Wie sorgfältig sind unsere Autos konstruiert und verarbeitet? Wie zuverlässig sind sie im Alltag? Dieser Frage geht AUTO BILD im Dauertest auf den Grund. Über 100.000 Kilometer wird dazu jeder Defekt, jede Panne eines Testfahrzeugs festgehalten und ausgewertet. Mängel, die im normalen Einsatz nicht auffallen, werden spätestens bei der abschließenden Demontage von unseren DEKRA-Experten entdeckt.
Seit 2014 fassen wir alle Ergebnisse der Dauertests in einer ewigen Rangliste zusammen. Hier haben wir einmal das beliebte Fahrzeugsegment der SUV herausgegriffen und in einem eigenen Ranking zusammengefasst.

Die besten SUV im Dauertest

Platz 4: Audi Q5 Sportback 50 TDI quattro
Fehlerpunkte: 4; Note: 1
DT Audi Q5
In unserem Test-Fuhrpark war der Audi Q5 überaus beliebt.
Bild: Olaf Itrich
Als Kilometerfresser ist der Audi Q5 50 TDI dem Optimum sehr nahe – in der Praxis kommt man zwischen den Tankstopps ungefähr dreimal so weit wie mit den meisten Elektro-SUV dieser Größe. Zentraler Kritikpunkt: beginnender Rost an wichtigen Fahrwerksteilen – nach drei Salzwintern allerdings.
Platz 4: Cupra Formentor VZ 2.0 TSI 4Drive
Fehlerpunkte 4; Note 1
Dauertest Cupra Formentor
Die 310 PS und 400 Newtonmeter maximales Drehmoment zerren ordentlich am Allradantrieb des Cupra Formentor – eine Mischung, die Fahrspaß garantiert und zugleich genügend Reserven für den Alltag bietet.
Bild: AUTO BILD/Olaf Itrich
Unser jüngster Dauertest-Absolvent: Der Cupra Formentor überzeugte über die 100.000 Kilometer mit Fahrdynamik, Charakter und Alltagstauglichkeit. Schwächen beim Infotainment und beginnende Korrosion an der Karosserie änderten nichts am starken Gesamteindruck.
Platz 4: Kia Sportage 2.0 CRDi AWD Spirit
Fehlerpunkte: 4; Note: 1
Kia Sportage 1.6 CRDi (Typ NQ5), Dauertest
Design? Liegt im Auge des Betrachters. Wir meinen: Der Kia Sportage fällt auf mit feiner, eleganter Linienführung.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Die 100.000 Kilometer überstand der Sportage ohne jede Panne. Als wenig belastbar erwiesen sich die Bremsen: Bei jedem Wartungstermin waren auch Arbeiten an ihr fällig. Die vorderen Bremsbeläge wurden insgesamt dreimal ersetzt, die hinteren zweimal. Unauffällig blieb der Kia bei der abschließenden Untersuchung im demontierten Zustand. Fazit: Kia profiliert sich schon längst nicht mehr allein über den Preis. So wird die Marke auch für die deutsche Konkurrenz zum Angstgegner.
Platz 4: Volvo XC60 D4
Fehlerpunkte: 4; Note: 1
Volvo XC60 D4 Summum FWD
71 Liter Diesel gehen in den Tank des Volvo XC60. Damit schafft er locker 1000 Kilometer. Unser Verbrauch lag bei 7,6 Litern – Anhängerfahrten inklusive.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Zum Testende gab es nur Kleinigkeiten. Die hinteren Bremsscheiben und -klötze waren erstaunlicherweise früher fällig als die vorderen, die Anhängerkupplung hatte bei Testende unangenehmes Längsspiel, der USB-Anschluss verschwand nach 70.266 Kilometern in der Mittelkonsole – und das war's dann auch schon. Keine Ausfälle, keine Schäden. Bei der abschließenden Zerlegung fielen nur ein zerfetztes Hitzeblech und die nachlässige Rostvorsorge am hinteren Unterboden auf. Auch der Innenraum wirkte noch wie neu.
