Gebrauchte Elektroautos kaufen: worauf Sie achten sollten!
Sind gebrauchte E-Autos eine Alternative zum Neukauf?
Neue E-Autos bis 2029 im Überblick
Das Angebot an gebrauchten Elektroautos wird immer größer, sie werden günstiger. Was ist beim Kauf zu beachten? Mit diesen Tipps finden Sie den besten elektrischen Gebrauchtwagen!
Bild: AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
- Was für ein gebrauchtes E-Auto spricht
- Gilt die Steuerbefreiung für gebrauchte E-Autos?
- Worauf sollte man beim Kauf eines gebrauchten E-Auto achten?
- Wie prüft man den Akku bei gebrauchten E-Autos?
- Wie hoch ist der Anteil gebrauchter E-Autos am Angebot?
- Wo starten die Preise für gebrauchte Elektroautos?
- Fazit
Pro gebrauchtes E-Auto
- Günstigerer Preis
- Günstigere Versicherung als neu
- Sofortige Verfügbarkeit
Kontra gebrauchtes E-Auto
- Geringere Reichweite als neu
- Risiko der Akku-Alterung
- Bestenfalls Restgarantie
Gebrauchte Elektroautos werden immer günstiger – und sind damit in Reichweite von Autofahrern, die kein Vermögen in ein neues Fahrzeug stecken wollen. Der TÜV-Verband kennzeichnet elektrische Gebrauchtwagen folgerichtig als "attraktive Alternative" zu neuen E-Autos. Doch die Skepsis nimmt laut einer aktuellen Studie der DEKRA zu: Demnach kommt für 64 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer ein E-Auto "eher nicht" oder "nicht" infrage. Vor zwei Jahren äußerten sich so lediglich 59 Prozent. Dagegen "auf jeden Fall" oder "sehr wahrscheinlich" ein Elektroauto kaufen würden 19 Prozent der Befragten. Diese Werte lagen 2023 entsprechend leicht höher.
Was sind die Gründe für die zunehmende Zurückhaltung? Auch das hat die DEKRA erfragt. Die Argumente gegen E-Autos sind dieselben wie in den Jahren zuvor: 43 Prozent zweifelten an der Leistungsfähigkeit des Traktionsakkus, also an der Batterie des gebrauchten Elektroautos. 41 Prozent glaubten, die Reichweite einer Akkuladung bei gebrauchten E-Autos wäre ungenügend. 27 Prozent führten fehlende Lademöglichkeiten in ihrem Umfeld als Kaufhindernis an.
Was ist dran an den Argumenten gegen E-Gebrauchtwagen?
Sind die Zweifel der Menschen berechtigt? Zumindest das stärkste Argument kann inzwischen weitgehend ausgeräumt werden: Akkus von modernen Elektroautos sind so haltbar, dass ihre voraussichtliche Lebensdauer die von Verbrennungsmotoren übersteigt. Um die Zweifel der Verbraucher auszuräumen, schlägt die SPD (als Teil der Regierungskoalition) im Rahmen der neuen Elektroauto-Förderung bei jedem E-Gebrauchtwagen vom Autohändler einen verpflichtenden Batteriecheck vor. Ob diese Idee umgesetzt wird, ist allerdings offen. Der Akku-Check wäre ohnehin nur für eine Übergangszeit notwendig: Ab Anfang 2027 wird in der EU der Batteriepass eingeführt – dann sollen die Daten jedes Elektroauto-Akkus in einer Datenbank abgelegt und regelmäßig aktualisiert werden, damit Käufer und Eigentümer darauf Zugriff haben.
Auch die Reichweite von Elektroautos wächst kontinuierlich, denn permanent kommen neue Modelle mit größeren Akkus auf den Markt. Ein Beispiel: Der Elektro-Kleinwagen Renault Zoe, ein sehr beliebtes Modell, kam 2013 mit 22 kWh großem Akku auf den Markt, das ergab realistisch wenig mehr als 100 Kilometer Reichweite. Als der Zoe 2024 vom Markt genommen wurde, hatte er bereits einen 52 kWh großen Akku, der im Alltag mehr als 300 km Reichweite ermöglicht. Die größten Elektroauto-Akkus haben inzwischen mehr als 100 kWh Speichervermögen.
Bleibt das letzte Argument: mangelnde Lademöglichkeiten. Wer ein Mehrfamilienhaus bewohnt, hat zweifellos schlechtere Chancen, günstig mit Hausstrom per Wallbox zu laden. Doch als Alternative gibt es das öffentliche Laden. Tatsächlich wächst das Netz öffentlicher Ladestationen permanent, innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat sich die Zahl öffentlicher Ladestationen mehr als verdoppelt. Ein Problem bleiben dabei die hohen Strompreise, die von ADAC, VDA, ZDK, Verbraucherzentrale und weiteren namhaften Organisationen regelmäßig heftig kritisiert werden. Hier besteht dringend Regelungsbedarf.
