189 € UVP

Genau 352 Kilometer weit kamen im Jahr 2020 in Deutschland angebotene E-Autos im Durchschnitt. Ein leichter Rückschritt gegenüber 2019, insgesamt aber ein kräftiger Anstieg innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Der aktuelle leichte Rückgang ist durch zwei Dinge begründet: Erstens gibt es im wachsenden Angebot des batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) immer mehr Stadtautos mit einer mittleren Reichweite von 200 bis 400 Kilometern. Und zweitens wird immer häufiger die Reichweite nach der neuen Messmethode WLTP (Worldwide harmonized Light-duty Test Procedure, seit September 2018 für alle Neuwagen verbindlich) statt nach dem großzügigeren NEFZ (Neuer Europäischer Fahr-Zyklus) angegeben.

Das sind die E-Autos mit der größten Reichweite

Traditionell die größte Reichweite aufzuweisen hat Tesla mit seinen E-Auto-Pionieren Model S, Model 3 und Model X. Sie bringen es auf 500 bis 600 Kilometer Strecke ohne Zwischenladung, in einigen Ausführung sogar auf noch mehr. Andere Hersteller – auch deutsche – haben jedoch aufgeholt. Wie bei fast allen Fahrzeugen variieren jedoch auch bei E-Autos die Herstellerangaben und die tatsächlich erbrachten Leistungen um mindestens 10 bis 15 Prozent. Die Reichweiten-Top-Ten nach offiziellen Daten bei den in Deutschland erhältlichen Serienmodellen sieht so aus (Stand: Juni 2021): Tesla Model S Long Range (614 Kilometer), Tesla Model 3 (614 Kilometer), Ford Mustang Mach-E (610 Kilometer), BMW iX (599 Kilometer), Tesla Model X (580 Kilometer, geschätzt), VW ID.3 (549 Kilometer), Polestar 2 (540 Kilometer), Skoda Enyaq IV (536 Kilometer), VW ID.4 (520 Kilometer), Audi e-tron GT (488 Kilometer)

Große Akkus steigern Preis und Gewicht

Eine große Reichweite bedeutet weniger Stopps auf Reisen, doch sie hat nicht nur Vorteile.

©DPA

Die große Reichweite vieler der genannten Modelle sind in großen Akkus begründet. Diese machen ein E-Auto aber auch schwerer und teurer (Kostenvergleich E-Auto vs. Verbrenner). So sind einige Elektroautos selbst mit erhöhter Elektro-Kaufprämie für die meisten Käufer unerschwinglich oder wegen ihres hohen Kaufpreises vom Umweltbonus ausgeschlossen. Allerdings ist längst nicht für jeden E-Autokunden eine Riesen-Reichweite notwendig. Denn der Durchschnittsdeutsche fährt im Jahr rund 13.000 Kilo­meter, macht pro Tag im Schnitt 35 Kilometer. Für diese Stre­cke muss keines der marktüblichen E-Autos jeden Tag an die Ladestation.

Welcher Elektroauto-Typ sind Sie?

Jeder sollte sich also fragen, welcher Elektroauto-Typ er ist: Muss es ein (meist teures) E-Auto mit großer Reichweite sein? Genügt vielleicht auch ein City-Flitzer mit weniger Ausdauer, wie ein Smart EQ, Seat Mii electric oder Honda E? Darf es ein etwas geräumigerer Renault Zoe sein, der Elektro-Bestseller in Deutschland? Oder muss es auch mal richtig weit gehen können, zur Not mit zusätzlichem Verbrennermotor wie bei einem Plug-in-Hybriden ?

Verbrauch: Das kosten 100 Kilometer mit einem E-Auto

An öffentlichen Ladestationen ist die Abrechnung noch immer sehr unterschiedlich.

©DPA

Direkt in Zusammenhang mit der Reichweite steht der Stromverbrauch. Dieser liegt im Durchschnitt laut Herstellerangaben bei 17 Kilowattstunden (kWh) auf 100 Kilometern. Anders ausgedrückt: 1 kWh reicht durchschnittlich für knapp 5,9 Kilometer Reichweite. Der Energieverbrauch ist wie beim Benziner oder Diesel abhängig vom Gewicht des Fahrzeugs und vor allem vom individuellen (Fahr-)verhalten (Tempo, Beschleunigung, Nutzung von externen Stromfressern). Um die Kosten für eine Fahrt über 100 Kilometer mit seinem Elektroauto zu berechnen, muss man den Preis pro kWh mit der benötigten Anzahl an Kilowattstunden multiplizieren und das Ergebnis durch die gefahrenen Kilometer teilen. Beispiel: Wer mit einem Nissan Leaf (Verbrauch kombiniert: 16,6 kWh/100 km) 300 Kilometer weit fährt, zahlt bei einem Preis von 30 Cent pro kWh für den Treibstoff seiner Reise 14,94 Euro (16,6 mal 0,3 Euro mal 3) – oder 4,98 Euro für 100 Kilometer. Allerdings ist diese Rechnung nur bedingt übertragbar, da vor allem beim öffentlichen Laden die Preise höher sein können und nicht immer pro Kilowattstunde abgerechnet wird.

