VW T-Roc (2017): Infos und Test

VW T-Roc (2017): Infos und Test

VW T-Roc (2017): Test, Bilder, Preis, R-Line, Abmessungen

— 14.10.2017

Alle Infos zum neuen VW T-Roc

VW präsentiert mit dem T-Roc ein neues SUV in Golf-Größe. AUTO BILD hat alle Infos zu Ausstattung, Motoren, Connectivity und die Preise. Plus: Fahrbericht!

Vorstellung: Trotz Golf-Basis komplett eigenständig
Interieur:
Viel Platz und viel Plastik
Fahren:
Der T-Roc sieht nicht nur sportlich aus (UPDATE!)
Ausstattung
Auf Wunsch gibt's den T-Roc als R-Line
Connectivity: Etwas weniger Bildschirmdiagonale als beim Golf
Motoren und Preis: Einstiegspreis liegt knapp über 20.000 Euro

Vorstellung: Trotz Golf-Basis komplett eigenständig

Über den Seitenfenstern spannt sich eine Chromleiste von A- bis C-Säule.

Mit dem T-Roc geht VW neue Wege. Denn auch wenn man den Neuen gerne "Golf-SUV" nennen würde, er ist nicht einfach nur die höhergelegte Version des Wolfsburger Dauerbrenners. Stattdessen baut VW den kleinen Bruder des Tiguan konsequent als eigene Baureihe auf. Dass der T-Roc verglichen mit den anderen VW-SUVs Tiguan und Touareg, aber auch Konzern-SUVs Seat Ateca und Skoda Karoq, Neuland befährt, zeigt sich zunächst in den Abmessungen: Mit 4,23 Meter Länge ist er deutlich kürzer als ein Tiguan und sogar minimal kürzer als der Golf (4,26 Meter). Seine Form erinnert stärker an einen normalen Kompakten als an ein SUV mit großem Kofferraum. Auch der Radstand hat mit 2,59 Meter Golf-Niveau (2,62 Meter) – kein Wunder, schließlich steckt der MQB unterm Blech. Gepaart mit kurzen Überhängen und rund 1,82 Meter Breite ergibt sich eine bullige und modebewusste Optik, die praktisch keine Ähnlichkeit mehr zum Technikspender Golf erkennen lässt.

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Beim Hinterteil haben sich die Designer scheinbar vom Arteon inspirieren lassen, so fließend geht das Dach in die Heckscheibe über. Die betonten Radhäuser und die Plastikverkleidungen der Radausschnitte tun ihr übriges für den rustikalen Crossover-Look. Doch die eigenständige Karosserieform alleine reichte wohl noch nicht, denn VW möchte mit dem T-Roc neue Kunden ansprechen – wahrscheinlich die, denen die bisherigen Modelle zu brav sind. Deshalb lässt sich die kantige Karosserie des Neuen mit der derzeit so angesagten Zweifarblackierung zum Hingucker individualisieren – ganz nach dem Konzern-Vorbild Audi Q2. Damit liegt der T-Roc bei den Kompakten voll im Trend und bereitet den Weg für den T-Cross auf Polo-Basis, der 2018 vorgestellt wird und ähnlich zeitgeistig ausfallen dürfte. Zum Marktstart im November 2017 gibt es den T-Roc in den zwei Ausstattungsvarianten Sport und Style. Drei Motoren (zwei Benziner mit 115 PS und 190 PS und ein Diesel mit 150 PS) sind ab sofort bestellbar. Es folgen zwei Diesel und ein Benziner.

Interieur: Viel Platz und viel Plastik

Auf Wunsch bildet ein 11,7-Zoll-Display die Instrumente ab. Das mittige Touchdisplay misst maximal acht Zoll.

Der T-Roc macht es seinen Insassen leicht, denn der Einstieg geht locker lässig aus der Hüfte wie beim Golf Sportsvan. Und dann? Dann erblickt man ein farbenfrohes Cockpit, das nach dem ersten Überraschungsmoment keine weiteren Fragen aufwirft, weil alles VW-typisch klar strukturiert und gut bedienbar platziert ist. Wie beim Polo gibt es einen bis zu acht Zoll großen Touchscreen unter Glas – mit den beiden vertrauten Drehreglern. Super, denn auch wenn der Golf bis zu 1,2 Zoll mehr Bildschirmdiagonale hat, vermisst AUTO BILD die fummeligen Touchflächen des Golf-Infotainments ehrlich gesagt überhaupt nicht. Was dagegen nicht voll überzeugt, ist die Haptik. Denn obwohl die Kunststoffe wertig aussehen, stoßen die Hände überall auf Hartplastik. Für VW-Verhältnisse ungewohnt. Passt gut zum Fahrzeugkonzept, sagt VW. Passt nicht so gut zum Preis, sagt AUTO BILD. Schließlich ist das hier ein Kompakt-SUV für mindestens 20.000 Euro und kein Kleinwagen für die Hälfte.