Wie sich die Restwerte von gebrauchten E-Autos entwickeln
Für Neuwagenkäufer und Händler schlecht, für Gebrauchtwagenkäufer dagegen eine gute Nachricht: Der Wertverlust von E-Autos ist noch immer deutlich höher als derjenige von Verbrennern. Der Marktbeobachter Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hat kürzlich berechnet, dass dreijährige Benziner sich für durchschnittlich rund ein Drittel weniger (36 Prozent) weiterverkaufen lassen. Bei Elektroautos beträgt der Preisabschlag fast die Hälfte (49 Prozent).
Der Durchschnittspreis von gebrauchten E-Autos lag laut Online-Marktplatz Autoscout24 im September 2025 bei 34.648 Euro, während Benziner mit durchschnittlich 24.795 Euro erheblich günstiger waren. Aber das ist leicht erklärbar: Während bei Verbrennern auch erheblich ältere Fahrzeuge zum sehr niedrigen Preis in die Statistik einfließen, gibt es relativ wenige E-Autos vor Baujahr 2020 – bei Autoscout24 sind es aktuell knapp 3000 Angebote.
Dieser Trend wird sich noch einige Jahre fortsetzen, glaubt das spezialisierte Beratungsunternehmen Berylls by AlixPartners. Warum? Weil der technische Fortschritt bei E-Autos rasant voranschreitet. Laut Berechnungen der Consulter liegt der Restwert eines durchschnittlichen Elektro-Gebrauchtwagens um 6400 Euro unter dem eines vergleichbaren Verbrenners.
Wie viele gebrauchte E-Autos sind im Angebot?
Für Gebrauchtwagenkäufer heißt das: Es gibt inzwischen eine gute Auswahl an E-Autos aus Vorbesitz. Eine aktuelle Stichprobe auf den großen Online-Marktplätzen ergab für ein Budget von 20.000 Euro mehr als 16.500 gebrauchte Elektroautos in Deutschland.
Nach aktuellem Stand wird die Steuerbefreiung für Elektroautos verlängert, beschloss das Bundeskabinett Mitte Oktober 2025. Demnach gilt beim Kauf eines gebrauchten E-Autos, das bis zum 31.12.2030 zugelassen wurde, eine zehn Jahre währende Steuerbefreiung – allerdings nur bis spätestens 2035. Die Steuerfreiheit geht auf jeden Gebrauchtkäufer über.
Wer ein gebrauchtes Elektroauto kaufen will, sollte zunächst überlegen, wie viel Reichweite mit einer Akkuladung mindestens möglich sein sollte. Für die tägliche Pendelfahrt zur Arbeit über wenige Kilometer genügt in der Regel ein relativ kleiner Akku. Elektrische Gebrauchtwagen mit kleinem Akku sind zumeist billiger als solche mit großem Stromspeicher.
Ein weiterer wichtiger Punkt für die Alltagstauglichkeit ist die Schnellladefunktion per CCS-Steckdose. Sie ermöglicht, das Auto mit Gleichstrom (DC) und Ladeleistungen von mehr als 50 kWh an Schnellladesäulen zu laden. Ältere Elektroautos haben diese Ladedose oft nicht. Die Nachrüstung ist zumeist nicht möglich. Schnellladen ist besonders wichtig für Pendler und Langstreckenfahrer.
Gebrauchtes Elektroauto von privat oder beim Händler kaufen?
Der ADAC rät, Gebrauchtwagen grundsätzlich bei seriösen Autohändlern oder Innungsmitgliedern zu kaufen. Und: "Käufer sollten auf eine möglichst neue Hauptuntersuchung achten." Auch ein durchgestempeltes Scheckheft weist auf ein gepflegtes Auto hin. Wichtig ist aber auch, sich vor dem Kauf auf die Suche nach einer geeigneten Elektroauto-Werkstatt (für spätere Inspektionen und Reparaturen) zu machen: Hochvolttechnologie darf nur von Mitarbeitern mit spezieller Schulung gewartet werden, viele Werkstätten haben sich mit Elektromobilität bisher wenig befasst.
Welche Verschleißteile haben Elektroautos?
Ein großer Vorteil, der sich auf die Haltbarkeit und die Kosten von Elektroautos positiv auswirkt: E-Autos haben im Vergleich zum Verbrenner wesentlich weniger Verschleißteile. Beim Kauf eines elektrischen Gebrauchten muss man also weniger beachten. Zahnriemen, Zündkerzen, Schaltgetriebe, Spritanlage, Auspuff, Motorkühlsystem, diverse Filter – all das besitzt ein Elektroauto nicht. Und was es nicht gibt, das kann auch nicht kaputtgehen. Das spricht alles für den Kauf eines gebrauchten E-Autos im Vergleich zum gebrauchten Verbrenner.

