Montage Kostenvergleich Verbrenner/E-Auto

Alle neuen E-Autos im Überblick

Elektroauto vs. Verbrenner: Kostenvergleich

Rechnet sich der Umstieg vom Verbrenner zum Elektroauto?

E-Auto oder Verbrenner – womit fahre ich günstiger? Das fragen sich immer mehr Autokäufer. Kostenvergleich mit Neupreis, Wartung, Steuern und Versicherung!
Soll ich mir als nächsten Neuwagen ein Elektroauto anschaffen? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen in Deutschland vor einem Autokauf. Wer das von vornherein ausschließt, der denkt wahrscheinlich: Das ist doch viel zu teuer! Wer darüber nachdenkt, dem fehlen vielleicht nicht Mut und Wille, sondern nur Zahlen und Fakten.
Doch ob Zweifler oder Grübler: Für beide lohnt sich ein genauerer Blick aufs Finanzielle – sprich: ein Kostenvergleich zwischen Diesel/Benziner und E-Auto. Können E-Autos sich wirklich nur Reiche leisten, die ihr Öko-Gewissen beruhigen wollen?

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Nicht nur der Anschaffungspreis ist wichtig

Der VW Golf und der ID.3 sind typische Konkurrenten mit Verbrenner- und Elektromotor.

©Tom Salt / AUTO BILD

Wie so oft im Leben, gibt es keine eindeutige Antwort auf die Frage, ob man mit Verbrenner oder Stromer günstiger fährt. Vieles hängt zum Beispiel vom individuellen (Fahr-)Verhalten ab. Oder vom persönlichen Umfeld. Oder vom Schnäppchen, das man möglicherweise gerade entdeckt. Auf jeden Fall sollte man sich nicht nur vom Anschaffungspreis leiten lassen. Der wird von den meisten Interessenten neben der Reichweite und der Lademöglichkeit als wichtigstes Entscheidungskriterium herangezogen. Doch es gilt auch die laufenden Kosten über mehrere Jahre zu berücksichtigen – also für Treibstoff, Kfz-Steuer, Versicherung, Wartung, Service und Verschleiß am Fahrzeug. Hierin steckt für Stromer großes Sparpotenzial. Wichtig ist auch der Restwert bei einem möglichen Weiterverkauf. Und nicht zuletzt spielen auch die politischen Umstände, also die finanzielle Förderung, eine Rolle.

ADAC hat Kilometerpreis errechnet

Wer für sich persönlich bestimmen will, ob sich der Umstieg rechnet, sollte also möglichst weitere Parameter in den Kostenvergleich einfließen lassen. Der ADAC hat in einer großen Modellrechnung den Kilometerpreis vieler E-Autos, Plug-in-Hybride und Verbrenner errechnet und dabei herausgefunden: So manche Stromer wie beispielsweise der BMW i3 oder der VW ID.3 fahren im Vergleich zum BMW 1er oder VW Golf am günstigsten. Der Renault Clio und der traditionelle Opel Mokka wiederum schneiden durch den vom Verkehrsclub zugrunde gelegten Preisrabatt von 15 Prozent beim Neukauf besser ab als der Renault Zoe und der Mokka-e. Das Rennen zwischen Elektro und Benziner/Diesel ist also offener denn je. Wer kalkulieren möchte, dem kann der AUTO BILD-Kostencheck dabei als Grundlage dienen. Und wer noch weitere Tipps zum E-Auto-Kauf benötigt, der wird hier fündig.

Kostenvergleich Verbrenner vs. E-Auto

Anschaffung

Generell sind Elektroautos bei der Neuanschaffung noch immer mehrere Tausend Euro teurer als vergleichbare Diesel und Benziner. Das liegt an geringeren Stückzahlen in der Produktion, vor allem aber an den teuren Batterien. Diese machen in der Regel ein Drittel des Kaufpreises aus. Aber: Durch die erhöhte Elektro-Kaufprämie sparen Neuwagenkäufer noch mindestens bis Ende 2025 bis zu 9000 Euro plus einen Teil der Mehrwertsteuer. Manche Hersteller erhöhen sogar noch ihren Anteil und runden nach oben hin ab. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass mit etwas Geschick auch beim Kauf von Verbrennern zwischen zehn und zwanzig Prozent Rabatt drin sind. Und: E-Auto-Akkus werden in der Herstellung immer günstiger. Lagen die Kosten pro Kilowattstunde (kWh) 2010 noch bei etwa 600 Euro, waren es 2020 nur noch 100 Euro. Obwohl die Kosten mittlerweile langsamer sinken, könnte schon in wenigen Jahren der "Break Even Point" von 100 Dollar/kWh (ca. 82 Euro) erreicht sein, bei dem der Anschaffungspreis auch ohne Förderung mit Verbrennern mithalten kann.

Treibstoff

Beim Tanken von Benzin oder Diesel gibt es große Unterschiede und entsprechend viele Sparmöglichkeiten. Im Jahr 2021 hat sich die preisliche Lage an den Zapfsäulen durch die CO2-Abgabe, die Mehrwertsteuer-Rückerhöhung und gestiegene Rohöltarife deutlich verschärft. Ende April kosteten laut Analyse von Clever Tanken (gehört zur AUTO BILD-Gruppe) der Liter Super E10 im Schnitt 1,46 Euro, der Liter Diesel 1,31 Euro. Damit verteuerte sich das Tanken gegenüber Dezember 2020 um rund 18 Prozent. Ein aktueller VW Golf mit Benzinmotor und 5,5 l Verbrauch (angegebener und realer Verbrauch weichen meist voneinander ab) verursacht also 8,03 Euro Treibstoffkosten für 100 Kilometer, ein Diesel mit 4,5 Litern 5,90 Euro.

