Angesichts einer galloppierenden Inflation spielen die Kosten bei der Planung eines Autokaufs eine immer größere Rolle. Auch vehement gestiegene Spritpreise machen vielen Menschen in Deutschland große Sorgen. Sie fragen sich: Soll es als nächster Neuwagen vielleicht ein Elektroauto sein?
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Viele Kaufwillige schließen den Erwerb eines E-Autos noch immer aus, die meisten wegen der Reichweitenangst und vermeintlich höherer Kosten. Allerdings werden es immer weniger. Niemand weiß, wie sich die Energiepreise bei fossilen Brennstoffen entwickeln werden. Auch kurzfristige Entlastungen für Autofahrer vom Staat helfen da auf Dauer wenig. Zumal die neue Ampelregierung den Weg hin zu alternativen Energien und Antrieben immer mehr forciert.
Ob Zweifler, Grübler oder Elektro-Befürworter: Für alle Interessierten lohnt sich der genaue Blick auf die Kosten von Dieseln und Benzinern sowie von E-Autos und Plug-in-Hybriden. 

Kaum noch Rabatte beim E-Auto-Kauf

Immer kostspieliger wird vor allem die Anschaffung – und das speziell bei Stromern. Bei ihnen räumen die Hersteller schon seit Längerem geringere Rabatte auf den Listenpreis ein als bei vergleichbaren Verbrennern. Das fand die regelmäßige Marktstudie des Duisburger Center Automotive Research (CAR) heraus. Im Mai 2022 seien auf Internetportalen bei neuen Batterieautos im Durchschnitt nur 9,8 Prozent Nachlass auf den Listenpreis gewährt worden – inklusive des Drittel-Anteils der Autobauer an der Kaufprämie wohlgemerkt. Bei Verbrennern seien es 16,3 Prozent und bei den Plug-in-Hybriden 16,1 Prozent gewesen.

Was ergab der ADAC-Kostenvergleich E-Auto vs. Verbrenner?

Viele Versuche der Klärung der großen Preisfrage berücksichtigen jedoch Kaufrabatte abseits der Kaufprämie gar nicht. Anders der ADAC. Europas größter Automobilclub geht in seinem umfangreichen Kostenvergleich der Antriebe von der Annahme aus, dass auch beim Kauf eines Verbrenners ein Rabatt von 15 Prozent drin ist. Dreht sich da also das Blatt wieder zugunsten der Benziner und Diesel?
Hyundai Kona 1.6 T-GDI 4WD
Der Hyundai Kona mit Benzinmotor schlägt im Gesamtkostenvergleich sein Elektro-Pendant.

Ergebnis: bei manchen Modellen ja, aber längst nicht bei allen. Der Hyundai Kona als Benziner etwa fährt mit Nachlass meist günstiger als der elektrische Kona. Ohne einkalkulierten Verbrenner-Rabatt ist es genau umgekehrt. Der Elektro-Mini (Mini SE) hingegen schlägt sein Verbrenner-Pendant kostenmäßig in jedem Fall.
Der Rat der ADAC-Experten: "Daher sollte man sich das Wunschmodell mit seinen verschiedenen Antriebsvarianten sehr genau ansehen und vor allem auch die jährliche Kilometerfahrleistung berücksichtigen."
Mini Cooper SE
Der elektrisch angetriebene Mini Cooper SE hat bei der Kostenbilanz gegenüber dem Verbrenner die Nase vorn.

Die seit Beginn des Krieges in der Ukraine gestiegenen Kosten für Benzin und Diesel hätten keine durchschlagende Wirkung bei der Berechnung, so der ADAC. Den Löwenanteil mache der Wertverlust aus. Also die Summe für die Anschaffung minus eines durchschnittlichen Restwerts des Fahrzeugs.

Greenpeace: E-Auto bringt fast 300 Euro Ersparnis

Im Frühjahr 2022 verglich Greenpeace in einer ausführlichen Studie die Gesamtkosten unterschiedlicher Mobilitätsoptionen für verschiedene Haushaltsgrößen. Nicht nur die aktuell hohen Spritpreise wurden mit einkalkuliert, sondern auch die (geplante) dreimonatige Energiesteuersenkung durch die Bundesregierung.
Fazit der Umweltorganisation: Langfristig hohe Kraftstoffpreise machen Autos mit Verbrennungsmotor "zur Kostenfalle". So spare man beim Neukauf eines VW ID.3 (Elektro) im Vergleich zu einem Golf TSI (Benziner) pro Monat etwa 180 Euro, gemessen an den Kosten für einen VW Tiguan TDI (Diesel) sogar rund 290 Euro.
Gerechnet wurde dabei auf Basis von ADAC-Daten sowie mit Angaben aus der vom Verkehrsministerium beauftragten Erhebung "Mobilität in Deutschland".