Der Antrieb im E-Auto: Elektromotoren bestehen aus weniger Bauteilen, benötigen kaum Wartung und haben eine höhere Lebensdauer als Verbrenner.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
Stoßdämpfer und Fahrwerk unterliegen allerdings höherer Belastung und Abnutzung als diejenigen von konventionell angetriebenen Autos, weil die schweren Akkus laut TÜV das Chassis offenbar stärker beanspruchen.
Elektromotoren sind hingegen wesentlich einfacher aufgebaut als Verbrenner, haben eine höhere Lebensdauer und sind weit weniger wartungsintensiv. Das gilt auch für das Ein-Gang-Getriebe. Anders ist es jedoch bei der Starterbatterie: Der 12-Volt-Akku ist ebenso störanfällig wie beim Verbrenner, zeigt die aktuelle Pannenstatistik des ADAC. Für den Fahrakku wiederum gibt es Tests, um die Alterung zu prüfen.
Wie lange hält die Antriebsbatterie im Elektroauto? Nach heutigem Stand der Technik hält ein moderner Fahrakku mindestens zehn Jahre, wahrscheinlich aber deutlich länger. Moderne Lithium-Ionen-Akkus überstehen klaglos mehr als 3000 Ladezyklen. Bei durchschnittlicher Fahrweise entspricht das – je nach Speichergröße – einem Zeitraum von weit über zehn Jahren bzw. bis zu 500.000 km. Aber mit laufender Zeit verringert sich das Speichervermögen des Fahrakkus. Diese "Degradation" hängt von der Anzahl der Ladezyklen und der Intensität der Ladung ab, sprich: Wie häufig wird schnellgeladen und mit welcher Ladeleistung? Durch jedes Auf- und Entladen entsteht Abnutzung. Auch die Außentemperaturen beim Parken, wenn der Akku nicht temperiert wird, spielen eine Rolle. Faustformel: Hitze schadet mehr als Kälte.
Einer von vielen Tipps zur Akku-Schonung: E-Auto-Akkus leben länger, wenn das 20/80-Prinzip aller Batterien berücksichtigt wird. Sprich: Der Ladezustand darf nicht unter 20 Prozent fallen, und über 80 Prozent wird nur geladen, wenn eine Langstreckenfahrt ansteht. Je bewusster der Vorbesitzer mit seinem Elektroauto umgegangen ist, desto besser. Dazu gehört auch, ein E-Auto nicht längere Zeit mit voll geladenem Akku stehen zu lassen. Auch die kalendarische Alterung ist beim Elektroauto-Gebrauchtkauf zu berücksichtigen: Der Akku altert einfach durch die Zeit, hat also bei einem älteren E-Gebrauchtwagen allein durch das Alter eine geringere Kapazität.
Nach einer gewissen Anzahl an Ladezyklen und zunehmendem Akku-Alter lässt wie beim Handy die Leistung nach, die Reichweite sinkt, es muss häufiger nachgeladen werden. Entscheidend ist daher beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos der Zustand des Akkus, "State of Health" (Gesundheitszustand) genannt. Bei einem allzu schlechten Zustand ist das Auto kein guter Kauf.

Die Akkus von Elektroautos sollten vor dem Kauf überprüft werden. Das funktioniert beispielsweise über ein elektronisches Prüfgerät von Aviloo.
Bild: AUTO BILD
So geht ein Batterie-Check beim E-Auto
Mit einem Batterie-Check lässt sich der Akkuzustand bewerten. Den bietet unter anderem das österreichische Start-up Aviloo an, mit dem ADAC und TÜV kooperieren. Man sollte den Kaufvertrag für ein gebrauchtes Elektroauto erst unterschreiben, wenn man den Gesundheitszustand des Fahrakkus kennt. (So prüfen Sie den Akku eines gebrauchten E-Autos.)
Da Ersatzakkus für Elektroautos sehr teuer sind, kann eine alte Batterie mit stark geschrumpftem Speichervermögen schon einen wirtschaftlichen Totalschaden bedeuten. Daher planen die Behörden als Maßnahme für Verbraucherschutz den Batteriepass für jedes Elektroauto, den Käufer dann auch online einsehen können. Dort wird der Batteriezustand in Echtzeit hinterlegt. Ab 2027 soll es losgehen, fordert die EU – in Deutschland womöglich schon ein Jahr eher.
Was, wenn die Batterie kaputtgeht?
