Nach dem Kauf eines E-Autos oder eines Plug-in-Hybriden (Vor- und Nachteile im Pro und Kontra) soll das Fahrzeug im Alltag möglichst unkompliziert geladen werden, unterwegs vor allem an öffentlichen Ladesäulen. Eine gut funktionierende öffentliche Ladeinfrastruktur ist elementar wichtig für die Verbreitung der E-Mobilität in Deutschland, die Zahl der Ladestationen und Wallboxen wächst beständig. Anfang 2022 gab die Bundesnetzagentur mehr als 50.000 Stationen an, doch das sind nicht alle. 39 Prozent der aufgenommenen Energiemengen werden (halb-)öffentlich geladen, immer mehr inzwischen auf Kundenparkplätzen (12 Prozent).
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Zum problemlosen Ladevorgang gehört ein einfaches und verständliches Bezahlsystem. Der Griff zur Kredit- oder Girokarte-Karte (auch EC-Karte genannt) wie im Supermarkt oder an der Tankstelle hilft bisher kaum. Das dürfte sich Zug um Zug ab dem 1. Juli 2023 ändern, denn dann greift die überarbeitete Ladesäulenverordnung. Damit müssen neue Ladesäulen ab Mitte 2023 die technische Möglichkeit bieten, mit einer üblichen Bezahl- oder Kreditkarte spontan das Laden zu bezahlen.

Was sollte man zum Laden von E-Autos wissen?

Wie funktioniert so ein Ladevorgang? Und wie läuft das Bezahlen mit einer Karte oder per App? Wie viele Ladestationen gibt es überhaupt in Deutschland, und wie finde ich sie? Welche häuslichen Stromtarife für E-Autos gibt es, und was für öffentliche Ladetarife? Diese Fragen werden immer relevanter, denn in Deutschland werden immer mehr Elektroautos verkauft (alle neuen E-Autos bis 2026), nicht zuletzt dank der erhöhten Kaufprämie, die bis 2025 verlängert wurde. AUTO BILD liefert Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Laden und Bezahlen an Ladesäulen!

Ladestationen für E-Autos: Fragen und Antworten

Wie funktioniert das Laden an einer Ladesäule?

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Das Laden eines Elektroautos funktioniert ähnlich wie das Tanken, nur dass das elektrische Laden deutlich länger dauert. Das Fahrzeug wird neben der Ladesäule geparkt und mit einem Kabel und je einem Stecker an Auto und Ladestation angeschlossen. Das Equipment muss meist mitgebracht werden; an einigen öffentlichen Ladestationen, meist sind es Schnellladesäulen, muss man das fest installierte Kabel nur ins Auto stöpseln. Geladen wird entweder: a) per Wechselstrom (AC = Alternating Current) mit einem Typ-2-Stecker (Mennekes) oder einem Schuko-Stecker an einer Haushaltssteckdose; oder b) per Gleichstrom (DC = Direct Current) mit einem CCS-Stecker (CCS = Combined Charging System). Der in Japan entwickelte CHAdeMO-Stecker ist vor allem in Asien und den USA verbreitet, in Europa stirbt er langsam aus. Ein Normalladepunkt gibt Wechselstrom im Bereich von 3,7 bis 22 Kilowatt ab, der für das Aufladen der Elektroauto-Batterie vom Onboard-Ladegerät des Fahrzeugs in Gleichstrom umgewandelt wird.
Ein normaler Ladevorgang mit einem Elektroauto läuft so ab: Ladekabel holen, Ladebuchse am E-Auto (meist an der Front oder dort, wo bei Verbrennern die Tanköffnung ist) öffnen und Stecker anschließen. Dann die Ladesäule freischaltenStecker an die Ladesäule anschließen. Nach dem Ladevorgang in der gleichen Reihenfolge das Kabel wieder abnehmen. Wie schnell der Akku aufgeladen ist, hängt von der Ladesäule, der Ladeleistung des E-Autos und vom Ladekabel ab.

Wie bezahlt man an einer Ladestation?

