Mercedes EQC (2019): Erste Infos, Mitfahrt

Mercedes EQC (2019): Vorschau, Technik, Test

Erste Infos zum Mercedes EQC!

Das vollelektrische SUV Mercedes EQC fährt 2019 in die Lücke zwischen GLC und GLE. AUTO BILD hat die Mitfahrt und erste Infos!
Mercedes treibt die EQ-Modelle voran! Dabei sind die Stuttgarter schon fleißig am Testen. Bis der EQC aber 2019 als erstes Serienmodell aus Daimlers neuer EQ-Familie auf den Markt kommen wird, werden rund 200 Prototypen in allen Ecken dieser Erde durch unwirkliche Gegenden gehetzt. Alles nur, um potentielle Fehlerquellen auszumerzen. Die Bandbreite reicht von arktischer Kälte bei -35 Grad, bis zu tropischer Hitze, die 40 Grad überschreitet. Das kompakte SUV soll mit Tesla, Audi e-tron (dem elektrifizierten Q5-Nachfolger) und dem 2020 erwarteten BMW i5 konkurrieren. Insgesamt soll es vier Varianten geben, vom kleinen EQA bis zum noblen EQS. Daimler wird den neuen Mercedes EQC am Standort Bremen bauen. Einen ersten Ausblick auf die Serienversion hat die auf dem Autosalon Paris 2016 vorgestellte Studie Generation EQ gegeben.

Mercedes zielt vor allem auf Tesla (Update!)

200 solcher Prototypen sollen Fehlerquellen erkennbar machen.

Der Name "EQ" steht bei Daimler für "Electric Intelligence": Die Markenwerte Emotion und Intelligenz sollen damit zusammenfließen, heißt es. Bis 2025 sollen mehr als zehn elektrische Mercedes auf dem Markt sein. Um die Markteinführung des EQC vorzuziehen, hat Mercedes ihn mit den Genen des GLC verschmolzen. Der Aufbau des E-Crossovers entspricht also im Wesentlichen der Großserie. Der Antrieb ist dagegen komplett neu, denn im Bauch des Autos müssen die Batterien untergebracht werden – und der  E-Motor beansprucht viel weniger Platz als ein Verbrenner samt Neunstufenautomatik. Die E-Maschine und Leistungselektronik bilden im EQC eine Einheit, die an einem Trägerrahmen aufgehängt ist. Der wiederum ist an den klassischen Motorlagern befestigt. Durch diese zweifache Entkopplung werden die Geräusche und Vibrationen weitgehend eliminiert, das soll den EQC besonders leise machen. Außerdem hat das auch einen Produktionsvorteil, denn der EQC basiert auf der EVA I-Plattform. Somit kann er auf der gleichen Linie, wie der GLC laufen, nur beim Einbau der knapp 600 Kilogramm schweren Batterie muss der EQC kurz austreten.

Akkus könnten aus Südkorea stammen (Update!)

Die angedeuteten Endrohre sind reine Show, der EQ C produziert weder Sound noch Abgase.

Die Akkus bestehen aus Pouchzellen und woher die kommen, verrät Mercedes noch nicht. Es dürften aber entweder "SK Innovation" oder "LG Chem", beides Südkoreaner, als Produzenten in Frage kommen. Mercedes will nichts dem Zufall überlassen, bei Bedarf kann die Zellart und damit auch der Zulieferer gewechselt werden. Das Batteriemanagement, die Kühlung und die Einbindung der Akkus in das Gesamtsystem übernehmen die Daimler-Ingenieure aber, trotz Zulieferer-Batterien, selbst.

Neue Mercedes (2018, 2019, 2020, 2021 und 2022)

Mercedes EQS Illustration

Die Studie Generation EQ gibt einen Ausblick auf den EQC

Alles Touch in der Studie: Bis auf die Sitzverstellung gibt es keine klassischen Schalter mehr.