"Das ist nicht vorgesehen", so antworten die E-Auto-Hersteller auf Nachfrage von AUTO BILD. Konkret empfiehlt Wieland Brúch, BMW-Sprecher für Elektromobiliät und Nachhaltigkeit: "Fahren Sie das Auto, solange Sie können. Am Akku wird es nicht liegen, wenn das Auto sein Leben aushaucht."
Meist sind die Autoakkus durch langfristige Garantien abgesichert. Aber man muss auch wissen: Geht außerhalb der Garantiezeit (in der Regel acht Jahre oder 160.000 Kilometer) der Akku kaputt, geht der Restwert des Autos gegen null. Die meisten Hersteller nennen nach hartnäckigem Nachfragen Preise für Tauschakkus, sie liegen mitunter im fünfstelligen Bereich!

Beim TÜV haben Elektroautos (und Hybridfahrzeuge wie dieser Toyota Prius) eine Achillesferse: Es sind die Bremsen, die durchs Rekuperieren zu wenig genutzt werden.
Bild: Benno Grieshaber / Auto Bild
Mittlerweile erweisen sich die Akkus von Elektroautos als äußerst haltbar. Im Jahr 2019 untersuchte der ADAC einen BMW i3 des Baujahrs 2014 mit 100.000 km Laufleistung. Die Kapazität betrug noch 86 Prozent. 2025 liegt das Ergebnis bei 70 Prozent, der i3 mit kleinem, altem Akku lässt sich immer noch fahren. Auch die Schadensrate ist nach Angaben mehrerer Hersteller weit geringer als befürchtet. So teilt z. B. Mercedes mit: "Die Nachfrage nach einem Batterie-Tauschteil bewegt sich im einstelligen Promillebereich."
Lassen sich Akkus von Elektroautos reparieren?
Viele Hersteller reparieren inzwischen Batterien zeitwertgerecht, indem sie statt des ganzen Akkupakets nur einzelne Zellen oder Module austauschen. Ein bis zwei Arbeitstage dauert so ein Eingriff.

Bild: Mazda Motor Corporation
Aber: Ein Austausch einzelner Akkumodule ist nicht bei allen Fahrzeugen vorgesehen. Doch ein Tausch einzelner, kaputter Zellmodule kann zum Beispiel beim BMW i3, VW e-Golf und e-Up oder auch dem Nissan Leaf durchgeführt werden. Zumeist sind nur einzelne Module betroffen, die Kosten für den Austausch eines Moduls liegen im dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Euro-Bereich. Konkret lohnt sich die Nachfrage bei einer Werkstatt der Marke.
Sind solche Reparaturen bereits durchgeführt worden, sollte das im Scheckheft dokumentiert sein. Wie bei Verbrennern ist auch beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos die Überprüfung der Dokumentation immens wichtig. So sehen Sie auch, ob Rückrufe, Inspektionen etc. ordnungsgemäß stattfanden.
Wie teuer ist die Wartung eines Elektroautos?
E-Autos haben kaum bewegte Motorenteile, die von Verschleiß betroffen sind. Sie benötigen daher nahezu keinen Öl- oder Ölfilterwechsel. Eine Auspuffanlage gibt es nicht, sie kann auch nicht verschleißen. Besondere Beachtung verdienen die Bremsen: Sie werden zumeist zu selten genutzt, da die Rekuperation für ausreichend Verzögerung sorgt. Daher haben gebrauchte E-Autos häufig angerostete Bremsscheiben, die zeitnah teuer instandgesetzt werden müssen. Doch in der Regel liegen die Wartungskosten für Elektrofahrzeuge rund 35 Prozent unter denen eines vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor. Auch der ADAC geht von einem niedrigeren finanziellen Aufwand aus.

Bei Elektroautos fällt der Inspektionsaufwand geringer aus als bei Dieseln oder Benzinern.
Bild: Götz von Sternenfels
Sind Inspektion und Wartung anders als beim Verbrenner?
Inspektion und Wartung unterscheiden sich in Aufwand und Kosten vom Verbrenner, aber nicht in ihrer Regelmäßigkeit. E-Autos werden von den Herstellern in den gleichen Zeitabständen zur Inspektion gerufen wie herkömmliche Autos. So soll garantiert werden, dass sich Funktion und Mechanik in einwandfreiem Zustand befinden. Die regelmäßige Wartung trägt zum Werterhalt bei und sichert die Garantieleistungen des Herstellers.
Der Inspektionsaufwand ist bei E-Autos allerdings wesentlich geringer. Zeitintensive Arbeiten wie etwa der Wechsel von Betriebsflüssigkeiten (Motoröl, Kühlwasser) fallen weg (einige Batterien sind flüssigkeitsgekühlt, das muss man beachten). Ein wichtiger Punkt ist dagegen die Überprüfung der Batterie. Die weiteren elektronischen Komponenten sind beinahe wartungsfrei. Dementsprechend sind die Inspektionskosten beim Verbrenner höher, da mehr Zeit aufgewendet wird und mehr Bauteile am Auto regelmäßig ausgetauscht werden müssen.
