E-Auto-Reichweite: der große Vergleich
Diese Elektroautos haben die größte Reichweite

Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
Die Reichweite ist beim E-Auto-Kauf ein großes Thema, denn von ihr hängt viel ab. Für sie ist neben der Akkugröße auch der Stromverbrauch des Autos maßgeblich. Wie weit ein E-Auto mit einer Akkuladung kommt, das macht einen großen Unterschied bei der Alltagstauglichkeit. Warum? Im Alltag bestimmt die Reichweite, wie häufig man zum Laden muss.
Das kann eher bequem (und günstig) bei der privaten Lademöglichkeit auf dem eigenen Parkplatz geschehen, oder mit etwas mehr Aufwand, wenn man auf öffentliches Laden angewiesen ist. Unterwegs auf Fernreisen entscheidet die Reichweite darüber, wie viele Kilometer man am Stück abreißen kann, also wie häufig ein Ladestopp zum Schnellladen nötig ist. Somit ist die Alltagsreichweite eines E-Autos ein, wenn nicht das zentrale Kriterium bei der Auswahl des richtigen Autos.
Typ-2-Ladekabel im Vergleich
Die Mischung aus hoher Ladeleistung und wachsender Akkukapazität lässt die Reichweitenangst zunehmend verpuffen. Was das Angebot des Ladens angeht, so hat die kürzliche veröffentlichte Elektromobilitätsstudie von Shell ergeben, dass sich 51 Prozent der Befragen weniger Sorgen um die Reichweite machen als noch vor zwölf Monaten. Mit dem aktuellen Ladeangebot zeigten sich 64 Prozent zufrieden.
Für die Reichweite von E-Autos gibt es mehrere Quellen. Die offizielle wird nach dem WLTP-Verfahren unter vorgegebenen Bedingungen auf dem Prüfstand ermittelt. Diese Reichweite nutzen die Hersteller für ihre Kommunikation. Diese Werte kommen zwar unter vergleichbaren Bedingungen zustande, sind daher für unterschiedliche Modelle vergleichbar. Gleichzeitig wird sie von Testinstanzen, darunter auch AUTO BILD, als eher realitätsfern betrachtet. Daher misst AUTO BILD die Reichweite aller getesteten Autos nach alltagsnahen Kriterien.
Das sind die Messkriterien für die WLTP-Reichweite von Elektroautos
Der Prüfstandtest findet mit vollständig geladener Batterie statt. Zum Schluss des Tests wird das Auto wieder an die Ladestation angedockt. Das Kabel ist mit einem Stromzähler versehen, um die Ladeverluste mitberechnen zu können.
Der WLTP-Fahrzyklus heißt WLTC ("Worldwide harmonized Light-duty Test Cycle"), die Autos werden je nach Leistungsgewicht in Klassen eingeteilt. Der Fahrtest umfasst fünf Teile:
• "Low" (Stadtverkehr; Durchschnittstempo 18,9 km/h, Maximalgeschwindigkeit 56,5 km/h)
• "Medium" (außerorts; 39,5/76,6 km/h)
• "High" (Schnellstraße; 56,6/97,4 km/h)
• "Extra High" (Autobahn; 92,0/131,3 km/h)
• Hinzu Fahrten mit konstant 100 km/h
• "Low" (Stadtverkehr; Durchschnittstempo 18,9 km/h, Maximalgeschwindigkeit 56,5 km/h)
• "Medium" (außerorts; 39,5/76,6 km/h)
• "High" (Schnellstraße; 56,6/97,4 km/h)
• "Extra High" (Autobahn; 92,0/131,3 km/h)
• Hinzu Fahrten mit konstant 100 km/h
Der am Ende ermittelte Verbrauch wird im Verhältnis zum Gesamtvolumen des Akkus berechnet. Wegen der Distanz zur Realität ergibt der Test eine eher theoretische Reichweite.