Platz 3: Mazda CX-5 Skyactiv-D 184 AWD (2. Generation, seit 2017)
Fehlerpunkte: 3; Note: 1
Mazda CX-5 Skyactiv-D 184 AWD
Mit seiner Außenlänge von 4,55 Meter lässt sich der Mazda CX-5 angenehm entspannt bewegen.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Der Mazda kam ohne nennenswerte Mängel durch den Test. Unter der Kofferraumdichtung fand sich bei der Demontage beginnende, aber noch harmlose Korrosion. Der 2,2-Liter-Diesel hat sich von den 100.000 Kilometern nicht übermäßig beeindrucken lassen.
Platz 1: VW T-Cross 1.0 TSI DSG
Fehlerpunkte: 2; Note: 1
VW T-CROSS 1.0 TSI
Der 115 PS starke Dreizylinder des VW T-Cross zeigte sich eigentlich nie überfordert – und im Regelfall auch durchaus sparsam.
Bild: AUTO BILD
Bei der Schlusszerlegung fielen an Vorder- und Hinterachse leichte braune Schleier auf, die als unbedenkliche Oberflächenkorrosion aber keinen Einfluss auf das Abschneiden des T-Cross haben. Auch der ungleichmäßige Wachseintrag in den Hohlräumen war zwar deutlich zu erkennen, blieb aber ohne weitere Folgen. Bei der Vermessung des Motors ließ sich ebenfalls nichts finden, was irgendwie Grund zur Sorge ausgelöst hätte. Gleiches Bild bei Getriebe, Kupplung, Elektrik – alles i. O.
Platz 1: Seat Ateca 1.4 Eco TSI Style
Fehlerpunkte: 2; Note: 1
Seat Ateca Style 1.4 Eco TSI
Ohne Vollgasbetrieb gibt sich der Seat Ateca mit Werten um die sieben Liter zufrieden.
Bild: Manfred Klangwald / AUTO BILD
Über den Seat gab es nach 100.000 gefahrenen Kilometern nicht viel zu berichten: Keinerlei Ausfälle oder Defekte. Lediglich einen Fehlerpunkt vergaben unsere Tester für die Sitze, denn nach Langstrecken klagen mehrere Fahrer über Rückenschmerzen und eingeschlafene Hinterteile. Einen weiteren Punkt gab es bei der Demontage, bei der die verschiedenen Dinge auffielen, die der DEKRA-Sachverständige jedoch unter dem Schlagwort "Kleinigkeiten" zusammenfasste: ein loser Hebel für die Lordosenstütze des Beifahrersitzes, Spuren von Kühlmittel an der Stirnseite des Motors und leichte Oberflächenkorrosion am hinteren Stoßfängerhalter sowie am Hinterachsträger.

Schlusslicht unter den Dauertest-SUV: Subaru XV

Richtig schlecht abgeschnitten haben von den inzwischen 35 getesteten SUV nur wenige. Das Schlusslicht ist bislang der Subaru XV (Note 4-), bei dem gleich eine ganze Reihe von Problemen zusammenkam (unter anderem: verschlissene Kupplung, Anschmelzungen an Kolben, Korrosion an Fahrwerkteilen).
Nicht viel besser lief es für den Audi Q3. Er hatte am Ende zwar etwas weniger Fehlerpunkte auf dem Konto als der Subaru – aufgrund mehrerer Defekte (Lambdasonde, Abgasrückführungskühler, Getriebe) blieb jedoch ebenfalls nur die Note 4- übrig.

Alle Test-Ergebnisse auf einen Blick

In der Tabelle unten haben wir die Ergebnisse aller SUV zusammengestellt, die seit 2014 von AUTO BILD im Dauertest getestet wurden. Die vollständige Dauertest-Rangliste mit allen weiteren getesteten Modellen finden Sie hier.