Was ist bei den Bremsen von Elektroautos zu beachten?
Die Bremsen beim Elektroauto stehen anders im Gebrauch als beim Verbrenner. Wegen der Rekuperation, also der Rückgewinnung von Energie im Brems- und Schubbetrieb, werden sie in den meisten Fahrsituationen nicht beansprucht. Folge: Sie verschleißen weniger. Doch gleichzeitig werden sie so wenig beansprucht, dass sie häufig Rost ansetzen. Auch lässt der Reibwert von Bremsbelägen nach, die zu selten genutzt werden. Weitere Folge: bei der HU werden die Bremsen moniert, oft müssen sie an allen vier Rädern teuer erneuert werden.
Um Schäden dieser Art zu vermeiden, wie sie eine Sonderauswertung der TÜV-Prüfungen ergab, empfiehlt der TÜV, gelegentlich stark abzubremsen, um die Bremsscheiben und Beläge von Flugrost zu befreien. Mercedes hat jetzt für die elektrische S-Klasse EQS (ab Modellpflege 2024) eine Lösung gefunden: Regelmäßig bremst die Fahrzeugelektronik sanft mit, ohne dass die Besatzung es bemerkt – und schleift so Flugrost von den Bremsscheiben.
Insgesamt ist das Angebot an gebrauchten Elektroautos solide. Von aktuell rund 850.000 gebrauchten Pkw in Deutschland, die bei der Gebrauchtwagen-Verkaufsplattform AutoScout24 gelistet sind (Stand: 21. Oktober 2025), haben etwa 63.000 vollelektrischen Antrieb – das entspricht 7,4 Prozent.
Dass Elektroautos auf dem zweiten Markt angekommen sind, spiegelt auch die wachsende Zahl der Besitzumschreibungen von E-Autos wider. Immerhin überstieg im ersten Vierteljahr 2025 bei Elektroautos die Zahl der Besitzumschreibungen erstmals die der Neuzulassungen. Während 2023 nur 1,6 Prozent aller Umschreibungen sprich Gebrauchtwagenverkäufe E-Autos waren, stieg diese Zahl 2024 auf 2,7 Prozent. Ein großer Anteil der weiterverkauften E-Autos stammt aus gewerblicher Nutzung. Es sind also ehemalige Dienstwagen, die nach zwei, drei Jahren einen privaten Käufer suchen.
Sind gebrauchte E-Autos teurer als vergleichbare Verbrenner?
In der Vergangenheit waren gebrauchte Elektroautos um einiges teurer als vergleichbare Gebrauchtwagen mit Verbrennungsmotor. Das ändert sich nur langsam, weil Elektroautos noch in zu geringen Mengen auf dem Markt sind. Ein Beispiel ist der Renault Zoe: Der Elektro-Kleinwagen kam 2013 als eines der ersten E-Autos mit Lithium-Ionen-Akku auf den Markt. Heute gibt es Renault Zoe mit mindestens drei Monaten HU ab etwa 4500 Euro. Der vergleichbare Verbrenner ist der ähnlich große Renault Clio. Beide Modelle nutzen dieselbe Plattform. Den Clio ab Baujahr 2013 und mit Benzinmotor mit mindestens drei Monaten HU gibt es bereits ab rund 3500 Euro.

Bild: Matthias Brügge/AUTO BILD
Aus Gründen der Vergleichbarkeit wurden bei der Berechnung Clio mit Diesel (sie sind im Gegensatz zu frühen Zoe geeignete Langstreckenfahrzeuge) ausgeschlossen. Für das Budget erhält man ein zehn bis zwölf Jahre altes E-Auto mit zumeist erheblich mehr als 100.000 km auf dem Tacho. Oft ist in ältere Exemplare noch ein Mietakku eingebaut, der monatlich zwischen 64 und 129 Euro zusätzliche Gebühr kostet. Auf der Habenseite stehen niedrigere Energiekosten. Auch die Wartungskosten für Elektroautos sind niedriger, weil viele Verschleißteile (wie Auspuff oder Zündkerzen) im E-Auto entfallen.
Es wird sicher noch eine Zeit vergehen, bis gebrauchte E-Autos eine Preisparität mit vergleichbaren Verbrennern erreicht haben. Bei Neuwagen scheint dieser Punkt erreicht zu sein, so kostet der neue Skoda Elroq als Basismodell geringfügig weniger als der ungefähr gleich große Skoda Karoq mit Benzinmotor.
