Die 20 beliebtesten Autos (Teil 2)
Deutschlands Top 10

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Bühne frei für die Besten: In Teil zwei der großen AUTO BILD-Kaufberatung geht es um die wahren Champions – die zehn meistverkauften Autos auf unseren Straßen.
Deutschland einig Autoland: Die 20 meistverkauften Wagen im ersten Quartal 2007 sind allesamt heimische Konstruktionen. Böse Wörter wie Qualitätsprobleme oder Biedermannimage scheinen aus dem automobilen Alltag verschwunden. Deutsche Fabrikate sind wieder eine Bank. Als einziger Gast tummelt sich Skoda mit zwei Modellen in der Riege der deutschen Lieblinge – allerdings sind die Tschechen als VW-Tochter ja auch irgendwie Mitglied der großen Familie. Im ersten Teil der großen Kaufberatung nahm AUTOMOBIL TESTS die Ranking-Plätze 20 bis 11 unter die Lupe. Jetzt folgt der Countdown der Top 10. Denn das Beste kommt immer zum Schluss!
VW Touran (Zulassungen: 15.605)

Wem dieser Auftritt noch nicht stolz genug ist, der kann neuerdings zum CrossTouran greifen, einer höher bauenden Version mit diversen robusten Plastikteilen rundum. Wichtiger ist im großen Van mit entsprechenden Fensterflächen eine Klimaanlage, die erst ab der Version Trendline serienmäßig für kühle Köpfe sorgt. Wer den Touran vom Fünfsitzer zum Siebensitzer aufrüsten will, muss knapp 700 Euro für zwei versenkbare Sitze im Kofferraum einplanen. Mit denen sinkt das Gepäckraumvolumen auf 121 Liter. Das Maximum: 1989 Liter, für die die Zuladung von bis zu 660 Liter ausreicht. Dafür braucht man einen kräftigen Motor: den 1.9 TDI oder noch besser den 2.0 TDI in der 140-PS-Variante. Die 170-PS-Version macht natürlich noch mehr Spaß. Seine Topausstattung mit Rußfilter und DSG lässt ihn aber locker die 30.000-Euro-Schwelle überspringen. Fazit Der VW Touran hat nicht nur jede Menge Platz. Er ist auch ein komfortables Langstreckenauto. Dazu trägt die bequeme Sitzposition ebenso bei wie das harmonische Fahrwerk. Die Einstiegsmotoren verbreiten (zu) viel Gemütlichkeit. Flotter wird der Van mit dem 2.0 TDI.
Mercedes E-Klasse (Zulassungen: 15.729)
So schlecht kann es den Deutschen nicht gehen, wenn ein so teures Auto wie die Mercedes E-Klasse es unter die Top 10 der Hitliste schafft. Zwar bezahlen sehr viele E-Klasse-Fahrer ihr Auto nicht, sondern ihre Firma. Aber auch die muss jene 37.366 Euro, die der Benz (als E 200 CDI) mindestens kostet, verdienen. Das letzte Facelift räumte zudem einige Qualitätsmängel aus der Welt, die die E-Klasse-Verkäufe unter Druck brachten. Vertrauen kostete auch die revolutionäre Computer-Bremse des ersten Modells, die nicht immer hundertprozentig funktionierte. Jetzt bremst der Benz wieder konventionell-hydraulisch. Das komfortable Fahrwerk funktionierte schon immer gut, die aufpreispflichtige Luftfederung muss nur bestellen, wer eine Erbse unter seiner Matratze als störend empfindet.

Opel Astra (Zulassungen: 16.557)

Um preisfrustrierte VW-Interessenten anzulocken, schnürt Opel ansehnliche Sondermodell-Pakete. Ein fünftüriger Astra mit brauchbarem, 90 PS starkem 1,4-Litermotor kostet in der Basisversion 16.725 Euro. Für 1575 Euro mehr kann man aber den "Catch me" bestellen, der im Gegensatz zur Basis Aluräder, Klimaanlage, CD-Radio und Bordcomputer im Gepäck hat. Die Edition-Versionen, die bislang ein ähnliches Paket schnürten, sind dafür gestrichen. Andere interessante Motoren sind der 1.9 CDTI mit 120 PS, der wie alle Diesel serienmäßig mit Rußfilter ausgestattet ist. Oder der rasante 2.0 Turbo mit 200 PS. Den OPC mit 240 PS muss man nicht haben: Er kostet 3900 Euro mehr als ein 234 km/h schneller Turbo in feiner Cosmo-Ausstattung.
Fazit Anders als beim Erzrivalen VW Golf gibt es beim Astra deutliche Unterschiede bei den Karosserieversionen. Nicht nur optisch. Der dreitürige GTC ist wie ein Coupé flotter gestylt und mit kleinerem Kofferraum ausgestattet als die fünftürige Astra-Limousine. Günstigster Einstieg: der 1.4 mit 90 PS.
Mercedes A-Klasse (Zulassungen: 16.938)