AUTO BILD-Vergleich: E-Auto gegen Verbrenner

Auch AUTO BILD schaute bereits mehrfach genauer hin, allerdings vor dem großen Spritpreisanstieg als Folge des Ukraine-Kriegs. Kurz nach Weihnachten 2021 empfahl sich in einem großen Vergleich der Antriebsarten von fünf Kompaktwagen das Elektroauto VW ID.3 mit den niedrigsten Kosten pro Kilometer. Es folgten der Peugeot 308 als Plug-in-Hybrid und der Benziner Mazda3.
In einer weiteren Analyse empfahlen wir bei Hyundai und Opel das reine E-Auto, bei Peugeot rieten wir zum Plug-in-Doppelherz, und nur bei VW hieß unser Tipp Benziner. Der Diesel blieb ohne Empfehlung, weil er als Kilometerfresser durch den subventionierten Plug-in-Hybrid starke Konkurrenz bekommen hat. So standen am Ende 50 Prozent E-Auto-Quote – was auf den Straßen aber sicher noch ein wenig dauern wird.
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Elektroauto laden (2021): Test - Ladezeit - Akku - Info

Wie lädt man ein E-Auto richtig?

Was ergab der europäische Car Cost Index 2021?

Ende Oktober 2021 erschien der Car Cost Index 2021 von Leaseplan. Die Experten für Leasing und Fuhrparkmanagement beleuchten darin zum sechsten Mal die Gesamtbetriebskosten (TCO) von Fahrzeugen mit Treibstoff/Strom, Wertverlust, Steuern, Versicherung und Instandhaltung in 22 europäischen Ländern.
Ein erstaunliches Ergebnis: In Deutschland ist in der gehobenen Mittelklasse der Diesel (960 Euro pro Monat) im Unterhalt um genau 200 Euro teurer als ein reines Elektroauto (760) – und das bei einer angenommenen Fahrleistung von 30.000 Kilometern im Jahr (Durchschnittskosten in den ersten vier Jahren). Auch ein Benziner (878 Euro) und ein Plug-in-Hybrid (851 Euro) schneiden schlechter ab.

In wie vielen Ländern sind Elektro-Kleinwagen vorn?

Noch gravierender ist der Unterschied in der normalen Mittelklasse, wo der Stromer (592 Euro) sogar 251 Euro weniger pro Monat kostet als der Selbstzünder (843 Euro; Benziner: 849 Euro, Plug-in-Hybrid: 894 Euro). Auch bei den Kompakt- und Kleinwagen sparen die E-Auto-Besitzer am meisten.
Insgesamt bietet sich ein ähnliches Bild bei drei Segmenten in etwa zwei Dritteln der untersuchten Länder, lediglich bei den Kleinwagen hat das Elektroauto nur in acht Nationen die Nase vorn.

Welche Besonderheiten gibt es beim Car Cost Report?

Einschränkend muss betont werden: Der Anschaffungspreis spielt bei der Beurteilung keine Rolle. Leaseplan definiert unter dem Begriff "wettbewerbsfähige Kosten" lediglich: "Elektrofahrzeuge, die nicht mehr als 5 Prozent teurer sind als ihre Pendants mit Verbrennungsmotor."
Bei den Stromkosten wurde für Deutschland ein Nettopreis aus drei Faktoren berechnet: Zu Hause laden (60 Prozent Anteil) kostet 15,62 Cent pro kWh, in der Firma (30 Prozent) wird mit 9,08 Cent berechnet, öffentlich (10 Prozent) werden 40 Cent fällig. Als Mittelwert pro Kilowattstunde (kWh) ergeben sich 16,09 Cent.
Laut Bundeswirtschaftsministeriums lag der Strompreis für Privatkunden 2020 durchschnittlich – je nach Vertrag – zwischen 31,22 und 33,80 Cent/kWh. Für Benzin werden in der Studie 1,09 Euro pro Liter veranschlagt, für Diesel 0,93 Euro – auch diese Preise gibt es nicht an der Zapfsäule.
Und auch andere Komponenten wie der hohe Zeitaufwand für das Laden der Stromer lassen den Diesel wieder besser aussehen – frei nach dem Motto: "Zeit ist Geld."