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Die gängigsten Methoden beim Bezahlen an einer öffentlichen Ladestation sind die per Ladekarte (mit Rechnung meist am Monatsende) oder die per Smartphone-App (mit Direktabbuchung). Selten ist auch die Zahlung per Giro/Kreditkarte (mit vorheriger Anmeldung) oder SMS (über Prepaid oder die Stromrechnung ihres Hausanbieters) möglich. Allerdings sieht die neue Ladesäulenverordnung vor, dass alle ab 1. Juli 2023 errichteten neuen Ladestationen das Bezahlen mit mindestens einer gängigen Debit- oder Kreditkarte ermöglichen.
Ladekarten mit einem sogenannten RFID-Chip werden meist vor ein Kontaktfeld an der Säule gehalten, die App kann per QR-Code an der Ladesäule aktiviert werden. Bei beiden Methoden ist üblicherweise eine vorherige Registrierung beim jeweiligen Anbieter notwendig. Davon gibt es im deutschsprachigen Raum etwa 300. Eine Alternative ist das sogenannte E-Roaming, es ermöglicht das Bezahlen mit einer Ladekarte bei mehreren Stromanbietern.
Der Tarifdschungel in Deutschland ist leider noch dicht und unübersichtlich – dafür sorgt die Vielfalt an Pauschalen (Session Fees), Start- und Grundgebühren, Vorzugstarifen oder zeitlichen Abrechnungen, die sogar das Bundeskartellamt auf den Plan riefen. Seit dem 1. April 2019 müssen Anbieter eigentlich an öffentlichen Ladestationen eine Abrechnung nach tatsächlich geladenen Kilo­wattstunden ermöglichen. Doch noch immer sind Tausende Schnellladesäulen nicht eichrechtskonform. Doch verzichten die Eichbehörden der Bundesländer  nach Absprache mit den Ministerien noch auf das Verhängen von Bußgeldern, um den Ausbau der Ladeinfrastruktur nicht zu gefährden.

Was ist Plug&Charge?

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Ganz ohne Smartphone-App, QR-Code oder Ladekarte kommt man bei Plug&Charge ("Reinstecken&Aufladen") aus. Bei diesem System läuft der gesamte Lade- und Bezahlvorgang automatisch durch Kommunikation zwischen Ladesäule und Auto – von der Authentifizierung über die Initiierung bis zur Abrechnung. Die Daten werden durch verschlüsselte Kommunikation übertragen, das System gilt als sicher. Vorreiter der Grundidee war wie so oft Tesla, der Standard nach Norm ISO 15118 wurde gemeinsam von Ladepunkt-, Roamingnetz- und Ladenetzbetreibern sowie Ladesäulen-Herstellern und Autobauern entwickelt. Allerdings gibt es noch recht wenige Elektrofahrzeuge, wie den Porsche Taycan, die mit der Technologie laden können. Andere Hersteller, wie beispielsweise Audi für den e-tron, testen noch.

Wie findet man den nächsten freien Ladepunkt?

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Fahrzeughersteller, Ladesäulenbetreiber und diverse Internetportale informieren auf ihren Websites oder in Apps darüber, wo sich die nächste Ladesäule befindet – oft auch, ob diese gerade frei oder besetzt ist. Viele moderne Elektroautos haben eine solche Funktion auch im Multimediasystem eingebaut.
Die Bundesnetzagentur bietet eine interaktive Ladesäulenkarte, die ständig aktualisiert wird. Allerdings stellt sie nur die Ladeeinrichtungen aller Betreiber dar, die das Anzeigeverfahren der Bundesnetzagentur vollständig abgeschlossen und einer Veröffentlichung im Internet zugestimmt haben. Alternativen sind der E-Tankstellenfinder, das Stromtankstellenverzeichnis von Goingelectric oder die App von clever-tanken.de (gehört zur AUTO BILD-Gruppe). Die Apps finden Sie im Google Playstore und bei Apple im App Store.

Was kostet das Laden an einer Ladestation?