Aber genug gemosert, ansonsten ist der T-Roc innen topp. Die Platzverhältnisse vorne sind tadellos, die leicht zum Fahrer geneigte Mittelkonsole vermittelt ein gutes Raumgefühl und macht den mittigen Bildschirm gut ablesbar. Schön ist, dass der Lifestyler auch Nutzwert bietet: Denn auch hinten sitzen bis zu 1,95 Meter große Mitfahrer noch aufrecht. Besonders gut gefallen großen Fondbewohnern die beiden Ausformungen im Dachhimmel, die auch noch viel Platz am Kopf lassen, wenn das Panoramadach verbaut ist – nur beim Einstieg muss der Kopf dann eingezogen werden. Hochgezogen werden dagegen Gepäckstücke, denn die Ladekante des 445 Liter (1290 Liter) großen Kofferraums ist bei einem SUV logischerweise nicht auf Kniehöhe. Dafür bietet der T-Roc mehr Platz als das Gepäckabteil im Golf – 65 Liter mehr im Normalzustand; plus 20 Liter bei umgeklappter Rücksitzbank.

Fahren: Der T-Roc sieht nicht nur sportlich aus

Alle T-Roc mit Allradantrieb haben die Fahrprofilauswahl serienmäßig an Bord, für die Modelle mit Frontantrieb gibt es die Fahrmodi gegen Aufpreis.

Der T-Roc sieht bullig und sportlich aus. Aber fährt er auch genauso? VW verspricht, dass der T-Roc das sportlichste SUV im VW-Portfolio ist. Das muss natürlich überprüft werden: wir starten mit dem vorerst einzigen Diesel im Programm. Gut, dass VW den Diesel in dieser schwierigen Zeit überhaupt bereitstellt. Der Zweiliter-Selbstzünder im T-Roc hat 150 PS und 340 Nm. DSG und Allrad sind bei dieser Motorisierung Serie. Direkt fällt auf, dass der Diesel angenehm leise ist und den kompakten T-Roc kräftig beschleunigt. Natürlich ist das kleine SUV nicht die erste Wahl beim nächsten Ampelrennen aber das maximale Drehmoment von 340 Nm liegt schon bei 1750 U/min an und lässt den T-Roc zügig beschleunigen – 100 km/h liegen nach 8,4 Sekunden an. Dabei sitzt man spürbar höher als im Plattformbruder Golf und hat einen guten Überblick. Das dünne Lenkrad gibt eine 1A Rückmeldung, sodass der Fahrer den T-Roc gut positionieren kann, Lenkwinkelkorrekturen sind nicht nötig. Gleichzeitig fällt auf, dass das Fahrwerk des SUV eher hart abgestimmt ist – auch ein Wechsel in den Komfortmodus schafft nur bedingt Abhilfe. Dabei muss erwähnt werden, dass der T-Roc zu keiner Zeit übertrieben hart oder unkomfortabel federt. Für eine gewisse Käuferschaft könnte das Fahrwerk trotz fünf verschiedener Fahrmodi (Eco, Comfort, Normal, Sport und Individual) allerdings etwas zu hart sein – mir gefällt es! Was mir immer noch nicht gefällt, ist die DSG-Abstimmung. Auch der T-Roc ruckelt teilweise beim Anfahren, wenn auch nur ganz leicht. VW hat das DSG schon besser abgestimmt, kommt in der Feinabstimmung aber immer noch nicht an die Konkurrenz ran.

