Das Interesse an Elektroautos wird immer größer, und auch die Auswahl an Modellen, Akkugrößen und Ladetechnik wächst und wächst. Klar, dass es schwierig ist, da den Überblick zu behalten. Aber AUTO BILD hilft und stellt die sieben aktuell attraktivsten Elektroautos vor, sagt, was sie können, was sie kosten und was sie besonders macht.
BMW iX xDrive50
Der BMW iX rollt erfreulich leise ab und kommt mit viel Ambiente und ansehnlichen Reichweiten daher.

1. BMW iX – Topmodell aus Bayern

Das SUV ist knapp fünf Meter lang, 1,70 Meter hoch und rund 2600 Kilogramm schwer. Trotzdem soll das Topmodell dank bis zu 523 PS in weniger als fünf Sekunden von auf 100 km/h beschleunigen – und mit einer Batterieladung mehr als 600 Kilometer Reichweite schaffen. Die Niere bleibt Geschmackssache, aber in Sachen Reichweite macht dem taufrischen BMW iX so schnell keiner was vor. Bis zu 630 Kilometer weit versorgt der Riesenakku (111,5 kWh brutto) das stattliche SUV mit Energie. Mit 4,95 Metern Länge ist das neue Technik-Aushängeschild der Bayern nur minimal länger als der Konzernbruder BMW X5. Weil er ausschließlich als E-Auto entwickelt wurde, nutzt der iX den geringeren Platzbedarf von Motor, Getriebe etc. für ein sehr luftiges Innenraum-Konzept.
Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
BMW iX bei carwow.de
UVP ab 77.300 EUR, Ersparnis: bis zu 14.932 EUR
Kia EV6 bei carwow.de
UVP ab 44.990 EUR, Ersparnis: bis zu 14.069 EUR
Mercedes EQS bei carwow.de
UVP ab 97.807 EUR, Ersparnis: bis zu 6152 EUR
Hyundai Ioniq 5 bei carwow.de
UVP ab 41.900 EUR, Ersparnis: bis zu 13.290 EUR
Audi Q4 e-tron bei carwow.de
UVP ab 41.900 EUR, Ersparnis: bis zu 13.893 EUR
Skoda Enyaq iV bei carwow.de
UVP ab 34.600 EUR, Ersparnis: bis zu 12.860 EUR
Mazda MX-30 bei carwow.de
UVP ab 34.490 EUR, Ersparnis: bis zu 13.216 EUR
Curved Display, feine Materialien und beheizbare Oberflächen finden sich im Cockpit des BMW iX. Dazu verwöhnt er mit edlem Ambiente, dem nagelneuen Bediensystem iDrive und bis zu 200 kW Ladegeschwindigkeit. Damit soll der iX in 40 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden können. Heißt konkret: In zehn Minuten kommen 120 Kilometer Reichweite dazu. Der Fahreindruck: Außerordentlich leise rollt er selbst bei hohem Tempo. Dabei helfen Tricks wie eine Lage Schaumstoff im Reifeninneren. Sehr fein und mit reichlich Reserven arbeitet die Luftfederung. Man muss sich allerdings konzentrieren, um das sowohl schwere als auch breite Auto auf seinen 22 Zoll großen Rädern korrekturfrei über enge Landstraßen zu bugsieren.
▶︎ BMW iX 40 xDrive (326 PS, 76,6 kWh-Akku, 425 km max. Reichweite) Preis: ab 77.300 Euro*
▶︎ BMW iX 50 xDrive (523 PS, 111,5 kWh-Akku, 630 Kilometer max. Reichweite) Preis: ab 98.000 Euro
* alle Preisangaben im Artikel sind die der Hersteller. Mögliche Förderprämien müssen noch abgezogen werden.
Kia EV6
Der Kia EV6 überzeugt neben seiner Optik vor allem damit, dass er irre schnell laden kann.