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Bei den Kosten fürs Stromtanken gibt es teils gravierende Preisunterschiede (hier gibt es eine Preisübersicht mehrerer Anbieter). Neben den diversen Bezahlsystemen sind sie eines der größten Probleme für die Akzeptanz von Elektroautos in Deutschland. Das Analysebüro EuPD Research stellte 2020 bei einer detaillierten Untersuchung fest, dass bei einem VW e-Golf die Differenz zwischen mittlerem und teuerstem Ladetarif 90 Cent pro Kilowattstunde (0,35 bis 1,25 Euro/kWh) beträgt, was pro Jahr 1781 Euro Mehrkosten (2485 statt 704 Euro) bedeutet.
Der Strom an öffentlichen Ladestationen ist vielerorts teurer als Haushaltsstrom, fand der Ökostromanbieter Lichtblick in seinem Ladesäulencheck 2021 heraus (Durchschnittswert: 31,5 Cent/kWh). Je nach Angebotsort und abhängig vom Anbieter gibt es weiterhin große Unterschiede. Hilfe beim Finden des besten Vertrages, je nach individuellem Fahrverhalten, hilft das Fachportal Mobilityhouse. Auch werden mittlerweile von einzelnen Anbietern vermehrt Blockiergebühren bei längerer Stellzeit an einer Ladestation eingefordert.

Welche Anbieter von Ladestrom für E-Autos gibt es?

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Anbieter sind lokale wie überregionale Stromunternehmen, die sich teils zu einem überregionalen Netz zusammenschließen. Aber auch größere Stromversorger bieten Ladestromtarife an. Bei Roaming-Lösungen erhalten E-Auto-Fahrer Zugang zu den Ladesäulen mehrerer Partner. Beispiele sind Plugsurfing und NewMotion, die das Laden an nahezu allen Ladestationen in Europa anbieten, sowie Ladenetz, Innogy, Hubject (v. a. für Schnelllader an Autobahnen), E-Charge (für ADAC-Mitglieder) oder auch EnBW mobility+. Sie übernehmen gegen eine Gebühr die komplette Abrechnung – bezahlt wird nach dem Tarif der Ladesäulenbetreiber. Auch einige Autohersteller wie VW und BMW bieten Ladestromtarife an, außerdem der ADAC und der Kraftstoffanbieter Shell (mit "NewMotion").

Wie viele öffentlichen Ladestationen gibt es derzeit?

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Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland ist bis Januar 2022 nach Angaben der Bundesnetzagentur auf genau 52.203 angewachsen (davon 7717 Schnelllader und 44.486 AC-Ladepunkte), das ist ein Zuwachs binnen Jahresfrist um mehr als 12.000. Nach den Vorstellungen der Bundesregierung sollten bis 2030 eine Million Ladepunkte verfügbar sein, für dann – so das Ziel – sieben bis zehn Millionen Elektroautos. Dafür müssten nach VDA-Angaben künftig pro Woche 2000 neue Ladepunkte in Betrieb gehen – zehn Mal so viele wie zuletzt.
Besonders im Fokus ist die Schnelllade-Infrastruktur. Die Mineralölwirtschaft soll bis Ende 2026 drei Viertel aller Tankstellen mit Schnellladestationen ausrüsten. Zunächst per Selbstverpflichtung, belohnt mit Fördergeldern aus einem neuen, drei Milliarden Euro schweren Hilfspaket. Sind bis Ende 2022 nicht ein Viertel der Tankstellen ausgerüstet, soll es eine gesetzliche Regelung geben. Damit könnte der Staat Tankstellen in die Pflicht nehmen, Ladestationen aufzustellen.
Die Zahl an öffentlichen Ladepunkten wächst. Doch sie ändert bisher nichts am Mangel. Die Zahl an zugelassenen Elektroautos steigt nämlich dreimal so schnell wie die der Ladesäulen (Stand: April 2022). Statt acht E-Autos kommen aktuell 23 auf eine Ladestation. Das liegt weit unter den Vorgaben der Europäischen Union. 

Was sind Schnellladestationen?