Das DSG benötigt Feinabstimmung

Wechsel in das Topmodell 4Motion 2.0 TSI. Der Vierzylinder-Benziner hat 190 PS und hängt vor allem im Sportmodus sehr gut am Gas. Trotz 20 Nm weniger Drehmoment als im Diesel geht der 1495 Kilo schwere T-Roc mit dem großen Benziner gefühlt deutlich besser. 7,2 Sekunden auf 100 km/h unterstreichen diesen Eindruck. Was nicht so recht passt, ist der Klang – ab 4500 U/min ist der Motor recht laut und klingt sehr angestrengt. Der Vortrieb lässt aber keine Wünsche offen, der T-Roc zieht gut durch. Aber auch im Benziner ist das DSG noch nicht perfekt abgestimmt. Beim zügigen Anfahren macht das kleine SUV oft einen Satz nach vorne, beim automatischen Runterschalten im Sportmodus geht manchmal ein kleiner Ruck durchs Auto. Am Ende bleibt das Getriebe aber der einzige Kritikpunkt, denn der T-Roc sieht nicht nur sportlich aus, sondern fährt auch zackig. Trotzdem ist das Golf-SUV sehr komfortabel, bietet viel Platz und reichlich Ausstattung in Bezug auf Connectivity und Individualisierung. Der T-Roc ist nicht nur ein Auto für junge, urbane Hipster, sondern ein ausgewachsenes Kompakt-SUV, das erstaunlich gut fährt.
Die wichtigsten Fahreigenschaften des T-Roc kurz und knapp:

• Zweiliter-Diesel mit 150 PS ist laufruhig und kräftig
• Fahrwerk tendenziell etwas härter ausgelegt
• sehr direkte Lenkung mit gutem Feedback
• Vierzylinder-Benziner mit 190 PS macht den T-Roc schnell aber laut
• DSG immer noch nicht perfekt abgestimmt

Ausstattung: Auf Wunsch gibt's den T-Roc als R-Line

Die R-Line ist an zusätzlichen Logos, anderen Kühlergrilleinsätzen und den in Wagenfarbe lackierten Anbauteilen zu erkennen.

Für den T-Roc bietet VW zwei gleichwertige Ausstattungslinien an: Style und Sport. Ab 2018 kann das VW-SUV zusätzlich mit R-Line-Teilen aufgebohrt werden – unabhängig davon, ob der Haken vorher bei Style oder Sport gesetzt worden ist. Zwei Varianten gibt es: das R-Line-Exterieur-Paket (Logos, in Wagenfarbe lackierte Schürzen und Karosserieteile, spezielle Felgen) und ein R-Line-Paket für den Innenraum (schwarzer Dachhimmel, R-Line-Logos, spezielle Sitzbezüge, Ziernähte und Lederoptik für Sitze, Schalthebel sowie Türarmauflagen). Die Linie "Style" beinhaltet 17 Zoll große Leichtmetallfelgen, Schürzen mit silbernen Unterfahrschutz-Attrappen, verchromte Türbeplankungen, Komfortsitze, Müdigkeitserkennung, weiße Ambientebeleuchtung sowie Lese- und Fußraumleuchten und ein Connectivity-Paket. Dazu stellt VW den Kunden vor die Farbwahl: Zehn Farben für den unteren Teil der Karosserie, vier Lackvariationen fürs Dach, für die Instrumententafel und Dekorteile im Innenraum stehen ebenfalls vier Farben zur Auswahl (Braun, Blau, Orange, Gelb).

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Rollt der T-Roc als "Sport" über den Asphalt, hat er getönte Heckscheiben und Rückleuchten, Nebelscheinwerfer, 17-Zöller (Kulmbach) in zwei Farbvarianten, rotlackierte Bremssättel, Sport-Komfortsitze und einen schwarzen Dachhimmel sowie Alu-Pedale. Beim Sport-T-Roc fällt der Instrumententräger zurückhaltender aus als beim Style – die Zierelemente sind immer grau. Der Chromzierrat für die Karosserie ist wie im Style-Paket Standard. In der Aufpreisliste verstecken sich LED-Scheinwerfer (in den Topversionen Serie) und die runden Tagfahrlichter, die gleichzeitig Blinker sind – serienmäßig sind die beiden Leuchteinheiten getrennt voneinander. Bestandteil der Basisausstattung sind zudem 16-Zoll-Felgen, Klimaanlage, LED-Rückleuchten und das Infotainmentsystem Composition Colour (6,5-Zoll-Touchscreen). Bei den Assistenzsystemen profitiert der T-Roc vom Baukastensystem und gibt sich keine Blöße: Immer an Bord sind die Features "Front Assist" mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung, eine Multikollisionsbremse und der Spurhalteassistent. Optional sind beispielsweise ein Abstandsregeltempomat (30 bis 210 km/h), Verkehrszeichenerkennung, Spurwechselhilfe, Parklenkassistent und ein Stauassistent erhältlich.

Die Lackfarben im Überblick:

• Deep Black
• Pure White Uni
• Black Oak Brown Metallic
• White Silver Metallic
• Kurkuma Gelb Metallic
• Energetic Orange Metallic
• Indium Grau Metallic
• Urano Grau Uni
• Atlantik Blue Metallic
• Ravenna Blue

Connectivity: Etwas weniger Bildschirmdiagonale als beim Golf

Der größtmögliche Felgendurchmesser für den T-Roc liegt bei 19 Zoll. Basis sind 16-Zöller.