2. Kia EV6 – eleganter Technologieträger

Da rollt was auf uns zu! Der Kia EV6 lädt fast so schnell wie ein Porsche Taycan. Korea kann Elektro! Kona und Co. haben es bereits bewiesen, jetzt kommt der Kia EV6 auf einer neuen E-Plattform E-GMP vom Mutterkonzern Hyundai. Die Technik beeindruckt unter anderem durch ihre enorme Ladegeschwindigkeit: mit 800-Volt-Technik saugt er in 18 Minuten den Akku von 10 auf 80 Prozent Ladestand oder tankt 100 Kilometer Reichweite in viereinhalb Minuten – da wird es selbst mit der Kaffeepause knapp. Auf 4,68 Metern Länge ist der EV6 eher höhergelegter Shooting Brake als SUV. Und fahren kann er auch noch – in sehr unterschiedlichen Varianten: mit Hinterrad- oder Allrad-Antrieb, mit 58 oder 77,4-kWh-Batterie, mit Leistung von 170 bis 585 PS und mit bis zu 528 Kilometern Reichweite.
Fahreindruck von AUTO BILD-Redakteur Andreas May: "Dass so ein Zwei-Tonnen-Koloss sich so handlich und nahezu ohne Wankbewegungen durch die Kurve scheuchen lässt, erstaunt dagegen immer wieder aufs Neue. Sie haben alles am EV6 straff ausgelegt, Fahrwerk, Lenkung, im Sportmodus auch die Gaspedal-Kennline. Wenn du es darauf anlegst, kommt dir das Auto in jeder Situation eine Nummer kleiner vor." Gar nicht so klein dagegen das Platzangebot im Innenraum: 2,90 Meter Radstand! Davon profitieren vor allem die Passagiere hinten, sie können die Beine über Kreuz schlagen, ihr Handy via Kabel mit dem Vordersitz oder der Mittelkonsole verbinden oder die 220-Volt-Dose nutzen. Sechs Ladebuchsen haben wir gefunden. Zur Not betreibt der EV6 auch Ihre Waschmaschine oder lädt Ihr E-Bike: Per Steckdosen-Adapter dient der EV6 als Stromquelle. Einfach einen Adapter in die Ladebuchse und die Draußen-Stromversorgung steht – diesen Service bietet allerdings nur die teuerste Ausstattungsstufe. Andreas May urteilt: "Der neue Kia EV6 ist kein Sonderangebot, aber sein Angebot ist Sonderklasse. Er lädt doppelt so schnell wie die VW-Konkurrenz, fährt sportlich-straff, hat richtig viel Platz. Das derzeit beste E-Auto in dieser Preisklasse".
▶︎ Preis: ab 44.990 Euro
Mercedes EQS 580 4Matic
Was die S-Klasse kann, das erwartet die anvisierte Kundschaft auch vom Mercedes EQS.

3. Mercedes EQS –S-Klasse mit E-Power

Neben der technischen Basis geht Mercedes mit dem EQS auch optisch neue Wege. Langer Radstand, kurze Überhänge und eine beinahe schon Van-artige Dachlinie. Lautloser Luxus! Der Mercedes EQS ist der neue Maßstab bei den E-Autos. Und was die S-Klasse kann, will der EQS-Kunde natürlich auch haben. Unterm Kuppeldach erwartet daher jede Menge Komfort die Passagiere des 5,22 Meter Premium-Schlachtschiffs, im Cockpit beeindruckt u.a. die Displaylandschaft mit 1,41 Metern Breite. Dazu der rekordverdächtige Luftwiderstand: mit einem cw-Wert von 0,20 lutscht der stromlinienförmige Mercedes bis zu 768 Kilometer Reichweite aus seinem 107,8 kWh-Akku. An der Front zeigt sich das mittlerweile bekannte "EQ-Gesicht" mit angedeutetem Grill, an den sich die Scheinwerfer nahtlos anschließen.

EQS beschleunigt in 6,2 Sekunden von auf 100 km/h

AUTO BILD ist den EQS 580 bereits gefahren. Erkenntnis: Er fährt sich geschmeidig, geradezu spielerisch. Die Hinterachse lenkt um zehn Grad mit, was den mehr als 2,5 Tonnen schweren Brummer leichtfüßig um Kurven eilen lässt. Trotz des hohen Leergewichts ist der EQS zu schnellen Sprints fähig. In 4,3 Sekunden beschleunigt der allradgetriebene EQS 580 mit 524 PS und 855 Nm aus dem Stand auf 100 km/h; der auf Reichweite optimierte EQS 450+ braucht 6,2 Sekunden. Beide Varianten werden bei 210 km/h abgeregelt. 2022 kommt er mit Drive-Pilot-System und läutet die nächste Stufe des automatisierten Fahrens ein! Und klar, preislich spielt er auch in der höchsten Liga.
▶︎ Mercedes EQS 450+ (333 PS, 107,8 kWh-Akku, 768 km max. Reichweite, Preis: ab 106.374 Euro)
▶︎ Mercedes EQS 580 4Matic (524 PS, 107,8 kWh-Akku, 671 km max. Reichweite, Preis: ab 135.529 Euro)
Hyundai Ioniq 5
Der Hyundai Ioniq 5 überrascht mit abgefahrenen Details, zum Beispiel einem optionalen Solardach.

