Seat Tarraco (2018)

Seat Tarraco (2018)

Seat Tarraco (2018)

Alle Infos zum Seat Tarraco

Auf Arona und Ateca folgt der Seat Tarraco – er basiert auf dem VW Tiguan Allspace. AUTO BILD hat den Fahrbericht und alle Infos zum großen Seat-SUV!

Vorstellung: Der Tarraco ist der Größte

Das ist der neue Seat Tarraco! Über 140.000 Menschen durften aus vier Namen im Internet auswählen, wie das größte SUV der Spanier heißen soll. Das Ergebnis ist die katalanische Bezeichnung für die Stadt Tarragona nahe Barcelona. Der Tarraco ist im Seat-Portfolio oberhalb des Ateca positioniert. Er basiert auf dem VW Tiguan Allspace und dessen MQB-A Plattform. Neben der Plattform teilen sich der Seat und der VW auch die Produktionsstätte: Seat überlässt die Fertigung dem Mutterkonzern, Tiguan und Tarraco laufen gemeinsam in Wolfsburg vom Band. Geht es um die Abmessungen, gelingt Seat mit dem neuen SUV ein buchstäblich großer Wurf. Verglichen mit Skoda Kodiaq und Tiguan Allspace ist der Tarraco mit einer Länge von 4,73 Metern der Längste unter den Konzernbrüdern.

Am Heck zieht Seat die Rückleuchten zusammen, allerdings nicht mit einem aktiven Leuchtband.

Optisch soll der Tarraco zeigen, wo es bei Seat in Zukunft hingeht. Die Front erhält einen sechseckigen Kühlergrill, der von einem breiten Chromrand umschlossen ist. Ebenfalls verchromt sind die in die Kühlermaske eingelassenen "Flügel". Die serienmäßigen Voll-LED-Leuchten sind in ihrer Grundform bekannt und erinnern an den Ateca. Völlig neu ist dagegen die Grafik des Tagfahrlichts. Im Bereich der Stoßstange beherbergen Kunststoffeinsätze die Nebelscheinwerfer. An der Seite fällt die Verwandtschaft zum Tiguan Allspace am meisten auf. Fensterlinie, Dachlinie und sogar der Falz im Blech wirken nahezu identisch. Die LED-Rückleuchten sind über eine rote Blende miteinander verbunden. Auf ein durchgängiges LED-Leuchtband verzichtet Seat.

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Innenraum: Seat-SUV bekommt ein neues Cockpit-Layout

Der Innenraum wirkt hochwertig. Alle Oberflächen sind mit Softtouch oder Kunstleder überzogen.

Mit dem Tarraco präsentiert Seat auch ein neues Innenraum-Design. Edle Holzoptik kennt man von Seat so noch nicht – sie macht aber einiges her. Die Türverkleidungen sind mit Stoff bezogen, die restlichen Flächen tragen Kunstleder oder Softtouch-Material. Klar, das Fotofahrzeug hat die Top-Ausstattung "Xcellence". Das Lenkrad bleibt unberührt und wirkt vertraut. Analoge Armaturen gehören im großen Spanier der Vergangenheit an, stattdessen ist das 10,25 Zoll große, volldigitale Kombiinstrument Serie. Der Touchscreen des Infotainments steckt nicht mehr im Armaturenbrett, sondern ist freistehend konzipiert. Bedient wird er über zwei Drehknöpfe oder per Finger-Tipp. Die Menüpunkte sind um den Bildschirm herum angeordnet, reagieren gut, wirken aber etwas einfach – das passt nicht ganz zum restlichen Qualitätsgefühl im Innenraum.

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In der zweiten Reihe bleibt viel Platz für die Beine, allerdings wird es für Personen über 1,80 Meter sehr eng am Kopf. Der Sitzkomfort ist sowohl vorne als auch hinten tadellos. Wer Platzangst hat, der sollte die dritte Sitzreihe des Siebensitzers lieber meiden, als Notsitze dienen sie aber allemal. Beim Fünfsitzer passen im Normalfall 760 Liter in den Gepäckraum, mit umgelegter Rückbank schluckt der Tarraco 1920 Liter. Wählt man den Siebensitzer mit dritter Sitzreihe, schrumpft das Volumen. Bleiben die zwei Notsitze umgeklappt, stehen 700 Liter zur Verfügung, ist die Rückbank umgelegt, sind es 1920 Liter. Sind die beiden Reservesitze im Kofferraum in Benutzung, schrumpft der Laderaum auf mickrige 230 Liter, das sind weniger als bei einem Smart fortwo (260 Liter).

Fahren: Testfahrt mit dem Tarraco 2.0 TDI

Die Lenkung des Seat Tarraco ist sportlicher abgestimmt als bei den Konzernbrüdern Skoda Kodiaq und VW Tiguan Allspace.