Wachsendes Angebot an gebrauchten E-Autos
Innerhalb von nur drei Jahren hat sich das Angebot an gebrauchten E-Autos in Deutschland bereits verdreifacht. Im Jahr 2023 wurde erstmals mehr als eine halbe Million E-Autos in Deutschland neu zugelassen. Zur Jahreswende 2023/24 gab es mehr als 1,4 Millionen E-Autos im Bestand, dazu kommen die rund 380.000 neu zugelassenen im Jahr 2024. Bei AutoScout24 sind derzeit rund 63.000 gebrauchte vollelektrische E-Autos erhältlich (Stand: 21. Oktober 2025)!
Warum wächst der Markt für gebrauchte Elektroautos nur langsam?
Diese Antriebsart gibt es erst wenige Jahre: Erst seit 2019 kommen Elektroautos in nennenswerten Stückzahlen auf die Straße, die nach dem Erstbesitz zu Gebrauchtwagen werden. Das bedeutet auch: Angeboten werden kaum E-Autos mit mehr als 150.000 km auf dem Tacho. Dafür sind sie schlicht noch zu jung.Hoher Privatanteil bedingt längere Haltedauer: Knapp die Hälfte der Elektroautos auf dem Markt gehört privaten Autofahrern. Und die stoßen den Wagen nicht wie bei Firmenwagen nach zwei bis drei Jahren ab. Aktuell liegt die Haltedauer von Privatwagen durchschnittlich bei zehn Jahren.Neue E-Autos werden eher geleast, sie laufen bis zu 36 Monate und kommen erst danach auf den Gebrauchtwagenmarkt. Ein Teil davon geht ins Ausland, wo die Nachfrage und die Preise höher liegen.Die hohen Neuwagenpreise bei den Batteriefahrzeugen hemmen den Preisverfall bei gebrauchten E-Autos. "Dafür müssten erst die Preise für Neufahrzeuge deutlich günstiger werden", sagte ein Sprecher des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).
Die Preise beginnen aktuell bei etwa 2500 Euro. Den Anfang macht überwiegend der Renault Twizy, das Leichtmobil mit Platz für zwei Personen. Der Twizy ist ein Miniauto mit geringen Sicherheitsreserven, fährt maximal 80 km/h und ist für Langstreckenfahrten ungeeignet. Außerdem finden sich in dieser Preiskategorie E-Autos veralteter Technologie mit Bleibatterien etc. Alte Exemplare des viertürigen Kleinwagen Renault Zoe mit Mietakku sind ab etwa 3500 Euro bereits zu finden.
Hier finden sich auch vereinzelt elf bis dreizehn Jahre alte Hochdachkombi Renault Kangoo Z.E. oder den Elektrokleinwagen Mitsubishi i-MiEV (bzw. die Schwestermodelle Citroën C-Zero oder Peugeot iOn, gebaut 2009 bis 2020). Ab etwa 4000 Euro findet man Smart ED der zweiten Baureihe ab 2015. Etwas darüber startet bei ca. 4300 Euro das E-Kompaktauto Nissan Leaf.

Bild: AUDI AG
Rund sechs Prozent des Angebots – aktuell knapp 2100 Elektro-Gebrauchtwagen – stellen Tesla-Modelle, hier beginnt der Preis bei etwa 12.500 Euro für ein gebrauchtes Model 3 oder die Oberklasse-Limo Model S als Gebrauchtwagen. Darunter sind auch viele Exemplare, die gratis am Supercharger aufladen können. Aber Achtung: Beim Kauf eines gebrauchten Tesla Model S sind besondere Prüfkriterien anzusetzen.
Welche gebrauchten Elektroautos sind am günstigsten?
Kleine und eher einfach ausgestattete Fahrzeuge kosten als Gebrauchte vergleichsweise wenig Geld. Da unterscheiden sich die Elektroautos nicht von den Verbrennern. Aber die Reichweite der Batterien dieser ersten E-Auto-Generation mit Lithium-Ionen-Akkus ist oft noch sehr gering. Bei der Preiswürdigung ist die eingeschränkte Haltbarkeit von E-Auto-Akkus zu beherzigen.
Gebrauchte Renault Zoe
Unfallfreie Renault Zoe starten aktuell bei 3800 Euro – mit unterschiedlichen Laufleistungen (zumeist deutlich über 100.000 km). In solchen älteren Zoe-Modellen stecken überwiegend Mietakkus, für die zusätzlich jeden Monat zwischen 64 und 129 Euro (je nach Fahrzeugtyp und Laufleistung) Batteriemiete an Renault gezahlt werden müssen. Marktauftritt war bereits 2013, eine umfassende Modellpflege gab es 2019, inklusive CCS-Schnellladedose und verbesserten Akkus. Seit Mitte 2024 ist der Zoe nicht mehr als Neuwagen bestellbar.