Beispiel mit dem 180 CDI, der mit seinen 109 PS in knapp elf Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt und maximal 186 km/h schnell ist. Der 180er hat den gleichen Diesel unter der Haube wie 160 und 200 CDI – es ist jeweils ein Zweiliter, der nur anders abgestimmt ist. Da rentieren sich die 5593 Euro Differenz zwischen dem schwächsten und stärksten Diesel ganz besonders. Für Mercedes. Immerhin spendieren die Schwaben ab 180 CDI ein Sechsgang-Getriebe. Als Fünftürer kostet der 180er 23.324 Euro. Wichtige Extras wie Rußfilter, Klimaanlage oder Details wie die Reifendruckverlustwarnung sind inbegriffen. Nicht aber ein Radio oder das Easy-Vario-System, mit dem die Bestuhlung erst jene Variabilität erreicht, die man von dem Van-artigen Erscheinungsbild der A-Klasse erwartet. Die sportliche Potenz eines 228 km/h schnellen 200 Turbo mit 193 PS erwartet man von der A-Klasse auch nicht. Man kann sie aber haben. Ab 25.466 Euro.
Fazit Die A-Klasse von Mercedes gilt als Raumwunder, das bei geringerer Außenlänge als der eines Polo den Platz des Golf bietet. Dafür muss man teuer bezahlen. Als 180 CDI bietet der Kleine manierliche Fahrleistungen bei niedrigen Verbräuchen. Mit dem 200 Turbo kann man auf GTI-Jagd gehen.
Audi A4 (Zulassungen: 16.947)

Genau überlegen sollte man sich Versionen mit einem Sportfahrwerk – das lässt den A4 zwar noch neutraler und direkter um die Ecken sausen. Von Fahrkomfort bleibt dann aber nicht viel übrig. Wie in anderen Modellen des VW-Konzerns macht auch hier der 2.0 TDI mit 140 PS einen guten Eindruck – dank ordentlicher Laufkultur und sattem Drehmoment. Für den sind dann allerdings 29.950 Euro fällig. Immerhin verlangt Audi als einzige Konzernmarke für den Rußfilter keinen Aufpreis mehr. Sportlicher wird der A4 mit dem schnurrig-schönen Zweiliter-Turbo-FSI mit 200 PS, wie er zum Beispiel auch im VW Golf GTI zum Einsatz kommt. Der ist kräftig genug. Die 420 PS des RS4 müssen ja nicht unbedingt sein.
Fazit Der A4 ist in die Jahre gekommen. Das ändert nichts daran, dass er eine klassisch-schöne Limousine mit edlem Ambiente und flotten Fahreigenschaften darstellt. Der 1.6 bietet zwar einen günstigen Einstieg für 24.500 Euro. Passender sind aber 2.0 TDI oder 2.0 TFSI.
VW Polo (Zulassungen: 17.309)

Der Dreizylinder-TDI mit Rußfilter ist sehr lang übersetzt, läuft aber nicht zu lahm. Vorteil des Konzepts: Die niedrigen Drehzahlen reduzieren nicht nur den Verbrauch, auch die Geräuschentwicklung des eher rauen Diesels. Nachteil: der Preis von 16.157 Euro. Wie bei anderen Autos sollte man auch hier nicht auf eine Klimaanlage verzichten. Die verhindert zwar Rekord-Sparverbräuche. Aber auch Saunatemperaturen im Sommer. Das Cool & Sound-Paket, das auch ein Radio enthält, lässt die frische Brise wehen. Weitere aufpreispflichtige Extras, die man einkalkulieren muss, sind ESP und Kopfairbags. Auch Fondtüren können nicht schaden. Schließlich ist der Polo so groß, dass Erwachsene hinten gerne einsteigen.
Fazit Wie beim Corsa kommen beim Polo als Einstiegsmotoren Dreizylinder-Benziner zum Einsatz. Die sind eher schwach auf der Brust. Das gilt für die kleinen, sparsamen TDI weniger. Die haben zwar auch nur drei Zylinder. Sind aber kräftiger. Der Blue Motion soll sogar minimale Rekordverbräuche schaffen.
Opel Corsa (Zulassungen: 20.269)