Die höchsten Reichweiten von Elektroautos nach Herstellerangaben erreichen aktuell (Stand Februar 2025):
- Mercedes EQS (821 Kilometer; bei Carwow konfigurieren)
- Audi A6 Sportback e-tron (754 Kilometer)
- Mercedes EQS SUV (720 Kilometer; bei Carwow konfigurieren)
- VW ID.7 (709 Kilometer; mit Ersparnis bei Carwow)
- Peugeot e-3008 Long Range (698 Kilometer)
- Mercedes EQE (693 Kilometer; bei Carwow konfigurieren)
- Polestar 2 (659 Kilometer; bei Carwow konfigurieren)
- Tesla Model S LR (632 Kilometer; mit Ersparnis bei Carwow)
- BMW iX (630 Kilometer; mit Ersparnis bei Carwow)
- Tesla Model 3 (629 Kilometer, geschätzt; mit Ersparnis bei Carwow)
- BMW i7 (625 Kilometer; mit Ersparnis bei Carwow)
- Hyundai Ioniq 6 (614 Kilometer; mit Ersparnis bei Carwow)
- Polestar 3 (610 Kilometer)
- Tesla Model Y (600 Kilometer; mit Ersparnis bei Carwow)
Die WLTP-Reichweite hilft beim Vergleich von Automodellen, für mehr taugt sie nicht
So testet AUTO BILD die Reichweite von E-Autos
Für alltägliche Bedingungen auf der Straße halten wir den AUTO BILD-Test für aussagekräftiger. Im harten Praxis-Check zeigen Elektroautos ihre echte Alltagsreichweite. Gemessen wird auf einer fest definierten AUTO BILD-Verbrauchsrunde – unter realen Bedingungen.
Jeder Testwagen – egal ob er Kraftstoff tankt oder Strom lädt – muss die 155 Kilometer lange Verbrauchsrunde absolvieren, die grob gesagt zwischen Hamburg und Lübeck liegt. Der Stadtanteil beträgt 40 Kilometer, 61 Kilometer führen über Landstraßen. Dieses Teilstück wird eher gemächlich gefahren, Vollgas wird vermieden (bzw. Vollstrom).
Auf einem 54 Kilometer langen Autobahnabschnitt muss das Auto zeigen, was die Straßenverkehrsordnung hergibt – inklusive 20 Kilometer Vollgas. Zurück an der Ladesäule in Hamburg errechnen wir anhand der nachgetankten Strommenge den Durchschnittsverbrauch.

Ein Sportler wie der Porsche Taycan hat es mit einer hohen Spitzengeschwindigkeit tendenziell schwerer im Autobahntest.
Bild: AUTO BILD
Bei dieser Messmethode haben E-Autos, die für eine höhere Spitzengeschwindigkeit ausgelegt sind, einen Nachteil. Denn bei der maximal möglichen Geschwindigkeit ist der Stromverbrauch am höchsten. So läuft ein Polestar 2 in der Topversion 205 km/h Spitze, andere E-Autos werden aber schon bei Tempo 150 automatisch abgeregelt. Die haben hier einen Vorteil.
Somit schneiden Autos mit höherer Maximalgeschwindigkeit hier tendenziell schlechter ab. Auch können hier ermittelte Reichweiten von ein und demselben Modell bei verschiedenen Tests aufgrund unterschiedlicher Außentemperaturen um einige Kilometer variieren.
Aktuell zeigt sich, dass Reichweite vor allem eine Frage der Akkugröße ist. Elektroautos mit den größten Akkus kommen am weitesten. Aber sie sind nicht zwingend die Effizientesten, denn mit dem Gewicht steigt auch der Verbrauch auf 100 km. In der Liste der Autos mit dem geringsten Stromverbrauch tauchen diese großen, schweren Wagen daher nicht auf. Stattdessen müssen sie den höheren Verbrauch durch einen größeren Akku wettmachen. Die riesigen Batterien wiegen zehn Zentner und mehr. Hier nun die Top-Autos im AUTO BILD-Reichweitentest!
1. BYD Seal: 451 km
Laut Testfahrt auf der AUTO BILD-Testrunde kommt der aktuelle Spitzenreiter aus China: Der BYD Seal AWD (390 kW/530 PS) kam mit seiner 82,5-kWh-Batterie auf eine Testreichweite von 451 Kilometern (Verbrauch 21,9 kW inklusive Ladeverlust).
Ein großer Akku mit hoher Reichweite gibt beim Reiseantritt ein gutes Gefühl
Selbst bei Dauertempo 130 km/h fuhr der Seal ohne Nachladen 384 Kilometer weit. Allerdings fand der Test unter warmen, spätsommerlichen Bedingungen statt, und die AUTO BILD-Tester hatten bei der großen und damit teuren Batterie (Einstiegspreis für den Seal: 53.668 Euro) fast noch mehr erwartet. Der Akku wiegt 560 Kilogramm.