Die Connectivity-Spanne beginnt beim Infotainmentsystem "Composition Colour" mit 6,5-Zoll-Touchscreen. Darüber rangiert das "Composition Media" mit 8-Zoll-Display – natürlich auch mit Touchfunktion. Diesen nutzt auch das große Infotainment Discover Media. Ist der 8 Zoll-Monitor verbaut, kann das Infotainment per App Connect um MirrorLink, Apple CarPlay und Android Auto ergänzt werden und voll Smartphone-tauglich gemacht werden. Für die volle Smartphone-Kompatibilität bietet VW die optionale Telefonschnittstelle "Comfort" an, mit der das Handy induktiv geladen werden kann. Darüberhinaus gibt es verschiedene Pakete, die das Infotainment upgraden: Security & Service enthält einen Notruf-Dienst, automatische Unfallmeldung und einen Pannenruf. Wenn das Guide & Inform Paket für das große Infotainment (Discover Media) geordert wurde, gibt der T-Roc per Onlineanbindung bereitwillig Auskunft über Sonderziele, Benzinpreise und Tankstellenstandorte, Verkehr und Wetter.

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Motoren und Preise: Einstiegspreis liegt knapp über 20.000 Euro

Zum Bestellstart gibt es den T-Roc mit drei Motoren, zwei Benzinern und einem Diesel. Der Einstiegsmotor ist der Einliter-TSI mit 115 PS, stärkster Benziner wird der Zweiliter-TSI mit 190 PS, serienmäßigem Alltadantrieb und dem 7-Gang-DSG sein. Als Selbstzünder lässt sich der 2.0-TDI mit 150 PS und ebenfalls serienmäßigem Allradantrieb und DSG ordern. Später kommt bei den Benzinern noch ein 150 PS starker 1,5-TSI (DSG und Allrad gegen Aufpreis) hinzu. Auch wird es zwei weitere Diesel geben. Die Selbstzünder leisten beim 1.6 TDI 115 PS und im 2.0-TDI 190 PS. Alle Allrad-Varianten erlauben die Einstellung von Fahrprofilen (Street, Snow, Offroad, Offroad Individual). Preislich startet der T-Roc bei 20.390 Euro für die Basisversion. Den Marktstart plant VW für November 2017.

Alle Motoren- und Getriebeoptionen im Überblick:


• 1.0 TSI, 85 kW / 115 PS, 200 Nm, 6-Gang-Getriebe, Frontantrieb Preis ab: 20.390 Euro (Basis); ab 22.590 Euro (Style)
• 2.0 TSI, 140 kW / 190 PS, 320 Nm, 7-Gang-DSG, 4MOTION Preis ab: 30.800 Euro (nur als Sport)
• 2.0 TDI, 110 kW / 150 PS, 340 Nm, 7-Gang-DSG, 4MOTION Preis ab: 31.825 Euro (Style); 32.100 Euro (Sport)


Später:

Benzin:

• 1.5 TSI, 110 kW / 150 PS, 250 Nm, 6-Gang-Getriebe, Frontantrieb
• 1.5 TSI, 110 kW / 150 PS, 250 Nm, 7-Gang-DSG, Frontantrieb

• 1.5 TSI, 110 kW / 150 PS, 250 Nm, 7-Gang-DSG, 4MOTION

Diesel:


• 1.6 TDI, 85 kW / 115 PS, 250 Nm, 6-Gang-Getriebe, Frontantrieb
• 2.0 TDI, 110 kW / 150 PS, 340 Nm, 6-Gang-Getriebe, Frontantrieb
• 2.0 TDI, 110 kW / 150 PS, 340 Nm, 6-Gang-Getriebe, 4MOTION
• 2.0 TDI, 110 kW / 150 PS, 340 Nm, 7-Gang-DSG, Frontantrieb
• 2.0 TDI, 140 kW / 190 PS, 400 Nm, 7-Gang-DSG, 4MOTION
Autor:

Jan Götze

Fazit

Preisfrage: Golf oder T-Roc? Ich würde den T-Roc nehmen! Mir gefällt die bullige und sportliche Optik und auch auf der Straße hat mich das kleine SUV nicht enttäuscht. Im Gegenteil: der T-Roc fährt sportlich und bleibt trotzdem ausreichend komfortabel. Einzig beim DSG müsste VW für meinen Geschmack noch mal Hand anlegen.

Autoren: Jan Götze, Peter R. Fischer,

Fotos: Volkswagen AG

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