Jüngere Modelle sind spürbar teurer aufgrund des ab 2018 deutlich größeren Energiespeichers (41 bzw. 52 kWh). Bis Baujahr 2018 ist das Elektroauto für Langstreckenfahrten kaum zumutbar, weil die Akku-Reichweite mit weniger als 150 km zu gering ist. Schnellladen per CCS war erst ab Ende 2019 verfügbar und kostete 1090 Euro Aufpreis, viele ältere Gebraucht-Zoe haben daher keine CCS-Ladedose. Sie lässt sich nicht wirtschaftlich nachrüsten.
Gebrauchte VW e-Up
Der großstadttaugliche Kleinstwagen VW e-Up überzeugt durch vollwertiges und sicheres Fahrverhalten, gemessen an der Größe bietet er hohen Komfort, gute Sitze, eine intuitive Bedienung und ein gutes Platzangebot vorne. Negativ ins Gewicht fallen der kleine Kofferraum, wenig Platz im Fond und eine nicht langstreckentaugliche Reichweite. Zudem ist häufig nur einphasiges Laden möglich, CCS-Laden gab es auch bei VW bis vor kurzem nur gegen Aufpreis. Der Preis startet bei etwa 8000 Euro für bis zu zehn Jahre alte e-Up mit Tachoständen zwischen 20.000 und 100.000 km.
Gebrauchte Smart fortwo ED
Vorzüge des Smart fortwo ED sind sein geringer Platzbedarf, ein winziger Wendekreis, niedrige Fixkosten, ein gutes Raumangebot vorn und eine umfangreiche Sicherheitsausstattung. Demgegenüber stehen lange Ladezeiten bei geringer Reichweite, die einfachen Materialien im Innenraum, ein winziger Kofferraum, eine schlechte Geräuschdämmung und bei defekten Akkus hohe Reparaturkosten. Das zeigte der Elektro-Smart auch im AUTO BILD-Gebrauchtwagentest. Rund 1800 Exemplare sind derzeit auf dem Markt. Den Zweisitzer findet man auf Online-Marktplätzen aktuell für ab 4500 Euro, mit Kilometerständen ab etwa 80.000 km.
VW e-Golf gebraucht
Der e-Golf, die elektrifizierte Version des Golf 7, startete 2014 mit 85 kW Leistung / 21,2 kWh Akku und erhielt Ende 2016 ein umfangreiches Update inklusive Leistungssteigerung auf 100 kW und größerem Akku (31,5 kWh). Gewohnt gute Verarbeitungsqualität. Bestes Verkaufsjahr war 2020 mit 17.438 Einheiten in Deutschland. Im Jahr 2020 fühlte AUTO BILD dem VW e-Golf zusammen mit fünf weiteren E-Autos in einem großen Elektro-Gebrauchtwagentest auf den Zahn. Ein Problem des e-Golf: Er wird sehr selten angeboten, aktuell sind nur knapp 250 Exemplare vakant. Preise starten bei knapp 8.500 Euro. Ein e-Golf für diesen Preis ist acht bis zehn Jahre alt und hat 50.000 bis 150.000 km auf dem Tacho.
BMW i3 als Gebrauchtwagen
Von 2013 bis Mitte 2022 wurde der avantgardistisch wirkende Kleinwagen BMW i3 rund 250.000-mal gebaut. Gut 600 gebrauchte Exemplare werden aktuell in Deutschland zu Kaufpreisen ab 8.500 Euro angeboten. Der Akku gilt als äußerst haltbar, aber beim Kauf ist wichtig, auf die Batteriegröße zu achten. Frühe i3 haben relativ kleine Akkus, es ging los bei 20,6 kW netto, die Akkukapazität gab BMW anders als marktüblich in 60 Ah (Amperestunden) an. Darauf folgte eine Version mit 34 kWh, genannt 94 Ah. Die maximale Akku-Größe war Ende 2018 mit dem 120-Ah-Akku erreicht, der 42,2 kWh Kapazität bietet.
Beim ab 2013 produzierten BMW i3 mit 60-Ah-Akku ist mit maximal 140 km Reichweite zu rechnen, der Dauertester (Baujahr 2014) von AUTO BILD schaffte Anfang 2025 noch knapp 90 elektrische Kilometer – bei einer Laufleistung von über 155.000 km. Autos mit dem nächstgrößeren Akku von 94 Ah (netto 27,2 kWh) kommen im Idealfall rund 200 km weit. Neuere, ab Ende 2018 gebaute Modelle haben einen 120-Ah-Akku (netto 37,9 kWh) an Bord und kommen bis zu 270 km weit. Teurer und auch gefragter sind i3s-Modelle, die 14 PS mehr haben (184 statt 170 PS). Ein anderes Konzept unterliegt dem i3 REX. Er hat einen Zweizylinder-Verbrennungsmotor als "Reichweiten-Verlängerer" (Range Extender, kurz REX) an Bord, der während der Fahrt Strom erzeugt und den Aktionsradius damit deutlich erhöht. Wegen des Zweizylinder-Benziners an Bord sind diese Autos aber teurer zu warten – und sie bekommen kein E-Kennzeichen.
