Fahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb kommen oft sehr spacig rüber. Das gilt für Autos genauso wie für elektrische Zweiräder, siehe BMW CE 04. Doch die Liebhaber klassischer Formen müssen nicht verzweifeln. Hersteller wie Piaggio und Yamaha haben Roller im Programm, die die moderne Technik in bildschönen Retro-Kleidern verpacken.
AUTO BILD MOTORRAD hat acht Retro-Roller mit elektrischem Antrieb herausgesucht, die lokal emissionsfreie Mobilität mit viel Dolce Vita verbinden. Die Liste beginnt beim Emco Nova und endet beim brandneuen Yamaha Neo. Dazu gibt es die wichtigsten Daten im Überblick.

Das kann man auch auf dem Roller gebrauchen

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
Neverland Motorrad-Abdeckung
25,99 EUR
O'Neal Motorradhelm
99,23 EUR
Proanti Motorradhandschuhe
29,99 EUR
Heyberry Motorradjacke
99,90 EUR
ShinySkulls Premium Motorrad- und Autoshampoo
12,90 EUR

Emco Nova

Emco ist im Roller-Segment eine feste Größe. Das gilt auch für klassisch designte Scooter wie den Nova. Dessen zehn Zoll kleine Rädchen sind nicht immer ideal für die Fahrstabilität. Aber die herausnehmbaren Akkus machen das Laden in der Stadt super angenehm.
Emco Nova R 3000
Der Emco Nova begeistert mit herausnehmbaren Akkus. Das macht das Laden in der Stadt herrlich einfach.
Die Preise beginnen bei 3599 Euro für die Version mit 2,3 PS und 28-Ah-Akku. Mit dem 4,1 PS starken Motor und dem auf Wunsch erhältlichen zweiten Akku kostet der Nova 4999 Euro, Nebenkosten nicht mit gerechnet. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 45 km/h, die Reichweite gibt der Hersteller je nach Version mit 50 bis 130 Kilometern an. Die Ladezeit beträgt zwei bis vier Stunden.
Weitere Themen: Jethelme im Vergleich

Govecs E-Schwalbe

Die Schwalbe fährt in der Elektroroller-Liga bis ans obere Ende der Preisskala. Die Firma Govecs aus München hat den Kult-Roller erfolgreich wiederbelebt: Als Version 45 leistet die E-Schwalbe vier kW und versteht sich als Alternative zu 50er-Verbrennern.
Govecs Schwalbe
Govecs ist mit der E-Schwalbe die Wiederbelebung einer Legende gelungen. Leider nicht ganz günstig.
Der Antriebsstrang von Bosch treibt die Elektro-Schwalbe mit Nachdruck nach vorne. ABS ist optional erhältlich. Der Akku und das Ladegerät mit Spiralkabel sind fest in die E-Schwalbe eingebaut. 135 Kilo dürfen zugeladen werden, ein auf Wunsch orderbares Topcase bietet den notwendigen Stauraum. Preis: ab 5590 Euro.

Kumpan 54 Inspire

Die Roller der Marke Kumpan spielen mit dem Chic der 50er- und frühen 60er-Jahre. Die Maschinen werden südlich von Bonn gebaut. 80 Prozent der Teile stammen den Angaben zufolge aus Deutschland!
Kumpan 54 Inspire
Kumpan kommt aus Remagen bei Bonn. Die Roller werden zu 80 Prozent in Deutschland gefertigt.
Der Kumpan 54 Inspire hat 4,1 PS und soll mit einem Akku 62 Kilometer Reichweite schaffen. Akku zwei und drei kosten Aufpreis. Die Zuladung wird bei einem Akku mit 188 Kilogramm angegeben. Für das Modelljahr 2022 gab es sowohl Software-Updates als auch Optimierungen wie einen neuen LED-Scheinwerfer und eine überarbeitete Ergonomie.

Motron Cupertino

KSR gilt als Profi beim Importieren und Entwickeln von Marken und Modellen. Die selbst geschaffene Einstiegsmarke der Österreicher heißt Motron. Motron bietet bezahlbare Zweiräder an, die sich auch (oder gerade) für den schmalen Geldbeutel eignen.
Den liebevoll gestalteten Cupertino gibt es ab 1999 Euro. Das kann man als Kampfpreis bezeichnen. Der Cupertino erinnert optisch an die Honda Supercub, das meistverkaufte Kfz der Welt. Die schmalen, 17 Zoll großen Drahtspeichenräder sollen jede Menge aushalten können. Der Akku ist herausnehmbar. Für die gute Sicht gibt es LED-Leuchten. Zwei PS und Trommelbremsen reichen fürs gemütliche Fahren aus.

