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Mercedes EQC (2019): Update!

Alles zum Elektro-SUV EQC

Mercedes präsentiert sein erstes voll elektrisches Auto: den EQC. Das SUV soll 450 Kilometer Reichweite schaffen und Mitte 2019 für 70.000 Euro auf den Markt kommen.

Vorstellung

Mit dem Mercedes EQC beginnt bei Daimler ein neues Kapitel. Das Elektro-SUV ist das erste Produkt der Marke "EQ": Die beiden Buchstaben stehen für "Electric Intelligence" und sollen laut Hersteller "die Markenwerte Emotion und Intelligenz" zusammenführen. Bis 2022 will Mercedes zehn elektrische Modelle am Start haben. Der EQC wird voraussichtlich im Frühsommer 2019 auf den Markt kommen. AUTO BILD schätzt den Einstiegspreis auf 70.000 Euro.

Design

Der schwarz eingefasste Grill ist das Gesicht der neuen Mercedes-Marke EQ.

Optisch ähnelt der Mercedes EQC seinem Plattformbruder GLC. Damit fährt der EQC auf einer Verbrenner-Plattform – eine eigenständige Basis für Elektrofahrzeuge ist bei Mercedes noch in der Entwicklung. Dadurch hat der EQC einen – für E-Autos recht unnötigen – großen Vorderwagen. Andererseits können Kunden von den Ähnlichkeiten zwischen EQC und GLC profitieren. So dürfte es keine Engpässe bei der Produktion ab 2019 in Bremen geben. Der EQC wird als rein elektrisches Fahrzeug in die laufende Serienfertigung integriert. Um den EQC vom GLC abzugrenzen, positioniert Mercedes das E-SUV mit seiner gestreckten Dachlinie und der Scheibengrafik mit einer tief positionierten Bordkante zwischen den Kategorien SUV und SUV-Coupé.
 
Neues Marken-Gesicht
Auffällig an der Front ist die große Black-Panel-Fläche, die die Scheinwerfer und den Grill umschließt. Den oberen Abschluss des Black Panels bildet ein Lichtleiter als optische Verbindung zwischen den Tagfahrlichtern. Die Innenverkleidung der serienmäßigen LED-Scheinwerfer ist schwarz.

Innenraum

Im EQC ist das Raumgefühl besser als im GLC. 

Wer beim Einstieg in den EQC futuristisch anmutenden Elektro-Hightech wie bei einem Toyota Prius erwartet, der wird enttäuscht. "Gut!", werden sich viele denken. Mercedes will bei seinem ersten Elektro-SUV nicht die Kunden erschrecken und setzt daher auf bekanntes und bewährtes Design. Und streng genommen ist das MBUX schon jede Menge Hightech. Allerdings nichts, vor dem man sich fürchten sollte, denn beim ersten Check von AUTO BILD hat sich das neue Infotainmentsystem bestens geschlagen. Im EQC verfügt das MBUX zusätzlich über Anzeigen für Reichweite, Ladezustand und Energiefluss. Zur weiteren optischen Unterscheidung setzt Mercedes im EQC nicht auf die runden Luftausströmer wie im GLC, stattdessen kommen hier senkrechte und waagerechte Lüftungslamellen in Roségold zum Einsatz. Die Klimabedienelemente sind leicht zum Fahrer geneigt. Dadurch sitzen die MBUX-Displays nicht vorne auf dem Armaturenträger, sondern sind zur Mitte leicht nach hinten versetzt. In Kombination mit der sich zur Mittelarmablage verjüngenden Mittelkonsole entsteht so ein besseres Raumgefühl als beim GLC. Das passt zu einem Elektroauto, was in der Regel immer mit mehr Platz punktet, als ein Verbrenner. 
Fazit von Redakteur Robin Hornig: Ich persönlich hätte mir etwas mehr Mut beim Design von Mercedes und damit mehr Übernahmen von der Studie EQ gewünscht. Elektromobilität muss ins Auge fallen. Genau das Gegenteil behaupten andere – und denen wird auch der EQC mit seinem durchdachten Gesamtkonzept gefallen. Und spätestens bei der Innenraumgestaltung mit dem überarbeiteten MBUX bin ich wieder komplett überzeugt, hier ist der EQC der bessere GLC.