Die angepasste, nach wie vor aber konventionell ausgelegte Radaufhängung verspricht einen kleinen Wendekreis, das höhere Fahrzeuggewicht einen besseren Federungskomfort. Besonders markant ist das EQ-Gesicht mit viel Chrom, weiß leuchtendem Stern und variabler Luftführung zur Kühlung der Akkus. Zudem hat das Concept eine glänzend schwarze Motorhaube – der dunkle Farbton zieht sich weit ins getönte Glasdach. Auf Türgriffe und Außenspiegel verzichtet Mercedes beim Generation EQ, ihren Job übernehmen Sensoren und Kameras.Den Innenraum samt Cockpit hat Mercedes komplett neu gestaltet. Dabei geht es neben intuitiver Funktionalität und hochwertiger Anmutung vor allem um die markentypische Inszenierung der neuen Elektrowelt. Die fängt beim Beleuchtungskonzept an und endet beim Zusammenspiel der weitgehend frei konfigurierbaren Bildschirme, die ein visuell spektakuläres Ensemble bilden. Normale Knöpfe gibt es kaum, den Informationsgehalt auf den Displays können sich die Fahrer selbst zusammenstellen. Dazu gibt's eine Navigation mit detaillierten 3D-Ansichten sowie die bekannten Fahrassistenten inklusive Car-to-X-Technologie, über die das Konzept mit anderen Autos kommuniziert.

Neue Plug-in-Hybrid- und Elektroautos bis 2025

Hybrid- und Elektro-Neuheiten bis 2025Hybrid- und Elektro-Neuheiten bis 2025
Die Botschaft hinter dem Ganzen ist klar: Moderne Elektroautos stehen nicht für Verzicht und Einschränkung, sondern für Emotion, Intelligenz und Fahrspaß. Der Generation EQ ist die Vorstufe einer komplett maßgeschneiderten E-Auto-Matrix. Der Preis für die Serienvariante hängt von der endgültigen Spezifikation ab, dürfte je nach Batterieleistung zwischen 60.000 und 80.000 Euro rangieren.

Fahrbericht: Rund 400 Kilometer sind drin

Video: Mercedes EQ GLC/GLE (2022)

So kommen die neuen E-SUVs

Wir durften für einen ersten Fahreindruck auf dem Beifahrersitz eines noch getarnten Vorserienmodells Platz nehmen. Der Mann am Steuer heißt Michael Kelz, ist seit vier Jahren Baureihenleiter und fast genauso lang begeisterter Elektroauto-Fahrer. "Man muss umdenken, aber das lohnt sich auch", verspricht der Ingenieur. Und wie genau umdenken? "Nun, die Höchstgeschwindigkeit darf im Kopf keine Rolle mehr spielen. Und die Fahrweise sollte man dem Antriebskonzept anpassen", sagt Kelz. Heißt konkret: Der EQC lässt sich mit nur einem Pedal fahren! Einmal das Gas lupfen reicht – und schon nimmt der Wagen automatisch Tempo raus; rekuperieren nennt das der Fachmann. Insgesamt gibt es vier Stufen (von Eco bis Sport) mit unterschiedlich starker Energie-Rückgewinnung. Wie immer gilt auch hier: Wer das Gaspedal gnadenlos durchdrückt, treibt die Reichweitenanzeige direkt in die Depression. Bei normaler Fahrweise kommt der EQC nach dem neuen WLTP-Zyklus mit einer Akkuladung über 400 Kilometer weit. Vollgas bei Minusgraden dürfte den Aktionsradius aber halbieren.

Fast sorgenfrei elektrisch fahren: Mercedes verspricht für den EQC rund 400 Kilometer Reichweite.

Immerhin: Schnellladen auf 80 Prozent Ladezustand dauert nur rund 20 Minuten. Was aber, wenn dem rund 70 kWh großen Batteriepack unterwegs der Saft auszugehen droht? "Dann setzt eine gestaffelte Notfallstrategie ein, die informiert, wo die nächste Ladesäule steht. Wenn der Weg dorthin zu weit ist oder wenn plötzliche Temperaturspitzen auftreten, wird die Leistung stufenweise reduziert. Irgendwann ist allerdings Ende Gelände – da unterscheidet sich eine leere Batterie nicht von einem leeren Tank", sagt der Baureihenleiter. Und sonst? Macht der EQC einen guten Eindruck. Dank zwei Motoren, einer vorn und einer hinten, jeweils 204 PS und fast 400 Newtonmeter stark. Sie beschleunigen den E-Benz in knapp fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das schafft zwar auch der GLC 43 AMG, aber der brüllt sich dabei die Seele aus dem Leib und trinkt im Zeitraffer seinen Tank leer. Der EQC hingegen bleibt bei jeder Beschleunigungsorgie still.

Mercedes EQC (2019): Erste Infos, Mitfahrt

Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Ja, wir müssen umdenken! Elektro kann auch agil und relativ bezahlbar sein – ohne Reichweitenangst, aber dafür mit viel Fahrspaß. Der stille EQC ist für mich Luxus 2.0.

Autoren: , Georg Kacher, Wolfgang Gomoll

Stichworte:

SUV

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