4. Hyundai Ioniq 5 – Designerstück

Auch der Markenbruder des Kia EV6 weiß mit ausgefallenem Design und auf Wunsch Performance zu beeindrucken. Er lädt ebenso blitzschnell wie sein Plattform-Kollege, bei ihm stehen auch zwei Batterien (58 und 72,6 kWh) und Leistungsstufen von 170 bis 305 PS zur Auswahl. Auf dem Bild wirkt er fast wie ein Kompakter à la VW Golf, in echt fällt der 4,63 Meter-Stromer etwas größer aus. Zu den herausragenden Eigenschaften des Ioniq 5 zählt seine ziemlich intelligente Machart. Der flache Wagenboden und die locker arrangierte Mittelkonsole bereiten ein tolles Raumgefühl, die Sitze sind üppig gebaut und weich gepolstert. Das Cockpit wirkt dank der zwei großen Bildschirme modern, luxuriös und eigenständig gleichzeitig. Auch Ladung geht ordentlich rein: 527 bis 1587 Liter fasst der Kofferraum, unter der Motorhaube findet sich noch ein kleines Staufach mit 57 Litern (24 Liter bei Allrad-Modellen).

Hyundai bietet ein optionales Solardach für den Ioniq 5

Dazu baut Hyundai Details ins Auto ein, die sonst selten zu finden sind: Im digitalen Fahrerdisplay helfen Videobilder, den toten Winkel abzudecken; dank 230-Volt-Steckdose lassen sich auch Laptop und Co. aufladen. Und auf Tastendruck im Schlüssel (Aufpreis) rangiert das Auto ebenso lautlos wie eigenhändig aus engen Parklücken heraus. Sogar ein optionales Solardach wird angeboten, laut Hyundai sorgt es für bis zu 2000 Kilometer extra Reichweite pro Jahr. Urteil von AUTO BILD-Tester Jan Horn: "Als Elektroauto sehr ordentlich, dazu gibt es souveräne Fahrleistungen. Dank 800 Volt Spannung im System ist der Hyundai im besten Falle sehr schnell aufgeladen. Kleine Schwächen im Umgang macht er über Originalität wieder wett."
▶︎ Preislich fällt er sogar etwas günstiger aus als der Kia EV6, schon ab 41.900 Euro ist der Stromer zu haben!

5. Audi Q4 e-tron – Premium-SUV

Elektro-Mobilität mit vier Ringen in bezahlbar? Das ist derzeit der Q4 e-tron! Er basiert auf dem VW-Elektrobaukasten MEB und fällt mit 4,59 Länge nicht unbedingt klein aus. Im Fond kommt der große Radstand vor allem der Beinfreiheit zugute. Sie liegt in etwa auf dem Niveau eines aktuellen Q7. Das bedeutet für die zweite Reihe Langstreckenqualität. Noch etwas schicker ist der Q4 e-tron als Sportback mit flachem Heck, kostet dann allerdings 2000 Euro Aufpreis und Kofferraumvolumen. Der Q4 e-tron ist weitgehend identisch mit VW ID.4 und Skoda Enyaq iV. Das Cockpit wirkt sehr technisch, was nicht zuletzt am neuen Audi-Lenkrad liegt. Der Pralltopf trägt erstmals die Audi-Ringe in 2D-Optik. Dafür können beide Karosserie-Varianten auch schnell, die Topversion 50 quattro sprintet in 6,2 Sekunden auf Tempo 100 km/h – bei maximal 180 km/h wird allerdings aus Reichweiten-Hygiene abgeregelt.
Zwei Akkugrößen (55 und 82 kWh) sind erhältlich, ebenso Hinterrad- und Allradantrieb sowie vier Leistungsstufen (170 bis 299 PS) und bis zu 534 Kilometer Reichweite. Wie er fährt? Er wiegt bereits ohne Gepäck und Menschen an Bord über zwei Tonnen, ist aber dennoch wendig wie ein Kleinwagen. Das Gewicht des größeren Akkus (rund 500 Kilogramm!) verteilt sich flach und sorgfältig ausgebreitet am Bodenblech des SUV. Entsprechend fahrstabil fühlt sich der Q4 an. Zugleich federt das Auto (auch dank der optionalen Stoßdämpferregelung) so sanft, satt und gleichmütig wie eine dicke Reiselimousine. Fazit von AUTO BILD-Tester Jan Horn: "Eine Mischung aus Raumwunder und Sprintüberraschung – der Q4 e-tron ist gelungen. Er fährt sich tadellos."
▶︎ Preis: ab 41.900 Euro
Skoda Enyaq iV 80
Typisch Skoda: Die Tschechen bieten mit dem Enyaq ein besonders vernunftbetontes E-Auto an.