Monatliche Unterhaltskosten gehobene Mittelklasse nach Antrieb

Land
Diesel
Benzin
Plug-in-Hybrid
Elektro
Abzweigung
Griechenland
Abzweigung
Abzweigung
Deutschland
Abzweigung
Abzweigung
Schweden
Abzweigung
Abzweigung
Österreich
Abzweigung
Abzweigung
Finnland
Abzweigung
Abzweigung
Dänemark
Abzweigung
Abzweigung
Slowakei
Abzweigung
Abzweigung
Portugal
Abzweigung
Abzweigung
Frankreich
Abzweigung
Abzweigung
Italien
Abzweigung
Abzweigung
Belgien
Abzweigung
Abzweigung
Norwegen
Abzweigung
Abzweigung
Spanien
Abzweigung
Abzweigung
Großbritannien
Abzweigung
Abzweigung
Niederlande
Abzweigung
Abzweigung
Irland
Abzweigung
Abzweigung
Luxemburg
Abzweigung
Abzweigung
Ungarn
Abzweigung
Abzweigung
Schweiz
Abzweigung
Abzweigung
Tschechische Republik
Abzweigung
772 Euro
960 Euro
929 Euro
1038 Euro
923 Euro
939 Euro
967 Euro
1445 Euro
1027 Euro
1032 Euro
1039 Euro
1152 Euro
1063 Euro
1085 Euro
1299 Euro
964 Euro
916 Euro
818 Euro
1216 Euro
1008 Euro
824 Euro
878 Euro
987 Euro
1156 Euro
945 Euro
984 Euro
970 Euro
1541 Euro
1039 Euro
1106 Euro
1014 Euro
1168 Euro
1092 Euro
1087 Euro
1172 Euro
1037 Euro
928 Euro
802 Euro
1258 Euro
994 Euro
863 Euro
851 Euro
946 Euro
979 Euro
954 Euro
825 Euro
1003 Euro
1246 Euro
1104 Euro
1106 Euro
1093 Euro
1040 Euro
1047 Euro
116 Euro
1194 Euro
946 Euro
1100 Euro
918 Euro
1214 Euro
1079 Euro
746 Euro
760 Euro
769 Euro
832 Euro
856 Euro
857 Euro
865 Euro
891 Euro
899 Euro
899 Euro
905 Euro
908 Euro
936 Euro
945 Euro
950 Euro
976 Euro
1018 Euro
1052 Euro
1061 Euro
1222 Euro

Was ergab eine Studie der Verbraucherzentrale?

Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband gab im Sommer 2021 mit europäischen Partnern eine Studie in Auftrag. Ein Ergebnis: Bei einem Mittelklassefahrzeug mit Elektroantrieb sparen Erstkäufer gegenüber einem Benziner in vier Jahren rund 29 Prozent oder 11.000 Euro an Kosten.
Auch Zweit- und Drittbesitzer profitieren laut der Modellrechnung über die zugrunde gelegten 16 Nutzungsjahre, hier liegen die finanziellen Vorteile bei 19 oder 29 Prozent.
VW ID.3       VW Golf 8 VIII 1.5 eTSI
VW Golf (r.) und ID.3 sind Konkurrenten aus demselben Hause: der eine als Verbrenner, der andere mit Elektromotor.

Fährt man im E-Auto günstiger als im Verbrenner?

Um die Kostenfrage zu beantworten, hängt vieles vom individuellen (Fahr-)Verhalten ab. Oder vom persönlichen Umfeld. Oder vom Schnäppchen, das man möglicherweise gerade entdeckt. Fest steht: Man sollte sich nicht nur vom Anschaffungspreis leiten lassen; auch wenn er von den meisten Interessenten neben Reichweite und Lademöglichkeit als wichtigstes Entscheidungskriterium herangezogen wird. 

Welche laufenden Kosten sind zu berücksichtigen?