2. Nio ET5: 448 km
Auf Platz zwei folgt der Nio ET5. Die Mittelklasse-Limousine macht Jagd auf den Tesla Model 3, als Luxus "made in China". Satte 448 Kilometer schafft der ET5 in der Realität auf der AUTO BILD-Testrunde durch Stadt und Land. Besonderer Clou bei Nio: Die Batterie kann gekauft oder auch gemietet werden. Im Mietverhältnis lässt sie sich in einer sogenannten Swap Station (Wechselstation) binnen weniger Minuten austauschen – dann wird das Laden so schnell wie das Tanken. 19 gibt es davon bisher in Deutschland (Stand: Februar 2025).

Der Nio ET5 hat 491 PS, große Ambitionen – und überzeugt im AUTO BILD-Test mit der besten Reichweite.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
3. Audi Q8 e-tron 55 quattro: 447 km
Dem Nio dicht auf den Fersen ist mit 447 Kilometern der Audi Q8 e-tron 55 quattro auf unserer Teststrecke. Er hat mit 408 PS nicht nur eine Bärenkraft, sondern auch einen Riesenakku mit einer Kapazität von 106 kWh.
Ein solches Auto bringt Fahrspaß und Alltagstauglichkeit, da auch die 170 kW Ladeleistung knapp auf der Höhe der Zeit ist. Damit hat man die Monsterbatterie an einer HPC-Schnellladesäule in einer halben Stunde vollgeladen. Auch auf der Autobahn kommt das Power-SUV sehr weit: 433 km. Üppig ist auch sein Einstiegspreis von aktuell 87.300 Euro.
Welche E-Autos schaffen 400 km im Alltag?
Knapp über 400 km erreicht der Nissan Ariya, der im direkten Vergleich den Skoda Enyaq (früheres Modell) bei der Reichweite mit 422 zu 403 Kilometern knapp hinter sich lässt. Exakt gleichauf bei der Alltagsreichweite liegen BMW iX xDrive 50 und VW ID.5 Pro Performance Upgrade mit jeweils 415 Kilometern.
Knapp dahinter die Kombiversion des größten Elektro-Pkw von Volkswagen, dem ID.7 Tourer: 411 km. Eine Wagenlänge dahinter sind die Limousine Genesis Electrified G80 und das SUV BMW iX M60, die jeweils mit 410 Kilometern gemessen wurden. Und auch der luxuriöse Mercedes EQS 580 4Matic (401 km) sowie der Mercedes EQE 350+ (400 km) schafften im AUTO BILD Test 400 Kilometer oder mehr. Der Tesla Model 3 in der Hochleistungsversion "Performance" kam auf der AUTO BILD-Runde 410 km weit – die Testrunde fand an einem kalten Wintertag bei 1 Grad Celsius statt, bei wärmerer Witterung sollte deutlich mehr drin sein.
Reale Reichweite von E-Autos: Top Ten
E-Auto-Modell | Reichweite auf Testrunde* | Batteriegröße (netto) | Testverbrauch inkl. Ladeverlust |
|---|---|---|---|
BYD Seal | 451 km | 82,5 kWh | 21,9 kWh/100 km |
Nio ET5 | 448 km | 100 kWh (brutto) | 24 kWh/100 km |
Audi Q8 e-tron 55 quattro | 447 km | 106 kWh | 26,7 kWh/100 km |
Nissan Ariya 2WD 178 kW | 422 km | 87 kWh | 24,7 kWh/100 km |
VW ID.7 Tourer Pro | 411 km | 77 kWh | 20,5 kWh/100 km |
BMW iX M60 | 410 km | 105,2 kWh | 28,3 kWh/100 km |
Genesis Electrified G80 | 410 km | 87,2 kWh | 21,2 kWh/100 km |
Mercedes-Benz EQS 580 4M | 401 km | 107,8 kWh | 26,8 kWh/100 km |
Mercedes-Benz EQE SUV 500 4M | 393 km | 90,56 kWh | 24,5 kWh/100 km |
Kia EV6 AWD (325 PS) | 390 km | 77,4 kWh | 21,6 kWh/100 km |
Was aber, wenn am Wochenende eine Fahrt durch die Republik ansteht? Oder der Jahresurlaub im nicht unbedingt benachbarten Ausland? Dann sollte die Akkugröße den Fahrer nicht alle 300 Kilometer zur Ladepause zwingen. Auch die richtigen E-Auto-Reifen helfen beim Stromsparen, indem sie den Rollwiderstand verringern. Da die Temperatur beim Test eine wichtige Rolle spielt, sind hier nur Testwerte ab 10 Grad Celsius gelistet.
| Aktuelle Angebote | |
|---|---|
Windwiderstand ist die stärkste E-Auto-Bremse
Bei hohem Tempo gilt die bekannte Regel: Der Windwiderstand ist der Feind der Fortbewegung! Je schneller ein Auto auf der Autobahn unterwegs ist, desto mehr Energie frisst die unsichtbare Wand vor der Frontscheibe. Vor allem bei Elektroautos hängt die Reichweite von der gefahrenen Geschwindigkeit ab.
