Audi Q8 (2019): Vorstellung
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Audi Q8 (2019): Bilder
Audi baut endlich ein SUV-Coupé, um gegen X6 und GLE Coupé anzutreten. Aber ist der Q8 mehr als ein Q7 mit A7-Dach? AUTO BILD hat alle Infos!
- Jan Götze
- Peter R. Fischer
- Georg Kacher
Audi ist spät dran mit dem Q8! 2008 hat BMW mit dem X6 das Segment der SUV-Coupé gegründet. Mercedes hat 2015 mit dem GLE Coupé nachgelegt. Und Audi? Kein SUV-Coupé – bis jetzt! Rund zehn Jahre nach dem X6 steht der teuerste Q seit August 2018 bei den Händlern. Der erste optische Eindruck: Was für ein Ballermann! 4,99 Meter Länge und zwei Meter Breite sind eine Ansage, in dieser Klasse, aber normal. Im Vergleich zum praktischeren Q7 ist der Q8 6,6 Zentimeter kürzer, 2,7 Zentimeter breiter und drei Zentimeter flacher. Die Front wird vom bulligen, achteckigen Kühlergrill dominiert – ab sofort das Erkennungsmerkmal aller neuen Q-Modelle. Die Kühlermaske ist bei unserem Fotowagen mattgrau (S line Exterieur), gibt es aber auch in Wagenfarbe oder Anthrazit. Die Scheinwerfer sind besonders flach designt. Das liegt daran, dass das Fernlicht in den unteren Part ausgelagert wurde. Klar ist, dass das Überholprestige des Q8 stimmt. Bleibt allerdings die Frage, wie böse dann wohl erst ein RS Q8 aussehen wird?

Im Profil fällt auf, dass die Dachlinie des Lamborghini Urus deutlich stärker abfällt.
Würde ich es nicht besser wissen, könnte ich auch in einem A8 sitzen. Die Unterschiede beschränken sich auf Details wie Lenkrad und Lüftungsdüsen. Die Luftausströmer sind sehr edel integriert und wirken auf den ersten Blick durchgängig. Das moderne Cockpit mit der cleanen Optik kennen wir schon: virtual Cockpit, der 10,1-Zoll-Hauptmonitor, darunter das 8,6-Zoll-Display, kein Dreh-/Drücksteller, kein Touchpad. Die tastenlose Bedienung mit haptischer Rückmeldung ist vielfältig einstellbar und erfordert nur eine kurze Eingewöhnung. Topmodell ist eben Topmodell, egal ob Limousine oder SUV. Platzangebot und Raumgefühl sind spitze, die Sitze superbequem – wurden schließlich auch für den Q8 entwickelt und sind in vier verschiedenen Ausführungen zu haben. Die S line-Sportsitze des Fotoautos sind an der Rautensteppung und den Schriftzügen erkennbar und haben auf Wunsch auch eine Massagefunktion. Das belederte Armaturenbrett ist nicht serienmäßig und kostet extra.

Überraschung im Fond: Das Platzangebot im Audi Q8 ist trotz abfallender Dachlinie mehr als ausreichend.
Bild: Audi AG
Bei einem ersten Fahrtermin mit dem neuen Ringträger konnten wir uns von seinen Qualitäten überzeugen. Der Q8 lenkt selbst auf der Bremse punktgenau ein, gibt dem drohenden Untersteuern prompt einen Korb, hakt lässig Scheitelpunkt um Scheitelpunkt ab, beschleunigt mit ordentlich Wumms aus der Kurve. Die Lenkung wird mit zunehmendem Einschlag immer direkter, aber sie wirkt um die Mittellage seltsam synthetisch. Die serienmäßigen Stahlscheiben haben die 286-PS-Variante jederzeit im Griff, nur auf der anspruchsvollen Abfahrt wären Carbon-Keramikstopper die bessere Wahl gewesen. Ansonsten zeigte der Fünf-Meter-Allradler kaum Schwächen. Die langen, schnellen Kurven, mit rhythmischen Bodenwellen unterlegt und mit ständig wechselnden Radien gespickt, durcheilt der Audi ohne die Magengrube verunsichernde Aufbaubewegungen. Das Matrixlicht macht die Nacht zum Tag – und mit seinen LED-Fingern den Gegenverkehr kirre.Leider war der Q8 nicht sonderlich souverän motorisiert. Der 3,0-Liter-TDI mobilisiert zwar 286 PS und 600 Nm Drehmoment – genug für 6,3 Sekunden von 0 auf 100 und 245 km/h Spitze. Stirnrunzeln verursachen allerdings die unharmonische Motor-Getriebe-Abstimmung, das oft stark verzögerte Ansprechverhalten und die Schwarz-Weiß-Charakteristik des bis 5000 Touren drehenden Sechszylinders. Kickdown-Befehle erschüttern die plötzlich planlose Achtstufenautomatik bis ins Mark, die geballten 600 Nm verlieren sich bis 2500 Touren zum Teil in den Untiefen des Hubraums, die Qualität der Schaltvorgänge variiert von träge bis harsch. Die Start-Stopp-Funktion greift jetzt bereits bei 22 km/h, das fast lautlose Segeln mit abgestelltem Verbrenner hält im Idealfall 40 Sekunden lang an, dem ambitioniert bewegten Testwagen reichten zehn Liter pro 100 km!

Das S line-Interieurpaket ist an der Rautensteppung und den Schriftzügen zu erkennen.
Bild: Audi AG
Die MMI Navigation plus ist im Audi Q8 serienmäßig. Viele weitere Komfortfeatures im Innenraum sind optional. Audi hat für das SUV-Coupé vier verschiedene Ausführungen der Vordersitze im Angebot, auf Wunsch sind zudem beide Sitzreihen mit Massagefunktion ausgestattet. Das große Bang&Olufsen-Soundsystem mit 23 Lautsprechern kostet Aufpreis. Besonders wichtig war auch das Thema Geräuschdämmung, weshalb die Ingolstädter die Windschutzscheibe ab Werk doppelt verglast haben. Gegen Mehrpreis sind auch die Seitenscheiben mit Akustikglas ausgestattet.

Im Profil fällt auf, dass die Dachlinie des Lamborghini Urus deutlich stärker abfällt.

Audi bietet drei Motoren für den Q8 an: Zwei Diesel und einen V6-Benziner.
Bild: Audi AG
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