Auch beim Laden von E-Autos hängt der Kostenaufwand von vielen Faktoren ab, wie dem Ort, der Ladeart und vor allem dem Stromtarif. Wer zu Hause an seiner Wallbox lädt, kommt definitiv deutlich günstiger weg als jemand, der an einem Schnelllader an der Autobahn lädt (wenn die Technik des Autos es zulässt). Im Idealfall bekommt man den Strom für sein E-Auto gratis am Arbeitsplatz oder vor einem Verbrauchermarkt. Und selbst am selben Ort gibt es große Unterschiede, mit dem richtigen Stromtarif zu Hause lassen sich bis zu 500 Euro jährlich sparen. Zum Vergleich: Beim VW ID.3 mit 17 kWh Stromverbrauch auf 100 Kilometer (entspricht dem Durchschnittverbrauch von E-Autos in Deutschland laut Herstellerangaben) ist man beim Hausstrom mit einem Durchschnittspreis von 31 Cent/kWh mit 5,27 Euro dabei. An öffentlichen Ladepunkten (Ende 2020 gab es 35.649 in Deutschland) gibt es noch immer unendlich viele Tarif- und Bezahlmodelle . Bei einem angenommenen Preis von 40 Cent/kWh wäre man beim ID.3 bei 6,80 Euro pro 100 Kilometer. Tanken und Laden gemein ist, dass man mit dem individuellen Fahrverhalten den Verbrauch beeinflussen und damit viel Geld sparen kann.

Steuern

Beim Thema Kfz-Steuer sind E-Auto-Besitzer fein raus, ihr Liebling ist nämlich zehn Jahre lang von dieser Abgabe an den Staat befreit (Neuzulassungen bis Ende 2025). Danach gibt's eine Ermäßigung von 50 Prozent. Das alles gilt auch für Leasingfahrzeuge. Bei der Besteuerung von Pkw mit Verbrennermotor wird seit 2021 neben dem Hubraum der CO2-Ausstoß stärker gewichtet, Spritschlucker kosten also mehr. Beispiele: Ein Kleinwagen Hyundai i10 verursacht 68,40 Euro Kfz-Steuer pro Jahr, ein VW Golf 8 1.5 eTSI 161,50 Euro und ein BMW X7 M50d 745 Euro. Zusätzlich gibt es Steuervergünstigungen bei Dienstwagen: Bei der Privatnutzung von E-Autos unter 60.000 Euro müssen nur 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden, bei Elektroautos über 60.000 Euro 0,5 Prozent. Auch Gratis-Laden beim Arbeitgeber ist steuerfrei.

Kfz-Versicherung

Generell werden E-Autos nach dem gleichen Prinzip versichert wie "normale Autos". Die Kosten für die Kfz-Versicherung richten sich also vor allem nach Typ-, Regional- und Schadenfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers, sprich dem Unfallrisiko (zum Versicherungsvergleich). Aufgrund des höheren Anschaffungspreises sollte ein neues Elektroauto Vollkasko versichert werden und dabei unbedingt der teure Akku sowie das Abschleppen und ein möglicher Kurzschluss der Batterie eingeschlossen sein. Das alles deutet eher auf eine teurere Kfz-Versicherung für E-Autos hin, einige Versicherer bieten jedoch bereits Sonderkonditionen für Stromer. Zudem sind viele Elektroautos inzwischen günstiger zu versichern als vergleichbare Benziner – wegen niedrigerer Unfallzahlen, mutmaßlich durch viele Assistenzsysteme an Bord und eine umsichtigere Fahrweise der Besitzer.

Wartung, Service, Verschleiß

Bei Wartung, Service und Verschleiß ist das E-Auto eindeutig im Vorteil. Ein AUTO BILD-Vergleich dreier VW-Modelle ergab bei der Wartung einen Preisvorteil von rund 50 Prozent für einen ID.3 gegenüber einem Golf 7 TDI. Es braucht keinen teuren Ölwechsel und keine Abgasuntersuchung, typische Verschleißteile wie Getriebe, Keil- und Zahnriemen oder Zünd- oder Glühkerzen fehlen an Bord. Die Bremsen werden durch Rekuperationstechnik (Energierückgewinnung über den Motor) geschont. Dadurch werden die Serviceintervalle größer, Elektroautos müssen seltener in die Werkstatt. Tesla schreibt gar keine Inspektionen mehr vor, löst vieles über Online-Updates. Ganz ohne Service geht es bei den meisten E-Autos aber auch nicht, vor allem die Batterie braucht eine regelmäßige Kontrolle.

Restwert

Beim Thema Restwert (zu den Wertmeistern 2020) sind noch keine validen Aussagen zu machen, weil es noch relativ wenige gebrauchte E-Autos gibt. Allerdings sagen Experten eher niedrige Restwerte für Elektroautos (und auch für Plug-in-Hybride) voraus – und das auf Dauer. Grund dafür ist die Elektro-Kaufprämie für Neuwagen, wodurch Autokunden noch jahrelang mit einem stark rabattierten, also günstigen E-Auto auf dem Markt rechnen dürfen.

Fotos: Montage AUTO BILD

Getty Images

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