Update für MBUX

Beim EQC bekommt das MBUX die neue Kachel "EQ" hinter der sämtliche Ladeeinstellungen, Verbrauchsinfos und Energieflüsse abgelegt sind. Mit den Ladeeinstellungen lässt sich planen, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit der EQC geladen werden soll. Das funktioniert auch über die Sprachsteuerung: "Hey Mercedes, lade das Auto zu morgen früh 8 Uhr" und schon geht es am nächsten Tag mit einem vollen Akku zur Arbeit.
Sprachsteuerung auch für Beifahrer
Ein weiteres Update wird auch bei weiteren neuen Modellen wie dem GLE zum Einsatz kommen. Die Spracherkennung erkennt im EQC ob der Fahrer oder Beifahrer spricht und setzt dementsprechend Befehle um. Wenn der Beifahrer sagt "Mercedes, mach die Sitzheizung an", dann schaltet sich die Sitzheizung für den Beifahrer ein. Zuvor musste der Fahrer die Anweisung für seinen Nebenmann übernehmen. Das funktioniert auch bei der Klimaeinstellung. Zukünftig ist auch eine Spracherkennung für die Passagiere im Fond denkbar. Voraussetzung dafür ist jeweils ein eigenes Mikrofon, weswegen beispielsweise die neue A-Klasse nicht vom Update profitieren wird.
MBUX jetzt mit Onlinemusik
Alle Fahrzeuge mit MBUX bekommen nun mit einem Softwareupdate Onlinemusik. Das funktioniert über den Streamingdienst Tidal, den Neukunden vorerst für ein Jahr kostenlos nutzen können, bevor ein Mitgliedsbeitrag wie bei Spotify fällig wird. Dafür bekommt man über die Sprachsteuerung sein eigenes Wunschkonzert: "Mercedes, spiele Musik von den Rolling Stones" – und schon greift Mercedes auf die riesige Musikdatenbank von Tidal zu und sucht einen Titel der britischen Kultrocker. Auch Titel der Interpreten lassen sich direkt anwählen.

Antrieb und Batterie

Das Antriebssystem ist neu und kommt mit je einem elektrischen Antriebsstrang (eATS) an Vorder- und Hinterachse – damit profitiert der EQC von den Fahreigenschaften eines Allradantriebs. Die Gesamtleistung liegt bei 300 kW (408 PS), das maximale Drehmoment beider E-Maschinen beträgt 765 Nm. Und wie ein verbrauchsoptimierter moderner Allradantrieb ist auch der E-Antrieb auf Effizienz getrimmt. Die vordere E-Maschine übernimmt den schwachen bis mittleren Lastbereich, die hintere bestimmt die Dynamik. Die Lithium-Ionen-Batterie im Fahrzeugboden hat eine Kapazität von 80 kWh und ein Gesamtgewicht von 650 kg. Um das für (batteriebedingt) schwere Elektroautos typische Poltern im Innenraum zu mindern, hat Mercedes die Antriebsstränge über Gummilager an Hilfsrahmen und Karosserie entkoppelt.
Der Fahrer des Mercedes EQC kann aus fünf Fahrprogrammen wählen: Comfort, Eco, Max Range, Sport und Individual. Darüber hinaus lässt sich über Schaltwippen hinterm Lenkrad die Rekuperationsleistung beeinflussen.
 
ECO-Assistent für sparsames Fahren
Der "ECO-Assistent" soll beim sparsamen Fahren helfen. Wie bei vielen anderen E-Autos bekommt der Fahrer Hinweise – etwa wenn er den Fuß vom Gaspedal nehmen kann, um das Auto "segeln" oder vor einem Tempolimit gezielt rekuperieren zu lassen. Dafür werden Navigationsdaten, Verkehrszeichenerkennung und Informationen der Sicherheitsassistenten (Radar und Stereokamera) genutzt.

Reichweite und Laden

Der Mercedes EQC soll mit einer Akkuladung 450 Kilometer schaffen.

Die Reichweite laut NEFZ liegt bei 450 Kilometern. Der EQC verfügt serienmäßig über einen wassergekühlten On-Board-Lader (OBL) mit einer Leistung von 7,4 kW und ist damit für das Wechselstrom-Laden (AC-Laden) zu Hause und an öffentlichen Ladestationen vorbereitet. An einer Mercedes-Wallbox soll der Akku bis zu drei Mal schneller geladen sein als an einer Haushaltssteckdose. Noch schneller könnte der EQC serienmäßig über eine Ladestation mit Gleichstrom auftanken, zum Beispiel an einem CCS (Combined Charging Systems) mit einer maximalen Leistung von bis zu 110 kW. Die Ladezeit von zehn auf 80 Prozent Restkapazität (SoC) beträgt dann laut Mercedes etwa 40 Minuten.
Via MBUX oder per "Mercedes me Charge"-App lassen sich mit dem Navigationssystem Ladestationen finden, die mit einer integrierten Bezahlfunktion ausgestattet sind. "Mercedes me Charge" ermöglicht auch den Zugang zu den Schnellladestationen des paneuropäischen Schnellladenetzes von Ionity. Entlang der Hauptverkehrsachsen in Europa wird Ionity bis 2020 insgesamt rund 400 Schnellladestationen errichten und betreiben. Das Gemeinschaftsunternehmen von BMW, Daimler, Ford und Volkswagen (mit Audi und Porsche) wurde im November 2017 gegründet.
Nach Angaben von Mercedes wird die Batterie in Deutschland bei der hundertprozentigen Daimler-Tochter "Deutsche Accumotive" in Kamenz/Sachsen gefertigt.