6. Skoda Enyaq iV – preiswertes E-SUV

Der Skoda Enyaq ist aktuell eines der klügsten E-­Autos. Mit klasse Design, ordentlich Platz und angenehmen Fahreigenschaften. Der tschechische Raumgleiter! Natürlich ist er vor allem praktisch, folgt damit ganz der Markenphilosophie aus dem Hause Skoda und glänzt mit viel Raum. Mit Abmessungen von 4,65 Meter Länge und 1,88 Meter Breite fährt das E-SUV zwischen Karoq und Kodiaq. Typisch für ein Elektroauto sind der lange Radstand von fast 2,8 Meter und die extrem kurzen Überhänge. Vier Antriebsstärken (148 bis 265 PS) und drei Akkugrößen (55, 62 und 82 kWh) bietet die VW-Tochter an. Die schwächeren Motoren müssen sich allerdings auch mit den kleinen Energiespendern zufrieden geben.

Enyaq ab Anfang 2022 auch als Coupé verfügbar

Der Top-Akku schafft bis zu 536 Kilometer Reichweite, clevere Extras (wie z.B. Regenschirme in den Vordertüren) haben alle an Bord. Das Cockpit wirkt sehr luftig und gibt keine Rätsel auf. Das Tacho-Display ist allerdings recht klein. Wer mehr Fahrinformationen im Blickfeld haben will, muss das Head-up-Display ordern (im Paket Infotainment Plus für 1590 Euro). Praktisch: Die Heckscheibe steht vergleichsweise steil, was zu einem gut nutzbaren Kofferraum beiträgt. Wer eine flach abfallende Dachform bevorzugt: den Enyaq gibt's ab Anfang 2022 auch als Coupé.
▶︎ Fazit: Der Skoda Enyaq ist im VW-Dreigestirn (mit ID.4 und Q4 e-tron) das Elektromodell für Rechner. Er bietet das größte Platzangebot, der günstige Einstiegspreis lockt. Schon ab 33.800 Euro ist der Enyaq iV zu haben.

7. Mazda MX-30 – hochwertiges Kompakt-SUV

Der kleinste in unserer Runde – und der Mazda MX-30 macht auch sonst vieles anders. Er hat zum Beispiel einen coolen Innenraum mit ausgefallenen Materialien (Kork, nachhaltige Textilien) und gegenläufig öffnende Hecktüren. Doch das Türkonzept ist speziell – und erleichtert nicht unbedingt den Alltag. Vor allem in engen Parklücken ist man schnell zwischen den Türen eingepfercht. Mit dem kleinen Akku (35,5 kWh) sorgt der MX-30 dafür, dass das Heimweh nach dem Wohnort nicht zu groß wird – die Reichweite beträgt maximal 200 Kilometer. Stattdessen empfiehlt er sich als cleverer Begleiter im Alltag, kurvt kompakt in die meisten Parklücken und bietet Saft genug für City und kürzere Entfernungen.
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Elektroauto laden (2021): Test - Ladezeit - Akku - Info

Wie lädt man ein E-Auto richtig?

Das mit dem kleinen Akku ist übrigens Absicht, sagt Mazda. Weniger Batteriezellen-Produktion schont auch die Umwelt, so die Ingenieure. Das Reichweiten-Problem soll bald ein benzinbetriebener Wankelmotor als Mini-Kraftwerk an Bord lösen. Heißt Range Extender, hatte BMW auch schon mal im i3. Das mittige Display fällt etwas kleiner aus, dafür gefallen die intuitive Bedienung und die ausgefallenen Materialien. Derzeit ist nur eine Antriebsstärke verfügbar: Mit 145 PS ist der kleine Stromer aber gut bedient. Und abzüglich der E-Auto-Förderung gibt's ihn schon für unter 25.000 Euro.
▶︎ Preis: ab 34.490 Euro

Von

Raphael Schuderer