Beim Tanken geht schon immer Zeit drauf, wie ergeht es erst E-Autofahrern beim Laden – vor allem, wenn die Ladepause durch einen geleerten Akku erzwungen wird und der Fahrer es eilig hat? Kein Wunder, dass sich nahezu jeder potenzielle Käufer eines Elektroautos für dessen Reichweite interessiert. Je mehr Kilometer eine Ladung erlaubt, desto seltener die Stopps und desto kürzer die Wartezeit. Ist das Elektroauto mit der größten Reichweite also auch das beste? Nicht unbedingt!

Die zurzeit besten E-Autos

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
Audi Q4 e-tron
BMW iX
Hyundai Ioniq 5
Kia Niro EV
Kia EV6
Mazda MX-30
Opel Corsa-e
Skoda Enyaq iV
Tesla Model 3
Toyota bZ4X
Im Durchschnitt offiziell 352 Kilometer weit kamen in Deutschland angebotene E-Autos im Jahr 2020. Das ist ein leichter Rückschritt gegenüber 2019, insgesamt aber ein kräftiger Anstieg innerhalb der vergangenen fünf Jahre. Der leichte Rückgang ist durch zwei Dinge begründet: Erstens gab es im wachsenden Angebot des batterieelektrischen Fahrzeuge (BEV) immer mehr Stadtautos mit einer mittleren Reichweite von 200 bis 400 Kilometern. Und zweitens wurde vermehrt die Reichweite nach der neuen Messmethode WLTP (Worldwide harmonized Light Vehicles Test Procedure, seit September 2018 für alle Neuwagen verbindlich) statt nach dem großzügigeren NEFZ (Neuer Europäischer Fahr-Zyklus) angegeben.
Mittlerweile etablieren sich jedoch immer mehr größere Elektro-SUVs auf dem Markt, sowohl günstige als auch teurere Premium-Modelle. Dadurch dürfte die Durchschnittsreichweite wieder steigen. Exakte Zahlen für das Jahr 2021 gibt es noch nicht, das Statistik-Portal Statista prognostizierte einen Wert von 435 Kilometern – auch hier dienen die offiziellen Herstellerangaben als Grundlage.

Das sind die E-Autos mit der größten Reichweite

Traditionell die größte Reichweite im gesamten Portfolio verspricht Tesla mit seinen Baureihen Model S, Model 3 und Model X. Sie bringen es ohne Zwischenladung auf 500 bis 600 Kilometer Strecke, einige Ausführungen sollen sogar noch mehr schaffen. Andere Hersteller – auch deutsche – haben jedoch aufgeholt.
Ladestation - Elektroauto
Eine große Reichweite bedeutet weniger Stopps auf Reisen, doch sie hat nicht nur Vorteile.
Das zeigt sich auch in der Reichweiten-Top-Ten nach offiziellen Daten in Deutschland (Stand Januar 2022): 1. Mercedes EQS (768 Kilometer) 2. Tesla Model S Long Range (652 Kilometer, geschätzt), 3. BMW iX (631 Kilometer), 4. Tesla Model 3 (614 Kilometer, geschätzt), 5. Ford Mustang Mach-E (610 Kilometer), 6. BMW i4 (585 Kilometer), 7. Tesla Model X (560 Kilometer, geschätzt), 8. VW ID.3 (549 Kilometer), 9. Polestar 2 (542 Kilometer), 10. Skoda Enyaq IV (536 Kilometer). Wie bei fast allen Fahrzeugen variieren die Herstellerangaben sowie die tatsächlich erbrachten Leistungen auch bei E-Autos um mindestens 10 bis 15 Prozent.

Große Akkus steigern Preis und Gewicht

Die hohen Reichweiten vieler der genannten Modelle sind in großen Akkus begründet. Diese machen ein E-Auto aber auch schwerer und teurer (Kostenvergleich E-Auto vs. Verbrenner). So sind einige Elektroautos selbst mit erhöhter Elektro-Kaufprämie für die meisten Käufer unerschwinglich oder wegen ihres hohen Kaufpreises vom Umweltbonus ausgeschlossen. Allerdings ist längst nicht für jeden E-Autokunden eine Riesen-Reichweite notwendig. Denn der Durchschnittsdeutsche fährt im Jahr rund 13.000 Kilo­meter – das macht pro Tag im Schnitt 35 Kilometer. Für diese Stre­cke muss keines der marktüblichen E-Autos jeden Tag an die Ladestation.

Welcher Elektroauto-Typ sind Sie?