Fahrbericht

Von 0 auf Tempo 100 geht es in 5,1 Sekunden.

AUTO BILD konnte für einen ersten Fahreindruck auf dem Beifahrersitz eines noch getarnten Vorserienmodells Platz nehmen. Der Mann am Steuer heißt Michael Kelz, ist seit vier Jahren Baureihenleiter und fast genauso lang begeisterter Elektroauto-Fahrer. "Man muss umdenken, aber das lohnt sich auch", verspricht der Ingenieur. Und wie genau umdenken? "Nun, die Höchstgeschwindigkeit darf im Kopf keine Rolle mehr spielen. Und die Fahrweise sollte man dem Antriebskonzept anpassen", sagt Kelz. Heißt konkret: Der EQC lässt sich mit nur einem Pedal fahren! Einmal das Gas lupfen reicht – und schon nimmt der Wagen automatisch Tempo raus. Rekuperieren nennt das der Fachmann.
Insgesamt gibt es vier Stufen (von Eco bis Sport) mit unterschiedlich starker Energie-Rückgewinnung. Wie immer gilt auch hier: Wer das Gaspedal gnadenlos durchdrückt, treibt die Reichweitenanzeige direkt in die Depression. Bei normaler Fahrweise kommt der EQC nach dem neuen WLTP-Zyklus mit einer Akkuladung über 400 Kilometer weit. Vollgas bei Minusgraden dürfte den Aktionsradius aber halbieren. Die zwei E-Motoren beschleunigen den E-Benz in knapp fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das schafft zwar auch der GLC 43 AMG, aber der brüllt sich dabei die Seele aus dem Leib und trinkt im Zeitraffer seinen Tank leer. Der EQC hingegen bleibt bei jeder Beschleunigungsorgie still.

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Technische Daten

Direkte CO2-Emission: 0 g/kg
Stromverbrauch (NEFZ): 22,2* kWh/100 km
Reichweite (NEFZ): über 450* km
Antrieb: 2 Asynchron-Maschinen, Allradantrieb
Nennleistung: 300 kW (408 PS)
Max. Drehmoment: 765 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h (abgeregelt)
Beschleunigung 0-100 km/h: 5,1 s
Batterie: Lithium-Ionen
Energieinhalt Batterie (NEFZ): 80 kWh
Batteriegewicht: 650 kg
Länge/Breite (mit Spiegel)/Höhe: 4761/1884 (2096) /1624 mm
Spurweite (VA/HA): 1625/1615 mm
Radstand: 2873 mm
Gepäckraum (je nach Ausstattung): ca. 500 L
Leergewicht/zul. Gesamtgewicht/Zuladung (DIN): 2425*/2930/505 kg
zul. Anhängelast bei 12% Steigung: 1800 kg

*vorläufige Angaben

Daimler-Chef Zetsche zum EQC

Für Daimler-Chef Dieter Zetsche gilt auch beim EQC "Das Beste oder nichts". 

Kurz vor der Premiere stand Daimler-Chef Dieter Zetsche den Journalisten Rede und Antwort. Zetsche versprach dabei, dass Mercedes sich auch beim EQC an seinem Slogan "Das Beste oder nichts" messen lassen kann. Das Elektro-SUV werde das "beste Gesamtpaket" in dem Segment liefern. Es sei ein Zusammenspiel lauter guter Eigenschaften, wie zum Beispiel die Akustik beim Komfort. Zur Auslieferung des EQC sagte Zetsche nichts, und so muss weiter spekuliert werden, dass er erst Mitte/Ende des zweiten Quartals 2019 auf den deutschen Markt kommt. Eine Bevorzugung etwa des chinesischen Marktes wird es bei der Auslieferung nicht geben. Neben Kunden von Mercedes ziele man auch darauf ab, Neukunden zu gewinnen – und zwar mit einer "nennenswerten Eroberungsrate". Zetsche bestätigte, dass Mercedes weiterhin eine eigene Elektroplattform entwickle. Mittel- bis langfristig wird aber erst mal auf konventionelle Verbrenner-Plattformen wie beim EQC gesetzt, um eine bessere Auslastung bei der Produktion zu gewähren. Und wie geht es weiter? Mercedes will bis zum Jahr 2022 zehn Modelle elektrifizieren. Und da führt für Zetsche auch nichts an einer Limousine vorbei.

Autoren: , Georg Kacher

Stichworte:

SUV

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