Doch es gilt generell, die laufenden Kosten über mehrere Jahre zu berücksichtigen – also für Treibstoff, Kfz-Steuer, Versicherung, Wartung, Service und Verschleiß am Fahrzeug. Gerade beim Treibstoff/Strom steckt für E-Autos ein großes Sparpotenzial, wie die Entwicklung des Spritpreises beweist. Wichtig ist auch der Restwert bei einem möglichen Weiterverkauf.
Und nicht zuletzt spielen auch die politischen Umstände eine Rolle, darunter die finanzielle Förderung. Wer kalkulieren möchte, dem kann der AUTO BILD-Kostencheck dabei als Grundlage dienen. Wer weitere Tipps zum E-Auto-Kauf benötigt, wird hier fündig!

Kostenvergleich Verbrenner vs. E-Auto

Was ist mit der Anschaffung?

Pfeil

Generell sind Elektroautos bei der Neuanschaffung noch immer mehrere Tausend Euro teurer als vergleichbare Diesel und Benziner. Das liegt an den geringeren Stückzahlen in der Produktion, vor allem aber an den teuren Batterien. Diese machen in der Regel ein Drittel des Kaufpreises aus. Aber: Durch die erhöhte Elektro-Kaufprämie sparen Neuwagenkäufer noch mindestens bis Ende 2022 bis zu 9000 Euro sowie einen Teil der Mehrwertsteuer. Manche Hersteller erhöhen sogar noch ihren Anteil und runden nach oben hin auf. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass mit etwas Geschick auch beim Kauf von Verbrennern ordentliche Rabatte drin sind.
Lange Zeit wurden E-Auto-Akkus in der Herstellung immer günstiger. Lagen die Kosten pro Kilowattstunde (kWh) 2010 noch bei etwa 600 Euro, waren es 2020 nur noch 100 Euro. Obwohl die Kosten mittlerweile langsamer sinken, könnte schon in wenigen Jahren der "Break Even Point" von 100 Dollar/kWh (ca. 82 Euro) erreicht sein – das Level, ab dem der Anschaffungspreis auch ohne Förderung mit Verbrennern mithalten kann. Aber: Gegen diesen Trend spricht, dass wichtige Rohstoffe wie Lithiumkarbonat zuletzt deutlich teurer wurden. Dies wiederum könnte die Nutzung von Alternativen wie Natrium-Ionen-Akkus beschleunigen. Viele Hersteller jedoch fördern die Massenproduktion von E-Auto-Batterien in eigenen Werken, was langfristig Kosten senken dürfte.

Wie hoch sind die Kosten für Treibstoff/Strom?

