Elektroauto vs. Verbrenner: Der Kostenvergleich

Kostenkalkulation: Elektroauto vs. Verbrenner

Rechnet sich der Umstieg?

E-Auto oder Verbrenner? Wer schneidet beim Gesamtvergleich über alle Kostenkapitel besser ab? AUTO BILD hat genau nachgerechnet.
Als nächsten Neuwagen ein Elektroauto? Das ist doch viel zu teuer! Wenn es um E-Mobilität geht, dann dreht sich die Diskussion neben der Reichweite und den Ladezeiten schnell auch um die hohen Anschaffungspreise. E-Autos können sich nur Reiche leisten, die ihr Öko-Gewissen beruhigen wollen, heißt es dann. An diesem Eindruck kann auch die Elektro-Kaufprämie, der sogenannte Umweltbonus, bislang nichts ändern. Der kombinierte Zuschuss von Staat und Autobauern in Höhe von 4000 Euro netto geht übrigens bis Ende 2020 in die Verlängerung. So hat es die Bundesregierung nun beschlossen.

Elektroautos sind insgesamt oft günstiger

Der e-Golf hat eine realistische Reichweite von 200 Kilometern. Wem das reicht, der fährt mit dem e-Golf deutlich günstiger als mit dem 150-PS-Benziner.

Aber stimmt die Behauptung überhaupt, dass Elektroautos das Portemonnaie stärker belasten als Verbrenner? Bezogen auf den Kaufpreis ist das schon richtig, denn die Batterie mit ihren teuren Rohstoffen treibt ihn nach oben. Betrachtet man allerdings alle Kosten über einen mehrjährigen Zeitraum, sieht das Bild ganz anders aus. AUTO BILD hat nachgerechnet – und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen. Denn: Elektroautos sind in der Gesamtschau oft günstiger als vergleichbare Benziner oder Diesel. Beispiel VW Golf: Die Elektroversion kostet ab 35.900 Euro. Ein ähnlich ausgestatteter Golf mit Benzinmotor ist zwar rund 3400 Euro günstiger. Doch ab dem Zeitpunkt des Kaufs spart der Elektro-Golf gegenüber dem Benziner-Bruder Bares. Zunächst einmal bei der Steuer: Wer bis zum 31. Dezember 2020 ein Elektroauto anmeldet, wird für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Der Golf-Besitzer mit Verbrenner unter der Haube überweist währenddessen Jahr für Jahr 126 Euro. Auch bei den Werkstattkosten spart der Elektro-Pionier, da etwa der Bremsenverschleiß niedriger ist: jedes Jahr im Schnitt 80 Euro. Die größten Einsparungen ergeben sich aber beim Verbrauch. Bei einer angenommenen Fahrleistung von 15.000 Kilometern und auf Basis der Durchschnittspreise für Benzin und Strom ist der e-Golf rund 700 Euro günstiger. Pro Jahr!

Fahr- und Ladeprofile beeinflussen die Kosten

Wer oft unterwegs an Schnellladestationen lädt, muss höhere Stromkosten einplanen.

Bei der Gesamtkostenbetrachtung liegt der e-Golf damit auf dem gleichen Niveau wie ein Benziner. Rechnet man nun noch die Kaufprämie gegen (brutto 4380 Euro), ergibt sich sogar ein deutlicher Kostenvorteil für den Stromer. Klar: Auch die Gesamtkostenrechnung hat ihre Grenzen. Die Ausstattungen unterschiedlicher Modelle sind nicht immer hundertprozentig vergleichbar, zudem gibt es E-Fahrzeuge häufig nur mit gehobenem Ausstattungsstandard. Fahr- und Ladeprofile der Käufer sind verschieden und haben Einfluss auf die Kosten: Wer etwa häufig unterwegs an Schnellladestationen laden muss, zahlt mehr für den Strom. Wer hingegen überschüssigen Solarstrom vom eigenen Dach zum Laden nutzt, spart zusätzlich. Ein weiterer Punkt muss bei der Gesamtkostenrechnung ebenfalls unberücksichtigt bleiben: Der individuell verhandelbare Rabatt fällt beim Verbrenner meist größer aus als beim E-Auto.
Überblick: Alles zur Elektro-Mobilität
Wer für sich persönlich bestimmen will, ob sich der Umstieg rechnet, sollte also möglichst weitere Parameter in den Kostenvergleich einfließen lassen. Der AUTO BILD-Rechenweg kann dabei als Grundlage dienen. Übrigens: Wenn Sie es nicht so eilig haben mit dem Umstieg, lohnt es sich vielleicht, noch eineinhalb Jahre zu warten. Das Bundesverkehrsministerium plant, den Bundesanteil am Umweltbonus für E-Autos bis 30.000 Euro Listenpreis auf 4000 Euro zu verdoppeln. Bei teureren Wagen soll er immerhin um 500 auf 2500 Euro steigen.

Elektroauto vs. Verbrenner: Der Kostenvergleich

Hyundai Kona ElektroAudi Q8 50 TDIKia e-Soul

Benjamin Gehrs

Fazit

Klar, mit dem Batterieauto über Nacht nach Kroatien – das geht (noch) nicht. Aber wer die Flexibilität des Verbrenners nicht braucht, kann schon heute aufs E-Auto umsteigen – und am Ende sogar Geld sparen. Und ein gutes Gewissen gibt es gratis dazu.

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