Die Auswahl des passenden Motors gestaltet sich schwierig: Der Einstiegs-Benziner mit drei Zylindern und 60 PS scheint mit dem 1,1 Tonnen schweren Auto überfordert. Auch mit dem 20 PS stärkeren Vierzylinder will keine rechte Fahrfreude aufkommen. Alte Opelkrankheiten wie unwillige Gasannahme oder lange Übersetzung machen beiden Motoren zu schaffen. Deshalb empfehlen wir den 1.4 mit 90 PS, der als Catch me 15.030 Euro kostet. Der wirkt ungleich temperamentvoller und spritziger als die kleineren Brüder. Die wenig gefragten Diesel schlagen sich allesamt wacker, laufen kräftig und kultiviert. Der Topdiesel mit 125 PS leistet sich allerdings eine nervige Anfahrschwäche. Für den Benziner-Turbo, den OPC mit 192 PS, gilt das nicht.
Fazit Wegen des hohen Gewichts von 1,1 Tonnen sollte man bei der Motorisierung nicht zu sparsam sein. Der Corsa ist ein erwachsenes Auto, das Fahrspaß und Langstreckenkomfort bieten kann. Jedenfalls mit dem 1,4-Liter-Vierzylinder mit 90 PS. Oder den kräftigen und kultivierten Dieselmotoren.
BMW 3er (Zulassungen: 20.768)

Wer es sich leisten kann, nimmt den 330i, der nicht nur Leistung satt hat (258 PS). Sondern auch Drehmoment: 300 Newtonmeter. Leider kostet er 38.250 Euro – ohne Extras. Beim 330i sind, anders als bei den Vierzylindern, wenigstens Aluräder inbegriffen. Aber keine Klimaautomatik oder eine umklappbare Rückbank. Letztere hat aber der Touring (ab 28.300 Euro für 318i), der nicht nur praktischer ist. Sondern auch noch flotter aussieht als die Limousine. Ebenfalls zu den 3er-Zulassungszahlen zählt das Kraftfahrtbundesamt das schicke Coupé. Das ist ab 32.400 Euro (320i mit 170 PS) erhältlich. Auch der Vierzylinder-Diesel ist im Coupé zu haben, der hier wegen seines relativ rauen Motorlaufs noch weniger zu empfehlen ist als anderswo. Sein Vorteil aber: ausgeprägte Sparsamkeit.
Fazit Von den 26.750 Euro Einstiegspreis des 318i sollte man sich nicht täuschen lassen. Der hat nicht einmal Alufelgen serienmäßig. Auf die ein Prestige-bewusster BMW-Fahrer wohl kaum verzichtet. Ein Traum ist der 330i Touring – und bleibt es auch. Er kostet 39.800 Euro.
VW Passat (Zulassungen: 26.245)

Als Variant überspringt der VW dann allerdings (zu) leicht die 30.000-Euro-Schwelle. Schwacher Trost: Es reicht die günstigste Ausstattungsversion Trendline, die wesentliche Extras wie elektrische Heinzelmännchen, Klimaanlage oder eine elektronische Parkbremse mitbringt. Komfortdetails wie Tempomat oder Radio kommen aber noch hinzu, es gibt sie einzeln oder zusammen mit weiteren Extras im Business-Paket für 1026 Euro. Auch andere Selbstverständlichkeiten wie Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer oder Bordcomputer müssen extra bezahlt werden. Teilweise liest sich die Preisliste wie eine von Mercedes: Sie bietet sogar einen Abstandsregeltempomaten oder edle Hi-Fi-Anlagen von Harman Kardon. Aber auch einen Aschenbecher für 20 Euro.
Fazit Aus dem braven Arbeitstier von einst ist ein Nobelauto geworden. Das Einstiegsmodell mit 102 PS ist zwar erträglich, wird dem hohen Anspruch des Passat aber kaum gerecht. Für den 2.0 TDI 140 PS gilt das schon eher. Wer dazu Luxusextras will, treibt den Preis leicht über 30.000 Euro.
VW Golf (Zulassungen 43.960)

Wer die Kosten in Grenzen halten will, sollte keine Angst vor dem günstigen Einstiegsmodell 1.4 mit 80 PS haben. Natürlich reißt der keine Bäume aus. Er fühlt sich aber nicht untermotorisiert an, läuft kultiviert und bietet günstig die typischen Stärken des Golf: ausreichend Platz, komfortable und handliche Fahreigenschaften, guter Qualitätseindruck und bequeme Sitze. Wenn es etwas mehr sein darf, empfehlen wir den 2.0 TDI, weil er seine 320 Newtonmeter Drehmoment und 140 PS kultiviert und sparsam in die Tat umsetzt. Leider kostet er als Comfortline (Klima serienmäßig) und mit Rußfilter stolze 23.877 Euro. Die empfehlenswerten Fondtüren verschlingen weitere 744 Euro.
Fazit Mit einem VW Golf kann man nichts falsch machen, sagen viele und handeln entsprechend. Den klassenlosen Klassiker kann man schon mit dem 80-PS-Benziner genießen. Zur schnellen Reiselimousine wird der Allrounder aber erst mit mehr Dampf: etwa dem 2.0 TDI mit 140 PS.
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