Trinity Romex

Den schicken Retro-Cruiser Trinity Romex gibt es schon ab 3299 Euro. Zu diesem Preis versucht der Kleine den Spagat zwischen schöner Schale und moderner Technik und ist ein echter Hingucker. Vor allem die Chrom-Anbauteile versetzen den Betrachter zurück in die goldenen Jahre des Rollerbaus. (Das ergab 2019 ein Test der BILD.)
Trinity Romex
Der Trinity Romex sieht schick aus und versprüht ganz viel Flair. Er wird bei wenig Energie aber schnell langsam.
Auch hier kann der Akku zum Laden herausgenommen werden. Das ist wichtig für alle, die keine eigene Garage mit Stromanschluss haben. Bei Bedarf kann die Reichweite mit einem zweiten Akku erweitert werden. Schnell ist nicht so die Art des Romex. Das sollte man wissen: Ab zirka 30 Prozent Ladung sinkt die Höchstgeschwindigkeit. Dann fühlen sich empfindliche Naturen in der Stadt wie ein Verkehrshindernis.

Trinity Uranus

Ein weiterer hübscher E-Roller von Trinity hört auf den Namen Uranus. Die Firma entwickelt in Deutschland und lässt in China bauen. Die Retro-Optik und die Technik des Uranus mit unter anderem einem Radnabenmotor sind erfreuliche Pluspunkte, lassen den deutschen Chinesen aber nicht aus der Masse seiner Mitbewerber heraus stechen.
Anders sieht es mit den LG-Akkus aus. Die lassen sich nämlich nicht nur zum Laden aus dem Roller herausnehmen. Es können bei Bedarf einzelne Zellen der Akkus getauscht werden. Sehr innovativ! Der Uranus hat 5,4 PS und fährt maximal 45 km/h schnell. Kostenpunkt: 3499 Euro. Wem das nicht genug ist, der kann den Uranus auch als R-Version und im Laufe des Jahres sogar noch als RS bekommen.

Vespa Elettrica

Für Liebhaber gibt es keinen Roller, der mehr für entspanntes Cruisen und eben Dolce Vita steht, als die Vespa von Piaggio. Für eine mögliche Zukunft ganz ohne Verbrenner ist die Wespe bereits aufgestellt. Es gibt sie nämlich mit 5,4 elektrischen PS und einer Reichweite von 70 bis 100 Kilometern.
Doch die E-Vespa kann bisher noch nicht an den Erfolg der Verbrenner-Versionen anknüpfen. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass es an Bord ein bisschen an moderner Technik fehlt. ABS gibt es zum Beispiel nicht, auch die Version für 70 km/h hat nur eine Kombibremse. Akku und Ladegerät sind fest eingebaut. Man muss also zwangsweise an die Steckdose ran. Preis: ab 6390 Euro. Das ist kein Schnäppchen.

Yamaha Neo

Im Juni 2022 kommt der elektrische Yamaha Neo auf den Markt. Er wird 3324 Euro kosten und in zwei Farben erhältlich sein. Yamaha hat sowohl Erfahrung in Sachen 50er als auch in Sachen Elektroantrieb. Beides will der knuffige Neo nun in sich vereinen.
Yamaha NEO’s electric scooter
Yamaha bringt zur Mitte des Jahres den Neo. Er kann mit einer App mit dem Smartphone gekoppelt werden.
Ein Stufen- und bürstenloser Radnabenmotor am Hinterrad sorgt für Vortrieb. Seine Leistungsabgabe ist im Fahrmodus Standard mit 2,06 kWh bei 40 km/h am höchsten. Diesen Modus empfiehlt Yamaha für normales Fahren. Wahlweise gibt es auch noch einen Eco-Modus. Mit der kostenlosen Yamaha-MyRide-App lassen sich Roller und Smartphone miteinander verbinden. Für Praktikabilität im Alltag sollen zahlreiche Halter und ein Helmfach unter dem Sitz sorgen.