Pfeil

Beim Tanken von Benzin oder Diesel könnte im Frühjahr 2022 mit dem Ukraine-Krieg eine neue Zeitrechnung begonnen haben. Der Benzinpreis schoss in die Höhe auf bis zu mehr als zwei Euro pro Liter, Diesel wurde mancherorts teurer als Super E10. Bereits im Jahr 2021 hatte sich die preisliche Lage an den Zapfsäulen durch die CO2-Abgabe, die Mehrwertsteuer-Rückerhöhung und gestiegene Rohöltarife deutlich verschärft. Umso wichtiger ist es, die großen Spritpreisunterschiede am Tag zu beachten und zudem umfangreiche Tipps zum Spritsparen zu beherzigen.
Im November 2021 kostete laut der Analyse von clever-tanken.de (gehört zur AUTO BILD-Gruppe) der Liter Super E10 im Schnitt 1,6858 Euro, der Liter Diesel 1,5653 Euro. Ein aktueller VW Golf mit Benzinmotor und 5,5 l Verbrauch (angegebener und realer Verbrauch weichen meist voneinander ab) verursachte damals also bereits 9,27 Euro Treibstoffkosten für 100 Kilometer, ein Diesel mit 4,5 l Verbrauch 7,04 Euro. Bei rundgerechneten 2 Euro pro Liter Sprit sind dies sogar 11 respektive 9 Euro für eine Strecke von 100 Kilometern.
Das Verbraucherportal "Check24" errechnete im Sommer 2021, dass Benzinkunden (1385 Euro) im Jahr rund 90 Prozent mehr für Treibstoff zahlten als E-Autofahrer für Strom (730 Euro). Grundlage der Berechnungen waren 11.387 gefahrene Kilometer, ein Verbrauch von 7,8 Litern bzw. 20,7 kWh pro 100 km und die damals aktuellen Preise für Benzin und Hausstrom (31 Cent/kWh).
Allerdings hängt auch beim Laden von E-Autos der Kostenaufwand von vielen Faktoren ab – etwa vom Ort, der Ladeart und vor allem vom Stromtarif. Wer zu Hause an seiner Wallbox lädt, der kommt definitiv deutlich günstiger weg als jemand, der den Akku an einem Schnelllader an der Autobahn auflädt (wenn die Technik des Autos es zulässt). Im Idealfall bekommt man den Strom für sein E-Auto gratis am Arbeitsplatz oder vor einem Verbrauchermarkt. Und sogar am selben Ort gibt es große Unterschiede, mit dem richtigen Stromtarif zu Hause lassen sich bis zu 500 Euro jährlich sparen.
Zum Vergleich: Beim VW ID.3 mit 17 kWh Stromverbrauch auf 100 Kilometer (entspricht dem Durchschnittsverbrauch von E-Autos in Deutschland laut Herstellerangaben) ist man beim Hausstrom mit einem Durchschnittspreis von 36,19 Cent/kWh (Stand Januar 2022 laut BDEW) mit 6,15 Euro dabei. An öffentlichen Ladepunkten (Anfang 2022 waren es gut 52.000 in Deutschland) gibt es noch immer sehr viele Tarif- und Bezahlmodelle. Bei einem angenommenen Preis von 45 Cent/kWh wäre man beim ID.3 bei 7,65 Euro pro 100 Kilometer. Tanken und Laden gemein ist, dass man mit dem individuellen Fahrverhalten den Verbrauch beeinflussen und damit viel Geld sparen kann.
Wertvolle Hilfestellung dürfte der neue Energiekostenvergleich liefern, der seit dem 1. Oktober 2021 an fast allen Tankstellen aushängt. Dabei handelt es sich um ein Plakat oder auch einen Bildschirm, auf dem die Kosten verschiedener Energieträger – Benzin, Diesel, Erdgas, Autogas, Strom und Wasserstoff – pro 100 Kilometer Fahrstrecke aufgelistet sind. Die Maßnahme soll es Tankstellen-Kunden ermöglichen, trotz unterschiedlicher Maßeinheiten (Liter, Kilogramm, Kilowattstunden) einfach Preise zu vergleichen.

Was kosten E-Autos an Kfz-Steuer, was Verbrenner?

Pfeil

Beim Thema Kfz-Steuer sind E-Auto-Besitzer fein raus, denn Elektroautos sind bis zu zehn Jahre lang von dieser Abgabe an den Staat befreit (bei Neuzulassung bis Ende 2025; Befreiung längstenfalls bis 31. Dezember 2030). Das alles gilt auch für Leasingfahrzeuge. Bei der Besteuerung von Pkw mit Verbrennungsmotor wird seit 2021 neben dem Hubraum der CO2-Ausstoß stärker gewichtet, Spritschlucker kosten also mehr. Beispiele: Ein Kleinwagen Hyundai i10 verursacht 68,40 Euro Kfz-Steuer pro Jahr, ein VW Golf 8 1.5 eTSI 161,50 Euro und ein BMW X7 M50d 745 Euro. Zusätzlich gibt es Steuervergünstigungen bei Dienstwagen: Bei der Privatnutzung von E-Autos unter 60.000 Euro Kaufpreis müssen nur 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden, bei Elektroautos über 60.000 Euro 0,5 Prozent. Auch das Gratis-Laden beim Arbeitgeber wird nicht als geldwerter Vorteil gewertet, sondern ist steuerfrei.

Wie verhält es sich bei der Kfz-Versicherung?