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Schnellladestationen sind Ladepunkte mit einer Mindestleistung von 50 Kilowatt (statt 22 kW). In die auch als DC-Lader bezeichneten Geräte ist ein Gleichrichter integriert, der den Strom umwandelt und direkt in die Batterie des Fahrzeugs lädt. Der bekannteste Anbieter von Superchargern ist der Elektroauto-Pionier Tesla. Außerdem gibt es noch High Power Charger mit einer Ladeleistung von 150 bis 350 Kilowattstunden. Da das Stromladen dort deutlich teurer ist, sind nur etwa zehn Prozent des Netzes in Deutschland (mehr als 24.000 Stationen) Schnellladesäulen. Zudem vertragen längst nicht alle Autos einen solchen Ladeschub.
Der Bund fördert das öffentliche Schnellladen mit insgesamt zwei Milliarden Euro. Bis Ende 2023 soll das sogenannte Deutschlandnetz entstehen: Stromtankstellen mit mehreren DC-Ladepunkten an 1000 Standorten, 200 davon an Autobahnen. Ladeleistungen bis 300 kW müssen vor Ort ermöglicht werden. Der Preis pro Kilowattstunde Ladestrom soll maximal 44 Cent betragen, allerdings ist dies laut Ausschreibung eine "atmende Preisobergrenze", die an Inflation und Preisentwicklung auf dem Strommarkt angepasst werden kann.

Wo kann man sein E-Auto kostenlos laden?

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Manche Supermärkte, Möbelhäuser, Baumärkte oder auch Hotels und Gaststätten bieten hier und da kostenlose Ladestationen auf ihren Parkplätzen an, um Kunden und Gäste anzulocken. Hier gibt's Infos, wo Sie beim Einkaufen aufladen können!

Wer darf wie lange an einer Ladestation stehen?

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Parken dürfen dort nur Autos mit E-Kennzeichen (rein batteriebetriebene Fahrzeuge oder Plug-in-Hybride mit mehr als 40 Kilometer Reichweite oder unter 50 g/km CO2-Ausstoß). So steht es im Elektromobilitätsgesetz (EmoG) aus dem Jahr 2015. Genaueres regeln die jeweiligen Städte und Kommunen. Die Aufenthaltsdauer ist im Allgemeinen auf die Ladezeit beschränkt, teilweise gibt es auch ein Stundenlimit. Aufschluss darüber gibt meist die Beschilderung. Wer zu lange lädt, riskiert eine Blockiergebühr: Sie wird automatisch zusätzlich zum Ladeentgelt abgebucht. Die Regeln sind nicht einheitlich; EnBW zum Beispiel kassiert nach vier Stunden zehn Cent pro Minute. Maximal berechnet der Stromversorger pro Ladevorgang zwölf Euro Blockiergebühr. Sie fällt auch nachts an! E-Auto-Fahrer sollten also bei unbekannten Säulen unbedingt vorher die Tarifordnung checken. Ladesäulen-Blockierern, egal ob E-Auto oder Verbrenner, drohen 55 Euro Verwarnungsgeld oder sogar der Abschleppwagen.

Was bieten die Autobauer beim öffentlichen Laden an?

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Die meisten Hersteller bieten eigene Ladedienste an, wie zum Beispiel KiaCharge, Mercedes me Charge oder BMW Charging. VW, Seat und Skoda betreiben die Ladetochter Elli, die das Laden managt. Audi wiederum ist an die Charge Now-Dachgesellschaft DCS (Digital Charging Solutions) angeschlossen und plant zudem ein eigenes Schnellladenetz in Städten. DCS-Gesellschafter sind Daimler, BMW und BP. Das Ladenetz der DCS umfasst derzeit mehr als 228.000 Ladepunkte in 32 Ländern.

Wie kann man eine Wallbox für zu Hause kaufen?

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Dank eines Gesetzes von 2020 haben inzwischen auch Mieter grundsätzlich einen Anspruch, eine Ladestation am Wohnort zu bekommen (hier erfahren Sie, wie Sie beim Stromtarif zu Hause sparen können). Ladesäulen für die heimische Garage oder den eigenen Stellplatz – sogenannte Wallboxen – kann man bei Stromanbietern, Elektrofachmärkten und Versandhäusern, aber auch bei vielen Autoherstellern wie BMW, DS, Opel, Tesla, VW und neuerdings auch bei Hyundai kaufen (alle Infos gibt es hier). Von November 2020 bis zum vorläufigen Auslaufen der Förderung Ende Oktober 2021 wurden Anschaffung und Montage privater Ladestationen mit 900 Euro vom Bund bezuschusst. Die Installation einer Wallbox sollte auf jeden Fall durch einen Fachbetrieb erfolgen.