Bei der Sportlichkeit sticht der Seat seine beiden Technik-Verwandten VW Tiguan Allspace und Skoda Kodiaq bei der Lenkung aus, die direkter und mitteilsamer als etwa beim Tiguan Allspace ist. Dank des Allradantriebs kommt der Tarraco auch vernünftig um die Kurven, erreicht natürlich nicht die Agilität eines Porsche Cayenne. Muss der Spanier auch nicht, seine Stärke ist die Ausgewogenheit: Das adaptive Fahrwerk ist im Sportmodus zwar straffer, aber bei weitem noch nicht unkomfortabel. Dennoch könnte die Spreizung der Fahrprogramme ausgeprägter sein. Zwar verändert sich die Federung und die Gasannahme wird direkter, aber nur bei der Lenkung sind die Unterschiede deutlich spürbar.
Das Zusammenspiel zwischen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und Vierzylinder-Diesel bietet noch Verbesserungspotential. Das Getriebe raubt dem Vierzylinder mit 190 PS und 400 Nm Temperament. Bei schnellen Beschleunigungen passiert erst wenig, ehe sich der Spanier dazu entschließt, seine 1816 Kilogramm Gewicht nach vorne zu katapultieren. Nach acht Sekunden erreicht der Tarraco Landstraßentempo, ist bis zu 210 km/h schnell und verbraucht 7,6 l/100 Kilometer.

Ausstattung: Zwei Ausstattungslinien für den Großen

Länge läuft: Aus dieser Perspektive sind die 4,73 Meter des neuen Seat gut zu sehen.

Seat bringt den Tarraco nur in den gehobenen Ausstattungslinien "Style" und "Xcellence" auf den Markt. Über die genauen Umfänge der einzelnen Linien schweigt das Unternehmen aber bislang. Der Tarraco ist als Fünf- und Siebensitzer erhältlich und passt sich damit den individuellen Bedürfnissen der Kunden an. Die adaptive Fahrwerksregelung (DCC) dürfte auch im großen SUV aufpreispflichtig sein. Serienmäßig sind dagegen Fahrerassistenzsysteme wie der Spurhalteassistent und der "Front Assist" mit City-Notbremsfunktion inklusive Radfahrer- und Fußgängererkennung. Optional sind zudem unter anderem ein Totwinkelwarner, die Verkehrszeichenerkennung, der Stauassistent und der abstandsbasierte Tempomat (ACC). Der Tarraco wird es in acht Farben geben, darunter der neue Farbton "Dark Camouflage".

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Connectivity: Freistehendes Achtzoll-Display

Novum bei Seat: der freistehende Achtzoll-Touchscreen.

Das Infotainment des Tarraco wird über den serienmäßigen Achtzoll-Touchscreen gesteuert. Er ist, erstmals bei Seat, freistehend und leicht zum Fahrer geneigt. Bedient wird er mit dem Finger oder über die beiden Dreh-Drück-Schalter. Die Navigation geschieht über Touchflächen um den eigentlichen Bildschirm herum. Sie reagieren flott, lassen den Bildschirm aber weniger hochwertig wirken. Die Verarbeitung ist trotzdem gut.

Motoren und Preise: Diesel und Benziner mit je 150 und 190 PS

Zum Start wird es den Spanier mit zwei Benzinern und zwei Dieseln geben. Als Einstiegsbenziner dient der neue 1.5 TSI mit 150 PS, Topmodell bei den Otto-Motoren ist der 2.0 TSI mit 190 PS. Bei den Dieseln steht ein 2.0 TDI in zwei Konfigurationen zur Auswahl. Der kleine Motor erhält auch hier 150 PS, die Topversion kommt wie auch beim Benziner auf 190 PS. Die stärkeren Versionen sind immer mit Allrad und DSG-Getriebe verheiratet, die schwächeren kommen mit Frontantrieb und Sechsgang-Handschalter. Nur der 150 PS-Diesel lässt sich optional mit Allrad und DSG ausstatten. AUTO BILD schätzt, dass der Seat Tarraco die 30.000 Euro Marke knacken wird. Der Vorverkauf startet im Dezember 2018, ausgeliefert wird ab Frühjahr 2019.

Seat Tarraco (2018)

Andreas Huber

Fazit

Der Tarraco wird es den Konzernbrüdern nicht leicht machen. Die Qualität ist auf den ersten Blick tadellos, das Design stimmig. Große Menschen sitzen besser vorne, denn hinten wird es etwas eng. Dafür ist die Beinfreiheit gigantisch. Ob der Tarraco Kodiaq und Co abhängen wird, könnte letztlich der Preis entscheiden.

Autoren: Andreas Huber, Tomas Hirschberger, Wolfgang Gomoll

Stichworte:

SUV

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