Jeder sollte sich also fragen, welcher Elektroauto-Typ er ist: Muss es ein (meist teures) E-Auto mit großer Reichweite sein? Genügt vielleicht auch ein City-Flitzer mit weniger Ausdauer, zum Beispiel ein Smart EQ oder ein Honda e? Darf es ein etwas geräumigerer Renault Zoe sein, lange Zeit der Elektro-Bestseller in Deutschland? Oder muss es auch mal richtig weit gehen können, zur Not mit zusätzlichem Verbrennermotor wie bei einem Plug-in-Hybriden?
Elektro Ladestation Ladesäule
An öffentlichen Ladestationen verläuft die Abrechnung noch immer sehr unterschiedlich.

Stromverbrauch: Das kosten 100 Kilometer mit einem E-Auto

Direkt im Zusammenhang mit der Reichweite steht der Stromverbrauch. Legt man die Herstellerangaben zugrunde, liegt der im Durchschnitt bei 17 Kilowattstunden (kWh) auf 100 Kilometer. Anders ausgedrückt: Eine kWh reicht durchschnittlich für knapp 5,9 Kilometer Reichweite. Der Energieverbrauch ist wie beim Benziner oder Diesel abhängig vom Gewicht des Fahrzeugs und vor allem vom individuellen (Fahr-)verhalten (Tempo, Beschleunigung, Nutzung von externen Stromfressern). Hier ein Überblick über den Stromverbrauch von E-Autos auf 100 km im Alltag.
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Außerdem ist entscheidend, mit welcher Leistung und damit wie schnell das Laden geht. Das hängt nicht nur vom benutzten Ladepunkt, sondern auch von der Ladetechnik des eigenen E-Autos ab. Maß aller Dinge ist aktuell das 800-Volt-System, die aktuell der Porsche Maycan (plus Cross Tourismo), der Hyundai Ioniq 5, der Audi e-tron GT, der Kia EV6 und der Genesis Electrified G80 zu bieten haben. Zu bedenken ist dabei auch, dass es beim Aufladen der Batterie immer zu Ladeverlusten von einigen Prozentpunkten kommt.

So werden Verbrauch und Reichweite von E-Autos gemessen

So wie bei Verbrennerfahrzeugen gilt auch für E-Autos inzwischen der oben erwähnte WLTP-Prüfzyklus. Auch bei ihnen steigert die nun höhere Durchschnittsgeschwindigkeit den gemessenen Energieverbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer. Zu Beginn des Prüfstandtests muss die Batterie vollständig geladen sein. Am Ende kommt das Fahrzeug wieder an ein Ladegerät, wobei das Kabel mit einem Stromzähler ausgestattet ist, um die Verluste beim Laden der Batterie zu berücksichtigen.
Der eigentliche Fahrzyklus bei WLTP heißt WLTC ("Worldwide harmonized Light-duty Test Cycle"), bei dem Autos je nach Leistungsgewicht in Klassen eingeteilt werden und der die vier Teile "Low" (Stadtverkehr; Durchschnittstempo 18,9 km/h, Maximalgeschwindigkeit 56,5 km/h), "Medium" (außerorts; 39,5/76,6 km/h), "High" (Schnellstraße; 56,6/97,4 km/h) und "Extra High" (Autobahn; 92,0/131,3 km/h) umfasst. Hinzu kommen Konstantfahrten mit 100 km/h. Der am Ende ermittelte kombinierte Verbrauch in Relation zum Gesamtvolumen des Akkus ergibt schließlich die theoretische Reichweite. Durch die zugrunde gelegten äußeren Bedingungen ist diese in der Realität allerdings nur schwer zu erreichen.

Tipps für mehr Reichweite im Winter

E-Autos verlieren im Winter an Reichweite. Das Hauptproblem ist nicht, dass sich die Akkus bei kalten Temperaturen schneller entladen, sondern dass die vielen Nebenaggregate und Verbraucher massiv an der Reichweite knabbern. Doch es gibt ein paar Tricks, wie man bei E-Autos im Winter die Reichweite bewahren kann. Am wichtigsten ist das Vorheizen des E-Autos vor der Fahrt per App oder Programmierung, während das Auto noch am Ladekabel hängt.
Oder: Sitzheizung statt Autoheizung, geschützt parken und möglichst im Eco-Modus fahren. Nicht nur im Winter, sondern generell helfen vorausschauendes Fahren, sanftes Beschleunigen, die Nutzung von Rekuperation, das Reduzieren von unnötigem Gewicht im Fahrzeug sowie der richtige Reifendruck beim Energiesparen und somit beim Gewinnen von Reichweite.

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