Bildergalerie Nio ES8 (2018)

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Nio ES8 (2018): Test und Infos

Elektro-SUV mit Wechselbatterien

Mit Wechselbatterien ist der Nio ES8 so schnell wieder vollgeladen wie einmal Volltanken dauert. AUTO BILD ist das SUV gefahren!
Während sich andere chinesische Start-ups noch in Ankündigungen ergießen, lässt Nio Taten folgen und schickt den ES8 ins Rennen um die Gunst der SUV-affinen Autofahrer in China. AUTO BILD ist den Fünf-Meter-Crossover mit Wechsel-Batterien gefahren.

Perfekt für die Langstrecke

Nach 4,4 Sekunden fällt die 100-km/h-Marke und bei 200 km/h ist Schluss.

Lange Fahrten sind das perfekte Einsatzgebiet des Nio ES8. Platz ist vorne und im Fond aufgrund des Radstands von 3,01 Metern reichlich vorhanden, sogar in der dritten Sitzreihe haben Erwachsene Platz. Mit 652 PS und einem Drehmoment von 840 Nm ist der Nio ES8 bestimmt nicht untermotorisiert: Nach 4,4 Sekunden fällt die 100-km/h-Marke und bei 200 km/h ist Schluss. "Offiziell", so die Nio-Techniker mit einem Zwinkern. Der Dampf der beiden E-Maschinen kommt vor allem bei der Geradeausfahrt zur Geltung. Mit verschiedenen Fahrprogrammen wird der ES8 an die jeweilige Situation angepasst. Neben dem Eco-Modus und einer individuellen Abstimmung stehen noch Normal und Sport zur Auswahl. Bei diesem Sport-Modus senkt sich die Karosserie des SUVs um fünf Zentimeter ab. Und auch die Lenkung verhärtet sich, um bei hohen Geschwindigkeiten Stabilität zu gewährleisten. Langstrecke läuft also. Sobald es um die Ecke geht, agiert der 2,5-Tonnen-Brocken trotz Allradantriebs nicht mehr ganz so souverän. Das Gewicht des SUVs drängt schnell zum Kurvenrand, die Reifen jaulen und das ESP greift so erbarmungslos ein, dass ein Tritt auf das Gaspedal ohne Folgen bleibt. Herausbeschleunigen ist nicht. "Das ist eine Sicherheitsfunktion", erklärt Nio-Manager Shen Feng.

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Der letzte fahrdynamische Kniff fehlt

Das Fahrwerk mit den Luftfedern (kommt von Continental) bügelt die meisten Bodenunebenheiten weg.

Der letzte fahrdynamische Kniff fehlt noch beim ES8. Das fällt auch bei der Rekuperation auf. Während bei Modellen wie dem Kia e-Niro die Rückgewinnungsstufe mit Wippen am Lenkrad ruck, zuck eingestellt ist, muss man beim ES8 das Ganze über den Infotainment-Bildschirm definieren. Ein echtes One-Pedal-Feeling stellt sich aber auch bei der stärkeren der beiden Alternativen nicht ein. Das Fahrwerk mit den Luftfedern (kommt von Continental) bügelt die meisten Bodenunebenheiten weg, mit schnell aufeinanderfolgenden Querfugen kommt der ES8 dagegen nicht so gut klar. Die Lenkung ist zwar direkt, lässt aber den Fahrer über den Zustand des Untergrunds und das aktuellen Grip-Niveau weitestgehend im Unklaren. Allerdings muss hier auch fairerweise erwähnt werden, dass der Nio ES8 für China konzipiert ist und dort der Kurventanz nicht ganz oben auf dem Lastenheft steht. Für die europäische Variante, die ebenfalls geplant ist, sollten die Techniker des asiatischen Autobauers dann aber eine andere Abstimmung wählen.

Simple Infotainmentsteuerung

Die Bedienung geschieht mit Hilfe eines tabletartigen Touchscreens, ein Head-Up-Display versorgt den Fahrer mit allen möglichen Informationen. Die Grafik und die Menüführung sind – soweit man das anhand der chinesischen Schriftzeichen nachvollziehen kann – eher simpel gehalten. Und dann ist da noch Nomi, eine Art chinesische Siri, die sich mit den Insassen unterhält, per Sprachbefehl unter anderem die Fenster runterfährt, die Massagesitze aktiviert oder die Lieblingsmusik einspielt. Bei der Verarbeitung und der Wertigkeit der Materialien haben die Asiaten trotz aller Automatisierungsbestrebungen bei der Produktion noch Nachholbedarf.

Reichweite von E-Autos

Neuer Akku in weniger als zehn Minuten

Der Akkutausch erfolgt automatisch auf einer kleinen Hebebühne –und zwar in handgestoppten 3,27 Minuten.

Die größte Besonderheit beim ES8 sind die Wechsel-Batterien. Die Idee ist nicht neu: Shai Aggassi hat mit diesem Konzept vor einigen Jahren unter dem Namen "Better Place" eine veritable Bruchlandung hingelegt. "Das Problem war, dass das Auto beim Batteriewechsel auf dem Boden stand und deswegen die Ausrichtung und Fixierung der Batterie sehr schwierig war", sagt Nio-Manager Shen Feng. Die Chinesen haben ihre Lehren aus dem Scheitern des Israelis gezogen und heben das Fahrzeug per Hebebühne an, ehe der Akkutausch automatisch erfolgt – und zwar in handgestoppten 3,27 Minuten. Mit Ein- und Ausfahren in die kleine Garage sind es immer noch weniger als zehn Minuten. Schneller geht das Sprittanken auch nicht vonstatten. So bekommt der Nio ES8 ruck, zuck weitere 355 Kilometer Reichweite spendiert.

Wechselstationen an den Hauptverkehrsadern

Pro Ladestation werden fünf Lithium-Ionen-Akku-Pakete vorgehalten, die jeweils innerhalb von einer Stunde wieder aufgeladen sind. Das System funktioniert offenbar: Entlang der G4-Autobahn, die rund 2272 Kilometer von Beijing nach Hongkong führt, sind bereits 18 Wechselstationen installiert. Nio hat seit Juni 2018 über 8000 ES8 im Heimatmarkt verkauft – bis Ende des Jahres sollen es 10.000 Stück sein. Die Wechselstationen sind hauptsächlich für die Hauptverkehrsadern vorgesehen, in den Städten soll der ES8 ganz normal an Wallboxen oder konventionellen Ladestationen tanken. Bis zum Jahr 2020 sollen 1100 Wechselstationen aktiv sein.

Das kostet der Nio ES8

Der Nio ES8 kostet rund 448.000 Renminbi (circa 57.781 Euro). Wenn man die Batterien für 1280 RMB (rund 165 Euro) pro Monat least, sind es 100.000 RMB (etwa 12.897 Euro) weniger.

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Autor: Wolfgang Gomoll

Stichworte:

SUV

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