Große Elektroautos wie der BMW iX3 lassen sich innerstädtisch mit 14 kWh/100 km bewegen, ein Opel Combo E mit 11 kWh. Ab Tempo 80 geht die Verbrauchskurve dramatisch hoch. Und bei Tempo 130? AUTO BILD hat mittlerweile über 60 moderne Elektroautos auf Fernfahrt geschickt – vom Kleinwagen bis zum Supersportler. Vier Beispiele:
VW ID.5 Pro Performance Upgrade: Der Schrägheck-Bruder des ID.4 verbindet als Pro-Performance-Modell ausreichend Leistung mit einem großen Akku. Keine schlechte Kombination, immerhin sind so 340 km zwischen den Ladestopps möglich. Nicht riesig, aber okay.
Tesla Model 3: Der Einstieg in die Tesla-Welt gestaltet sich mit knapp 50.000 Euro vergleichsweise günstig, das Zurechtfinden an Bord braucht Gewöhnung. Doch es lohnt sich, denn der US-Stromer überzeugt mit 410 km Autobahnreichweite und dank zahlreicher Tesla-Supercharger mit günstigem Stromtarif auch als Reisewagen.

Der BMW i7 zeigte sich im Test nicht nur als unfassbar leise. Er überzeugte auch sonst mit seinem Komfort.
Bild: Tom Salt
BMW i7: Dank 5,39 Meter Länge und satten 3,21 m Radstand herrscht im BMW kein Platzmangel. Der Bayer bietet himmlischen Fahrkomfort sowie souveränes Fahrverhalten. Dank 544 PS kommt der fast 2,7 Tonnen schwere i7 in 4,6 Sekunden auf Tempo 100, schafft 240 km/h Spitze. Und der Akku mit 101,7 kWh reicht auch bei fünf Grad für 388 km. Natürlich bei Tempo 130, nicht bei 240 km/h.
Mercedes EQS 450+: Automobiler Luxus bedeutet längst nicht mehr nur feine Materialien und höchsten Komfort, sondern auch leises, lokal abgasfreies Reisen. Dazu gehört natürlich auch eine anständige Autobahnreichweite. So wie beim EQS 450+, der 482 km nonstop schafft – aber auch 107.326 Euro kostet. Nach der Modellpflege Anfang 2024 wird ein noch größerer Akku (118 kWh) montiert – damit steht der EQS in der Liste der E-Autos mit den größten Akkus ganz vorn. Und dann dürfte die Reichweite erneut steigen. Der AUTO BILD-Reichweitentest steht noch aus.
Wichtig sind die äußeren Testbedingungen: Eine niedrige Außentemperatur drückt die Reichweite. Der Testfahrt im Cupra Born erfolgte etwa bei einer Temperatur von 2,5 Grad Celsius. Hier ist das Ergebnis aller E-Auto-Tests bei Tempo 130 auf der Autobahn:
Auf den Messfahrten spielen große Wärme wie auch knackige Kälte eine Rolle. Denn ein Lithium-Ionen-Akku, der aktuell in den allermeisten Elektroautos verbaut ist, hat seinen idealen Wirkungsgrad bei Außentemperaturen zwischen 20 und 40 Grad Celsius.
Wer im Sommer die Hochvoltbatterie des E-Autos auf Trab bringen und sie gleichzeitig schonen möchte, der sollte diese Hitze-Tipps für E-Auto-Akkus beachten: Also im Schatten parken, die Ladeleistung drosseln oder Stromfresser im Zaum halten. Zu diesen Großverbrauchern gehört auch die Innenraumheizung, die wiederum im Winter für mehr Reichweite möglichst sparsam laufen sollte. Vorheizen an Wallbox oder Ladesäule ist hierfür ein probates Mittel. Auch eine Wärmepumpe (in teureren Modellen serienmäßig an Bord) kann ein paar Dutzend Kilometer zusätzliche Reichweite gewinnen.
Service-Links




























































































