VW ID.3 als Gebrauchtwagen
Das erste rein elektrische Volkswagen-Modell VW ID.3 hat fast dieselben Abmessungen wie der Golf, bietet also relativ viel Raum und ein dynamisches Fahrverhalten. Es kam Ende 2019 und baut auf einer komplett neuen Fahrzeug-Architektur auf. Anfängliche Softwareprobleme konnten abgestellt werden. Vorsicht bei ausgemusterten Carsharing-Autos, die von vielen Kurzzeit-Mietern oft ausgesprochen rücksichtslos behandelt wurden. Derzeit etwa 2400 Exemplare am Markt. Gebraucht-Angebote starten bei rund 14.000 Euro mit weit über 100.000 km Laufleistung.
In einer Marktanalyse vom September 2024 fand Autoscout24 heraus, dass zwischen zwei und vier Jahre alte ID.3 um rund 3700 Euro günstiger sind als gleich alte VW Golf. Während ein elektrischer Kompakter im Schnitt 22.986 Euro kostete, lag der nahezu gleich große Verbrenner von VW zeitgleich bei 26.679 Euro.
Gebrauchte Tesla Model 3
Die Mittelklasse-Baureihe Model 3 war für den US-Hersteller Tesla stückzahlenmäßig der Durchbruch. Stets umfangreich ausgestattet, mit hoher Motorleistung und guten Reichweiten. Derzeit etwa so teuer wie ein Basismodell des VW ID.3, also ab etwa 15.000 Euro. Aktuell rund 900 Gebrauchte mit teilweise sehr hohen Tachoständen (über 200.000 km). Der Akku sollte aber weit höhere Laufleistungen verkraften.
Fiat 500 Elektro gebraucht
Der Fiat 500 Elektro (zuvor Fiat 500e) ist eines der kleinsten Elektro-Modelle auf dem Markt. 2021 kam der Dreitürer Fiat 500 (in einer Spezialversion mit 1 gegenläufig öffnenden Fondtür) in einer rein elektrischen Version auf den Markt, der elektrische Neuanfang der Italiener konnte seither viele Käufer und vor allem Käuferinnen überzeugen. Aktuell rund 500 Exemplare zu Preisen ab 8.000 Euro auf dem Markt. Exemplare vor dem Baujahr 2021 sind mittelständische Umbauten einer älteren Baureihe ("Karabag") mit anderer Technik und erheblich geringerer Reichweite.
Wie steht es um den Restwert von gebrauchten Elektroautos?
Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Wertentwicklung von Elektroautos. Weniger neue E-Autos kommen auf den Markt, also wächst auch die Zahl der Gebrauchten langsam. Andererseits: Sollten irgendwann nur noch emissionsfreie Autos in die Innenstädte fahren dürfen, würde das den Wert von E-Autos in die Höhe treiben. Kommen weiterhin neue, leistungsfähigere Batterien auf den Markt, wirkt sich das wiederum ungünstig auf den Restwert von Autos mit "alten" Akkus aus.
Anzunehmen ist auch, dass der Wert von gebrauchten Elektroautos ab einem Fahrzeugalter von acht Jahren deutlich sinken wird, da ihre Batterien dann aus der Garantie der Hersteller fallen, Tauschakkus sind noch immer sehr teuer. Ein Ausfall würde den Restwert des Fahrzeugs halbieren – der wirtschaftliche Totalschaden. Andererseits sinken auch seit Jahren die Preise für Speicherzellen. Und auch die Reparatur beschädigter Akkus wird immer günstiger.
Fazit
Erstmals wächst die Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos stärker als das Angebot. Für Käufer zwar eine schlechte Nachricht, aber für Marktbeobachter grundsätzlich gut: Die Nachricht besagt, dass auch Gebrauchtwagen mit Elektroantrieb den Marktgesetzen folgen. E-Autos sind gekommen, um zu bleiben. Und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie an Zahl und Alter so gewachsen sind, dass in jeder Preisklasse genügend Autos gebraucht vorhanden sind. Hinsichtlich der Haltbarkeit gibt es ohnehin keine Probleme: Dass Elektroautos länger halten als Verbrenner, ist inzwischen bewiesen.
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