Wallbox + 100% Ökostrom – exklusives Ladepaket in der AUTO BILD-Edition

Wallbox Charge Amps Halo™
499€ statt 1189 € UVP

Außerdem ist entscheidend, mit welcher Leistung und damit wie schnell das Laden geht. Das hängt nicht nur vom benutzten Ladepunkt, sondern auch von der Ladetechnik des eigenen E-Autos ab. Zu bedenken ist dabei auch, dass es beim Aufladen der Batterie immer zu Ladeverlusten von einigen Prozent kommt.

So werden Verbrauch und Reichweite von E-Autos gemessen

So wie bei Verbrennerfahrzeugen gilt auch für E-Autos inzwischen der oben erwähnte WLTP-Prüfzyklus. Auch bei ihnen steigert die nun höhere Durchschnittsgeschwindigkeit den gemessenen Energieverbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer. Zu Beginn des Prüfstandstests muss die Batterie vollständig geladen sein. Am Ende kommt das Fahrzeug wieder an ein Ladegerät, wobei das Kabel mit einem Stromzähler ausgestattet ist, um die Energieverluste beim Laden der Batterie zu berücksichtigen. Der eigentliche Fahrzyklus bei WLTP heißt WLTC ("Worldwide Light-duty Test Cycle"), bei dem Autos je nach Leistungsgewicht in Klassen eingeteilt werden und der die vier Teile Low (Stadtverkehr; Durchschnittstempo 18,9 km/h, Maximalgeschwindigkeit 56,5 km/h), Medium (außerorts; 39,5/76,6), High (Schnellstraße; 56,6/97,4) und Extra High (Autobahn; 92,0/131,3) umfasst. Hinzu kommen Konstantfahrten mit 100 km/h. Der am Ende ermittelte kombinierte Verbrauch in Relation zum Gesamtvolumen des Akkus ergibt schließlich die theoretische Reichweite. Durch die zugrunde gelegten äußeren Bedingungen ist diese in der Realität allerdings nur schwer zu erreichen.

Tipps für mehr Reichweite im Winter

E-Autos verlieren im Winter an Reichweite. Das Hauptproblem ist dabei nicht, dass die Akkus sich bei kalten Temperaturen schneller entladen, sondern dass die vielen Nebenaggregate und Verbraucher massiv an der Range knabbern. Doch es gibt ein paar Tricks, wie man bei E-Autos im Winter die Reichweite bewahren kann. Am wichtigsten ist das Vorheizen des E-Autos vor der Fahrt per App oder Vorprogrammierung, während das Auto noch am Ladekabel hängt. Oder: Sitzheizung statt Autoheizung, geschützt Parken und möglichst im Eco-Modus fahren. Nicht nur im Winter, sondern generell helfen vorausschauendes Fahren, sanftes Beschleunigen, die Nutzung von Rekuperation, das Reduzieren von unnötigem Gewicht im Fahrzeug sowie der richtige Reifendruck beim Energiesparen und somit beim Gewinnen von Reichweite.

Das könnte neben der Reichweite interessant sein

Wer sich für ein neues E-Auto interessiert, darf dank der erhöhten Elektro-Kaufprämie der Bundesregierung auf einen Zuschuss von bis zu 9000 Euro hoffen
Ob sich der Umstieg zur E-Mobilität lohnt, hängt auch von dem Vergleich der Unterhalts- oder Reparaturkosten ab
Firmenwagen mit E-Antrieb werden steuerlich bevorteilt
Auch das sogenannte E-Kennzeichen bringt dem E-Autobesitzer Vorteile
Die Ladeinfrastruktur im persönlichen Umfeld spielt eine große Rolle
So funktioniert das Laden und Bezahlen an einer öffentlichen Ladesäule
Es lauern Gefahren beim Laden an einer Schukosteckdose
So kommt man zu einer Wallbox für das Laden zu Hause, so finanziert sie der Staat mit 900 Euro mit

Fotos: Christoph Börries

Stichworte:

Reichweite

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.