Pfeil

Generell werden E-Autos nach dem gleichen Prinzip versichert wie Autos mit Verbrennungsmotor. Die Kosten für die Kfz-Versicherung richten sich also vor allem nach Typ-, Regional- und Schadenfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers, sprich dem Unfallrisiko (zum Versicherungsvergleich). Aufgrund des höheren Anschaffungspreises sollte ein neues Elektroauto per Vollkasko versichert werden und dabei unbedingt der teure Akku sowie das Abschleppen und der Schaden durch einen möglichen Kurzschluss der Batterie eingeschlossen sein. Das alles deutet eher auf eine teurere Kfz-Versicherung für E-Autos hin. Aber dem ist nicht so. Einige Versicherer bieten Sonderkonditionen für Stromer an, um sich im Wachstumsmarkt zu positionieren. Weitere Gründe sind niedrigere Unfallzahlen, mutmaßlich durch viele Assistenzsysteme an Bord, und eine umsichtigere Fahrweise der Besitzer. Ein Vergleich des Verbraucherportals Verivox ergab, dass bei der Kfz-Versicherung in einem E-Auto ein Sparpotenzial von 20 bis 34 Prozent gegenüber einem vergleichbaren Verbrenner steckt.

Wie teuer sind Reparaturen?

Pfeil

Laut einer Allianz-Studie fallen nach einem Unfall die Kosten für die Reparatur eines Elektroautos um zehn Prozent höher aus als bei einem Verbrenner. Grund sind oft Normen oder Herstellervorgaben, die beispielsweise den Austausch des teuren Akkus nach Airbag-Auslösung vorsehen. Das kann laut der Allianz zu einem wirtschaftlichen Totalschaden führen. Auch Marderbisse können einen teuer zu stehen kommen, da ein Hochvolt-Kabelstrang ohne Schutzummantelung komplett ausgetauscht werden muss. Beschädigte Akkus muss die Versicherung im Normalfall ersetzen, sodass die höheren Reparaturkosten nicht dem Verbraucher zur Last fallen. Allerdings können sich gestiegene Beiträge für bestimmte Fahrzeuge ergeben. Bei Plug-in-Hybriden liegen die Reparaturkosten der Studie zufolge sogar um 50 Prozent höher, da diese Antriebsstränge vorwiegend in hochwertigen Autos verbaut sind, in denen Ersatzteile teurer sind.

Was kosten Wartung, Service, Verschleiß?

Pfeil

In puncto Wartung, Service und Verschleiß ist das E-Auto eindeutig im Vorteil. Ein AUTO BILD-Vergleich dreier VW-Modelle ergab bei der Wartung einen Preisvorteil von rund 50 Prozent für einen ID.3 gegenüber einem Golf 7 TDI. Das E-Auto braucht keinen teuren Ölwechsel und keine Abgasuntersuchung, typische Verschleißteile wie Getriebe, Keil- und Zahnriemen oder Zünd- oder Glühkerzen fehlen an Bord. Die Bremsen werden durch Rekuperationstechnik (Energierückgewinnung über den Motor) geschont. Dadurch werden die Serviceintervalle größer, Elektroautos müssen seltener in die Werkstatt. Tesla schreibt gar keine Inspektionen mehr vor, löst vieles über Online-Updates. Ganz ohne Service geht es bei den meisten E-Autos aber auch nicht, vor allem die Batterie braucht eine regelmäßige Kontrolle.

Wie hoch ist der Restwert bei E-Autos und Plug-in-Hybriden?

Pfeil

Beim Thema Restwert (zu den Wertmeistern 2021) sind noch keine validen Aussagen zu machen, weil es noch relativ wenige gebrauchte E-Autos gibt. Während viele Experten zunächst eher niedrige Restwerte für Elektroautos (und auch für Plug-in-Hybride) voraussagten, hat sich die Lage mittlerweile gewandelt. So sind laut einer Analyse des Center Automotive Research (CAR) in Duisburg inzwischen E-Autos deutlich wertstabiler als Verbrenner. Während Letztere nach zwei Jahren durchschnittlich noch 69 Prozent des Neupreises wert sind, kommen E-Autos auf 79 Prozent, in Einzelfällen sogar auf 83. Plug-in-Hybride (PHEV) liegen dazwischen, sie haben nach zwei Jahren noch 73 Prozent ihres Werts.

Wie viel können E-Autobesitzer mit einem Zertifikatehandel sparen?

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Besitzer von reinen Elektroautos – egal, ob gekauft oder geleast – können ab 2022 sogar mehrere Hundert Euro pro Jahr mit ihrem Fahrzeug verdienen, indem sie Emissionszertifikate über Vermittler auf dem freien Markt verkaufen. Grundlage für diesen neuen Zuverdienst ist das "Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote", das Privatpersonen beim Zertifikatehandel großen Unternehmen gleichstellt. Alle Informationen zum Procedere gibt es hier.